Studieren mit Familie

FAQs für Studierende mit Kind

 

An meiner Hochschule läuft das Semester digital, auch Prüfungen finden statt. Angesichts geschlossener Kitas bzw. eingeschränkter Betreuung ist die Teilnahme schwierig. Was kann ich tun?

Seit der Aufnahme des digitalisierten Semesterbetriebes an den Hochschulen in 04/ 2020 stehen studierende Eltern aufgrund immer wieder stattfindender Notbetreuung sowie pandemiebedingter Einschränkungen der Betreuungsangebote in Kitas vor großen Herausforderungen. Die Kitas der Studenten- und Studierendenwerke unterliegen wie alle anderen Kitas seit Mitte März 2020 den Anweisungen der Länder zu Schließung der Einrichtungen und Notbetreuung sowie zum Übergang in einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Demnach durften und dürfen zumeist nur Eltern systemrelevanter Berufsgruppen und alleinerziehende Berufstätige von der Notbetreuung profitieren. Die Studenten- und Studierendenwerke setzen sich wie das DSW hier für eine stärkere Berücksichtigung der Kinder von studierenden Eltern ein.
Solange für Kinder studierender Eltern die (Not-)Betreuung nicht im gewohnten Umfang zur Verfügung steht, können Sie innerhalb Ihrer Hochschule (Fakultät/ Familienbüro/ Gleichstellungsbeauftragte) darauf aufmerksam machen, dass Sie nicht gleichberechtigt an den digitalen Lehrveranstaltungen/Prüfungen teilnehmen können und dort mögliche Ersatzleistungen/Nachteilsausgleiche erfragen. Den gesetzlichen Rahmen dafür, dass Studierende mit Kindern aufgrund der Umstellung des Lehrangebotes auf webbasierte Formen etc. nicht benachteiligt werden und einen eventuellen Nachteilsausgleich erhalten, bilden das Hochschulrahmengesetz des Bundes und die landesrechtlichen Hochschulgesetze.
 
 

Ich studiere in Teilzeit und arbeite 20 Stunden in der Woche. Da mein Kind häufiger krank und auch wegen der oft geschlossenen Kita nicht betreut ist, muss ich mit Einkommensausfällen rechnen. Welche Unterstützung gibt es von meiner Krankenkasse?   Änderungen beim Kinderkrankengeld zum 5. Januar 2021 (c) BMFSFJ

Befristet für das Jahr 2021 stehen jedem Elternteil 20 statt wie bisher 10 Kinderkrankentage pro Kind zur Verfügung (40 statt 20 Tage für Alleinerziehende). Bei mehreren Kindern hat jeder Elternteil insgesamt einen Anspruch auf maximal 45 Arbeitstage. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch auf maximal 90 Arbeitstage.
 
Neu ist zudem, dass ein Anspruch auch dann besteht, wenn das Kind nicht krank ist, sondern die Betreuung zu Hause stattfinden muss, weil aufgrund des Infektionsschutzgesetzes behördlich angeordnet wird, dass Kitas, Kindertagespflege und Schulen geschlossen werden oder dass es Schul- oder Betriebsferien gibt bzw. diese verlängert werden oder dass die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben wird. Auch wenn die Behörden den Zugang nur eingeschränkt haben oder empfehlen ein mögliches Betreuungsangebot nicht wahrzunehmen, können Kinderkrankentage genutzt werden.
 
Es sind auch Eltern anspruchsberechtigt, die im Homeoffice arbeiten könnten. Eltern mit geringfügig entlohnter Beschäftigung (sogenannter Minijob) sind in der gesetzlichen Krankenversicherung in der Regel nicht mit Anspruch auf Krankengeld versichert, sodass sie das Kinderkrankengeld nicht erhalten können.
 
Die Anträge für das Kinderkrankengeld sind von den Eltern bei der jeweiligen gesetzlichen Krankenkasse zu stellen. Bei Krankheit des Kindes muss der Krankenkasse ein ärztliches Attest vorgelegt werden. Bei Arbeitsausfall aufgrund von Kinderbetreuung wird ggf. eine Bescheinigung der Schule oder der Kita benötigt. Hier können die Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen oder Schulen die Musterbescheinigung des BMFSFJ als antragsergänzenden Nachweis ausfüllen. Über Fragen zu Kinderkrankentagen und zum Kinderkrankengeld informiert das BMFSFJ auf seiner Webseite.

