Jobben

Geringfügig entlohnte und kurzfristige Beschäftigungen

Die Regelungen für geringfügig entlohnte Beschäftigungen, auch 450-Euro-Jobs oder Minijobs genannt, und kurzfristige Beschäftigungen gelten für alle Arbeitnehmer/innen und damit auch für Studierende.

Diese Beschäftigungen können ausgeübt werden als:

  1. dauerhafte Jobs im gewerblichen Bereich mit maximal 450 Euro im Monat, geregelt in
    § 8 Absatz 1 Nr. 1 Sozialgesetzbuch - Viertes Buch (SGB IV)
    oder
  2. dauerhafte Jobs in Privathaushalten mit maximal 450 Euro im Monat, geregelt in
    § 8a SGB IV
    oder
  3. kurzfristige Beschäftigungen (zum Beispiel in der vorlesungsfreien Zeit), bei denen die Höhe des Einkommens keine Rolle spielt, geregelt in
    § 8 Absatz 1 Nr. 2 SGB IV

Bitte beachten:

  1. Die Einkommen aus mehreren Minijobs, die man parallel ausübt, werden zusammengerechnet. Ergibt die Summe mehr als 450 Euro je Monat, gelten die unten stehenden Ausführungen zu 1. und 2. nicht.
     
  2. Dem regelmäßigen Einkommen sind auch anteilig Sonderzahlungen hinzuzurechnen. Wer bei einem Monatseinkommen in Höhe von insgesamt regelmäßig nicht mehr als 450 Euro zum Beispiel Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld erhält, ist nicht mehr geringfügig beschäftigt. Auch dann gelten die folgenden Ausführungen nicht.

1. Geringfügig entlohnte Beschäftigung im gewerblichen Bereich

Regelfall: Studierende zahlen - wie alle anderen Arbeitnehmer/innen auch - keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, einen reduzierten Eigenanteil zur Rentenversicherung und regelmäßig keine Steuern. Der Arbeitgeber zahlt Pauschalabgaben an die Minijob-Zentrale.

a) Einkommensteuer

Studierende sind zwar grundsätzlich einkommensteuerpflichtig. Wenn der Arbeitgeber die Einkommensteuer inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer bei einem Minijob pauschal mit zwei Prozent übernimmt, zahlen die Studierenden keine Einkommensteuer.

b) Kranken- und Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung

Alle Studierenden müssen grundsätzlich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. In der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen sie lediglich einen Versicherungsbeitrag für Studierende, der einheitlich für alle gesetzlichen Krankenkassen gilt.

Studierende sind beitragsfrei familienversichert, wenn sie nicht älter als 24 Jahre sind. Ob diese Altersgrenze wegen Wehr- oder Freiwilligendienstes verschoben werden kann, entscheidet die Krankenkasse in jedem Einzelfall.
Die Familienversicherung ist vorrangig gegenüber einer eigenen, studentischen Krankenversicherung. Das gilt aber nur, wenn das monatliche Gesamteinkommen regelmäßig 455 Euro nicht übersteigt.

Der Arbeitgeber zahlt pauschal 13 Prozent für die Studierenden, die bereits in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, also einschließlich der Familienversicherten. Dieser Beitrag entfällt für Studierende, die privat krankenversichert sind.

Alle Studierenden zahlen keine Beiträge für die Pflege- und Arbeitslosenversicherung, erwerben allerdings auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Kurzarbeitergeld. Pauschale Beiträge für den Arbeitgeber fallen nicht an.

c) Rentenversicherung

Der Arbeitgeber zahlt einen Pauschalbeitrag von 15 Prozent, die Studierenden zahlen 3,6 Prozent in die Rentenversicherung. Das heißt: Von 450 Euro brutto werden 433,80 Euro im Monat ausbezahlt. Die Studierenden können aber jederzeit schriftlich beim Arbeitgeber beantragen, dass sie von der Versicherungspflicht befreit werden. Die Befreiung ist allerdings bis zum Ende der Beschäftigung bindend.

Hinweis: Bevor Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, sollten Sie sich von der Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung (kostenloses Servicetelefon 0800 1000 4800) beraten lassen. Mit relativ niedrigen eigenen Beiträgen können vollwertige Beschäftigungszeiten in der Rentenversicherung erworben werden. Die Befreiung kann nachteilig sein: Eine bereits erworbene Absicherung im Invaliditätsfall oder die Förderberechtigung der Riester-Rente können entfallen.

