Studienfinanzierung

Semesterferien-Job

Sofern Studierende während der vorlesungsfreien Zeit jobben, zahlen sie in den meisten Fällen keine Sozialversicherungsbeiträge.

Ist die Beschäftigung von Studierenden ausschließlich auf die vorlesungsfreie Zeit ("Semesterferien") beschränkt, bleibt sie grundsätzlich sozialversicherungsfrei. Die Höhe des Einkommens und der wöchentlichen Arbeitszeit spielen dafür keine Rolle. In den "Semesterferien" dürfen Studierende also einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Für Beschäftigungen während der Vorlesungszeit und während eines Urlaubssemesters gilt das nicht!

Achtung: Die Beschäftigung  

  • muss entweder im Voraus vertraglich oder
  • nach Art des Beschäftigungsverhältnisses begrenzt auf maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr angelegt sein und
  • darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Berufsmäßig bedeutet, eine Beschäftigung auszuüben, für die man eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, z. B. Medizinstudentin arbeitet als Krankenschwester in einem Krankenhaus; Gartenbaustudent arbeitet als Gärtner in einer Gärtnerei.

Rechtlich handelt es sich um eine kurzfristige Beschäftigung gemäß § 8 Absatz 1 Nummer 2 Sozialgesetzbuch - Viertes Buch (SGB IV).

Hinweis: Neben einem Semesterferien-Job ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (bekannt als 450-Euro-Job oder Minijob) möglich. Beide Beschäftigungen werden nicht zusammengerechnet.

Achtung: Das Einkommen wird beim BAföG anteilig angerechnet, wenn es 5.420 Euro im Bewilligungszeitraum - nicht zu verwechseln mit dem Kalenderjahr - überschreitet.

Einkommensteuer

Studierende sind wie alle anderen Arbeitnehmer/innen einkommensteuerpflichtig. Trotzdem dürfte sich keine Steuerbelastung ergeben. Wenn das Arbeitsentgelt (abzüglich insbesondere Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Vorsorge-Pauschale) unter dem Grundfreibetrag (2020: 9.408 Euro) bleibt, erhält man die gezahlte Einkommensteuer im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung im Folgejahr zurück.

Kranken- und Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung

Studierende zahlen keine (zusätzlichen) Beiträge, auch wenn die Beschäftigung länger als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr ausgeübt wird.

Achtung:

  • Alle Studierenden müssen grundsätzlich – unabhängig von ihrem Job – in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. Vor der Aufnahme einer Beschäftigung muss die Krankenkasse informiert werden.
  • Die Familienversicherung über die Eltern besteht nur bis zu einem Einkommen der Studierenden von monatlich maximal 455 Euro (Stand: 2020). Über den Einzelfall berät die Krankenkasse.

Rentenversicherung

Studierende sind versicherungsfrei, wenn das Beschäftigungsverhältnis auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist, das heißt, wenn sie also eine kurzfristige Beschäftigung ausüben.

Übrigens: Auch für eine Beschäftigung während der Semesterferien muss der gesetzlich festgelegte Mindestlohn gezahlt werden.

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