 

Ich bin (alleinerziehender) Student und arbeite in Teilzeit. Dennoch ist das monatlich zur Verfügung stehende Geld sehr knapp. Welche finanziellen Erleichterungen gibt es im Jahr 2021 speziell für Familien?

Kinderbonus

Auch in 2021 wird ein einmaliger Kinderbonus in Höhe von 150 € für alle Kinder gezahlt, für die im Jahr 2021 für mindestens einen Kalendermonat Anspruch auf Kindergeld besteht.  Kinderbonus 2021 (c) BMFSFJ
Der Bonus soll für alle Kinder, für die im Mai 2021 Anspruch auf Kindergeld besteht, im Mai 2021 ausgezahlt werden. Für Kinder, für die zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt im Jahr 2021 Anspruch auf Kindergeld besteht, wird der Kinderbonus gegebenenfalls nach Mai ausgezahlt.
Der Kinderbonus wird in der Regel automatisch von der zuständigen Familienkasse ausgezahlt. Für im Jahr 2021 Neugeborene, für die bisher weder Kindergeld noch Kinderbonus festgesetzt und ausgezahlt wurden, genügt der Antrag auf Kindergeld.
Wie schon der Kinderbonus im vergangenen Jahr, wird der diesjährige Bonus nicht auf Sozialleistungen angerechnet.
Auf der Webseite des BMFSFJ finden sich Fragen und Antworten zum Kinderbonus.
 
Entlastung für Alleinerziehende
Um der besonderen Situation von Alleinerziehenden in der Corona-Pandemie Rechnung zu tragen, beträgt der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende, geregelt im § 24 b des Einkommenssteuergesetzes (EStG), auch in diesem Jahr 4008 Euro. Für jedes weitere Kind erhöht sich der Entlastungsbetrag um 240 Euro pro Kind.
Im Jahressteuergesetz 2020 (JStG 2020) vom 21. Dezember 2020 wurde die ursprünglich für die Jahre 2020 und 2021 vorgenommene Befristung der Erhöhung von 1908 Euro auf 4008 Euro aufgehoben.
 

Ich habe gehört, dass coronabedingt Änderungen beim Kinderzuschlag eingeführt wurden. Was heißt das genau und kommen diese für mich als Studierende mit Kind in Frage?

Der reguläre Kinderzuschlag (KiZ) wurde als Alternative zum Arbeitslosengeld II für Eltern eingeführt, die genug Geld aufbringen für ihre eigene Existenz, aber nicht ausreichend zur Absicherung des/der Kindes/Kinder. Der KiZ kann zusätzlich zum Kindergeld beantragt werden. Kinderzuschlag (c) BMFSFJ
Zur Abmilderung der Corona-Pandemie für Familien wurden in 2020 drei Anpassungen, befristet vom 01. April – 30. September 2020, vorgenommen und als Notfall-KiZ bezeichnet.
Davon ist aktuell noch die Regelung zur vorübergehend erleichterten Vermögensprüfung relevant, nach der Eltern keine Angaben zu ihrem Vermögen machen müssen, wenn sie kein erhebliches Vermögen haben. Das Gesetz zum Sozialschutz-Paket III wurde am 17. März 2021 verkündet und demnach gilt diese Regelung noch bis zum 31. Dezember 2021 fort.
Für studierende Eltern kann der Kinderzuschlag wie auch der Notfall-KiZ unter bestimmten Voraussetzungen in Frage kommen.
Informationen des BMFSFJ zum KiZ finden Sie hier.
 

Ich arbeite neben meinem Studium und bekomme im Herbst mein Kind. Ich habe von Änderungen beim Elterngeld im Rahmen der Pandemie gehört. Was hat es damit auf sich?