2. Geringfügig entlohnte Beschäftigung im Privathaushalt

Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung im Privathaushalt liegt vor, wenn diese durch einen privaten Haushalt begründet ist und sonst gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt wird (z. B. Wohnung reinigen; Wäsche bügeln).

Regelfall: Studierende zahlen keine Einkommensteuer, keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Pflegeversicherung, aber einen Eigenanteil von 13,6 Prozent zur Rentenversicherung. Der Arbeitgeber führt einen Pauschalbeitrag von jeweils fünf Prozent zur Krankenversicherung und zur Rentenversicherung an die Minijob-Zentrale ab (sonst wie oben unter Punkt 1).

Übrigens: Über das kostenlose Portal "Haushaltsjob-Börse" der Minijob-Zentrale kann man Stellenanzeigen für Tätigkeiten in Privathaushalten – etwa für die Unterstützung bei den alltäglichen Arbeiten in der Wohnung, bei der Gartenarbeit oder Betreuung von Kindern, Senioren oder Haustieren – finden oder aufgeben.

3. Kurzfristige Beschäftigung

Eine kurzfristige Beschäftigung darf maximal fünf Monate oder 115 Arbeitstage im Kalenderjahr dauern. Diese Dauer gilt wegen Covid-19 begrenzt vom 1. März bis 31. Oktober 2020 (siehe § 115 SGB IV).
Ab 1. November 2020 kann man eine kurzfristige Beschäftigung nur maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr ausüben.

Die Höhe des Einkommens aus einer solchen Beschäftigung spielt keine Rolle.

Die Beschäftigungsdauer muss allerdings

  • im Voraus vertraglich festgelegt oder
  • nach Art des Beschäftigungsverhältnisses begrenzt sein (z. B. Arbeit auf Messen oder Weihnachtsmärkten).

Hinweis: Neben einer kurzfristigen Beschäftigung ist eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (auch 450-Euro-Job oder Minijob genannt) möglich. Beide Beschäftigungen werden nicht zusammengerechnet.

Achtung:

  1. Mehrere aufeinanderfolgende kurzfristige Beschäftigungen werden innerhalb eines Kalenderjahres zusammengerechnet, und zwar unabhängig vom jeweiligen Arbeitgeber. Sobald bei Beginn einer neuen Beschäftigung die Zeitspanne von fünf Monaten oder 115 Arbeitstagen (gilt begrenzt bis zum 31.10.2020) überschritten werden, handelt es sich um eine versicherungspflichtige Beschäftigung. Wenn das monatliche Einkommen aus allen Beschäftigungen zusammen 450 Euro nicht übersteigt, gelten die Regelungen für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (siehe oben Punkt 1).
  2. Wenn eine kurzfristige Beschäftigung berufsmäßig ausübt wird, entfallen die sonst damit verbundenen sozialversicherungsrechtlichen Privilegien. Berufsmäßig bedeutet, eine Beschäftigung auszuüben, für die man eine Berufsausbildung abgeschlossen hat (z. B. Medizinstudentin ist Krankenschwester und arbeitet als solche im Krankenhaus).
  3. Werden bei einem Arbeitgeber mehrere Beschäftigungen parallel ausgeübt, gelten diese sozialversicherungsrechtlich als einheitliches Beschäftigungsverhältnis. Das gilt unabhängig davon, was im Arbeitsvertrag vereinbart sein sollte.

a) Einkommensteuer

Studierende sind für Einnahmen aus einer kurzfristigen Beschäftigung einkommensteuerpflichtig. Die Einkommensteuer kann entweder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (Höhe der Steuer abhängig von der Steuerklasse der Studierenden) oder unter bestimmten Voraussetzungen pauschal mit 25 Prozent (zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag) erhoben werden.

Hinweis: Wenn das Jahreseinkommen (abzüglich Arbeitnehmer-Pauschbetrag und Vorsorge-Pauschale) unter dem Grundfreibetrag (2020: 9.408 Euro) bleibt, erhält man über die Einkommensteuererklärung im Folgejahr die gezahlte Einkommensteuer zurück.

b) Kranken- und Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung

Alle Studierenden müssen grundsätzlich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. Studierende zahlen bei einer kurzfristigen Beschäftigung jedoch keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Achtung: Die Familienversicherung über die Eltern besteht nur bis zu einem Einkommen der Studierenden von monatlich maximal 455 Euro. Über den Einzelfall berät die Krankenkasse.

c) Rentenversicherung

Studierende sind versicherungsfrei.

Seitenmenü: 
0