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Studienfinanzierung

Semesterferien-Job

Während der vorlesungsfreien Zeit zahlen Studierende in den meisten Fällen keine Beiträge zur Sozialversicherung.

Ist die Beschäftigung von Studierenden ausschließlich auf die vorlesungsfreie Zeit ("Semesterferien") beschränkt, bleibt sie grundsätzlich sozialversicherungsfrei, und zwar unabhängig von der Höhe des Einkommens aus dieser Beschäftigung und der Arbeitszeit.

ABER: Beschäftigungen während eines Urlaubssemesters sind grundsätzlich sozialversicherungspflichtig.

In den "Semesterferien" dürfen Studierende also einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen - anders als während der Vorlesungszeit. Dafür ist aber zu beachten, dass die Beschäftigung entweder im Voraus vertraglich oder nach Art des Beschäftigungsverhältnisses begrenzt auf maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr angelegt sein muss und nicht berufsmäßig ausgeübt werden darf. Rechtlich handelt es sich hier um eine kurzfristige Beschäftigung gemäß § 8 Absatz 1 Nummer 2 Sozialgesetzbuch - Viertes Buch (SGB IV).

Hinweis: Neben einem Semesterferien-Job ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (auch 450-Euro-Job oder Minijob genannt) während der Vorlesungszeit möglich. Beide Beschäftigungen werden nicht zusammengerechnet.

Achtung: Studierende, die BAföG beziehen, sollten jedoch den Verdienst im Auge behalten! Das Einkommen wird beim BAföG angerechnet, wenn es 5.416 Euro im Bewilligungszeitraum - nicht zu verwechseln mit dem Kalenderjahr - überschreitet.

Steuern

Als Arbeitnehmer/in ist man steuerpflichtig. Trotzdem dürfte sich bei der Wahl des Lohnsteuerabzugsverfahrens mit Lohnsteuerkarte im Regelfall keine Steuerbelastung ergeben. Solange das Arbeitsentgelt (abzüglich insbesondere Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Vorsorge-Pauschale) unter dem Grundfreibetrag (2018: 9.900 Euro) bleibt, erhält man die gezahlte Lohnsteuer im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung zurück.

Möglich ist es auch, die Pauschalbesteuerung von 25 Prozent zu wählen. Für diesen Fall ist zusätzlich der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer fällig.

Kranken- und Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung

Studierende zahlen keine (zusätzlichen) Beiträge, auch wenn die Beschäftigung länger als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr ausgeübt wird.

Achtung: Alle Studierenden müssen grundsätzlich – unabhängig von ihrem Job – in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. Vor der Aufnahme einer Beschäftigung muss die Krankenkasse darüber informiert werden.
Die Familienversicherung über die Eltern besteht nur bis zu einem Einkommen der Studierenden von monatlich maximal 435 Euro oder 450 Euro beim Minijob. Über den Einzelfall berät die Krankenkasse.

Rentenversicherung

Studierende sind versicherungsfrei, wenn das Beschäftigungsverhältnis auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist, das heißt, wenn sie also eine kurzfristige Beschäftigung ausüben.

Übrigens: Auch für eine Beschäftigung während der Semesterferien muss der gesetzlich festgelegte Mindestlohn (seit 1.1.2017: 8,84 Euro pro Stunde; ab 1.1.2019: 9,19 Euro pro Stunde) gezahlt werden.

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