Im Mai 2020 wurden Anpassungen beim Elterngeld beschlossen, damit (werdenden) Eltern keine Nachteile beim Elterngeld entstehen:
  • Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind und an ihrem Arbeitsplatz dringend gebraucht werden, sollen ihre Elterngeldmonate aufschieben können.
  • Ebenso sollen Eltern den Partnerschaftsbonus – eine zusätzliche Leistung für Mütter und Väter, die gleichzeitig Teilzeit arbeiten und sich die Kindererziehung teilen – nicht verlieren, wenn sie aufgrund der Corona-Pandemie mehr oder weniger als geplant arbeiten.
  • Weiterhin sollen Eltern und werdende Eltern, die in der Pandemie von Einkommensverlusten betroffen sind, keinen Nachteil beim Bezug von Elterngeld haben. Gemeint ist hier, dass coronabedingtes Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld I das Elterngeld nicht reduzieren und auch bei späteren Berechnungen des Elterngeldes für ein weiteres Kind nicht mit einfließen.
Die Regelungen traten rückwirkend zum 01. März 2020 in Kraft und waren bis zum 31. Dezember 2020 befristet. Mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes vom 15. Februar 2021 wurden die Regelungen unter dem zweiten und dritten Punkt bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.  Die Verlängerung der Regelung unter Punkt 1 befindet sich noch in Prüfung.
 

Wenn die Kita meines Kindes coronabedingt geschlossen wird, kann ich meinen Minijob nicht ausüben. Was könnte als Ersatz für den Wegfall meines Lohnes in Frage kommen?

Erwerbstätige Sorgeberechtigte von Kindern bis zum 12. Lebensjahr oder behinderten Kindern haben nach § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz (IfSG) einen Anspruch auf Entschädigung für ihren Verdienstausfall, wenn Einrichtungen zur Betreuung von Kindern, Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen von der zuständigen Behörde zur Verhinderung der Verbreitung von Infektionen oder übertragbaren Krankheiten auf Grund des o.g. Gesetzes vorübergehend geschlossen werden oder deren Betreten, auch aufgrund einer Absonderung, untersagt wird, oder wenn von der zuständigen Behörde aus Gründen des Infektionsschutzes Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert werden, die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben oder der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wird oder eine behördliche Empfehlung vorliegt, vom Besuch einer Einrichtung zur Betreuung von Kindern, einer Schule oder einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen abzusehen.
 
Die Entschädigung beträgt 67 % des monatlichen Nettoverdienstes, höchstens jedoch 2.016,00 € monatlich für einen vollen Monat. Für jede erwerbstätige Person wird die Entschädigung für die Dauer der vom Deutschen Bundestag nach § 5 Absatz 1 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) festgestellten epidemischen Lage von nationaler Tragweite unabhängig von der Anzahl der Kinder für längstens zehn Wochen pro Jahr gewährt, für eine erwerbstätige Person, die ihr Kind allein beaufsichtigt, betreut oder pflegt, längstens für 20 Wochen pro Jahr. Auch geringfügig Beschäftigte können eine Entschädigung erhalten. Die Auszahlung übernimmt für Arbeitnehmer*innen der/ die Arbeitgeber*in, der/ die einen Erstattungsantrag bei der zuständigen Landesbehörde stellen kann.
 
Ein Anspruch auf Entschädigung besteht nicht:
  • wenn es eine andere zumutbare Betreuung für das Kind/ die Kinder gibt. Dabei sind der andere Elternteil, volljährige Geschwister, die Möglichkeit einer Notbetreuung, Freunde oder Verwandte zu berücksichtigen. Menschen, die einer Risikogruppe angehören, können nicht für die Betreuung herangezogen werden.
  • wenn Sie selbst oder das andere Elternteil im Homeoffice arbeiten, ebenso wenn die Arbeitszeit aufgrund von Kurzarbeit reduziert ist.
  • wenn noch Zeitguthaben und Vorjahresurlaubsansprüche bestehen. Der Urlaub des laufenden Jahres ist nicht heranzuziehen.
  • für Verdienstausfälle, die während der landesrechtlich festgelegten Schulferien entstehen.
Detailliertere Informationen können Sie den FAQ des Bundesministeriums für Gesundheit entnehmen.
 

Wen kann ich bei Fragen kontaktieren?

Wichtige Telefonnummern bei Problemen und Konflikten im Hause (c) BMFSFJ  Psychologische und soziale Beratungsangebote der Studenten- und Studierendenwerke unterstützen Studierende dabei, Herausforderungen ihrer Lebens- und Studiensituation zu bewältigen und tragen damit zu einem chancengleichen Studium bei.
Beratung für Studierende mit Familienaufgaben bzw. Sozialberatung finden Sie hier.  Psychologische Beratungsangebote finden Sie hier.
Coronabedingt wurden Präsenzberatungen teilweise ausgesetzt. Sie können die Beraterinnen und Berater aber telefonisch und per Mail erreichen.
Zudem unterstützen die Familienbüros der Hochschulen bei Fragen zur Studienorganisation.
Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen bietet auf seiner Webseite Hilfe und Beratung für Schwangere und Eltern mit Kindern bis zu 3 Jahren. Unter der Überschrift „Corona-Zeiten: Wo gibt es jetzt Beratung für Eltern“ finden Sie eine sehr umfängliche Übersicht an professionellen und ehrenamtlichen Beratungsmöglichkeiten für (werdende) Eltern per Telefon oder Online-Beratung.
 

Wie erkläre ich meinem Kind, was Corona ist, wie wir uns davor schützen und warum die Kita geschlossen ist?

Es ist nicht leicht für Kinder zu verstehen, warum sie schon seit Wochen nicht in die Kita gehen und auch nicht wie gewohnt mit ihren Freunden herumtollen können. Es ist auch nicht immer leicht, den wiederholten ‚Warum‘s zu begegnen. Hier finden Sie einige unterstützende Hinweise.
Das Studentenwerk im Saarland e.V. hat ein kindgerechtes Erklärbuch rund um das Thema Kitaschließung in der Corona-Zeit entwickelt, welches gegen eine kleine Spende bei der Kita-Leitung über [email protected] erworben erworben werden kann.
Die Stadt Wien hat ein Video entwickelt, in dem das Coronavirus einfach erklärt wird.
Auf der Webseite des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und Familie kann das Buch „Coronavirus – Ein Buch für Kinder“ kostenlos heruntergeladen werden. Das Buch wurde vom englischen Verlag Nosy Crow entwickelt und von Grüffelo-Schöpfer Axel Scheffler illustriert.
Die Wochenzeitung Die Zeit hat ein informationsreiches Corona-Kinderlexikon zusammengetragen.
 

Nun verbringen wir schon so lange unsere Zeit nur in der Familie, dafür ohne Kita und Freunde. Wo finde ich neue Anregungen für die Freizeitgestaltung?

Da sportliche Betätigung für alle gut ist und uns hilft gesund zu bleiben, produzierte Alba Berlin seit März 2020 tägliche Sportstunden für verschiedene Altersgruppen. Der Verein bringt auch weiterhin Bewegung, Spaß und Freude nach Hause! Nach dem großen Erfolg von "ALBAs täglicher Sportstunde" geht es nun weiter mit "Sport macht Spaß". Auf dem YouTube-Kanal gibt es jeweils Folgen für Kita und Grundschule. Das Mitmach-Sportprogramm für Kita- und Grundschulkinder ist ab 20. März 2021 auch bilingual in arabisch/deutsch und russisch/deutsch verfügbar.
Sportliche Anregungen geben auch die ca. 30 kurzen CLIPS FÜR KIDS, herausgegeben von der Landeshauptstadt Stuttgart, die einfache Bewegungsideen für zu Hause oder im Garten geben.
Der Familienservice der Hochschule Emden/ Leer bietet die Kinderinternetseite [email protected] an. Hier finden sich zahlreiche Basteltipps, Rezepte, Yogavideos und vieles mehr. Die Internetseite wird stetig erweitert, bspw. konnte in der letzten Adventszeit jeden Tag ein Kalendertürchen geöffnet werden.
Für Kinder ab 5 Jahren finden Sie auf ohrka.de Hörspiele, Geschichten und Märchen – insgesamt 150 Hörabenteuer.
Die Stiftung Lesen hat die Seite „(Vor-)Lesen, Spielen und Lernen in Zeiten von Corona“ eingerichtet und gibt Tipps zu Medien, Aktions- und Bastelideen, für digitale Vorlesegeschichten und Bücher zum Selbstlesen.
Wenn Ihnen langsam der Vorrat an Vorlesegeschichten ausgeht, hilft die Webseite „einfachvorlesen“ weiter. Hier wird Lesestoff für die Altersgruppen ab 3, 5 oder 7 Jahren zusammengestellt.
In der "digitalen Wuselstunde" werden zweimal am Tag spannende und vielfältige Geschichten aus Kinderbüchern vorgelesen. Um 11:00 Uhr können sich die 4-7-Jährigen auf‘s Zuhören freuen. Und um 15:00 Uhr sind dann Kinder im Alter von 7 – 10 Jahren an der Reihe.
Auf der Webseite „kinderstarkmachen“ werden Spiel- und Bastelideen für zu Hause und die gesamte Familie vorgestellt.
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