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Studienfinanzierung

Voraussetzungen für BAföG

Studierende haben einen Rechtsanspruch auf die Zahlung von BAföG, wenn alle Voraussetzungen erfüllt werden, die im Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) festgelegt sind.

Wer kann BAföG bekommen?
Welche Voraussetzungen müssen noch erfüllt werden?
Wie bestimmt sich die Höhe der BAföG-Förderung?
Was ist elternunabhängiges BAföG?
Wie lange wird die BAföG-Förderung gezahlt?
Wenn ich kein BAföG erhalte

Wer kann BAföG bekommen?

BAföG erhalten in der Regel deutsche Studierende und Praktikant/innen und unter bestimmten Voraussetzungen auch Schüler/innen und ausländische Auszubildende. Jedoch darf zu Beginn der Ausbildung das 30. Lebensjahr noch nicht vollendet sein. Davon gibt es einige Ausnahmen, wie beispielsweise für Studierende, die eigene Kinder erziehen. Wer vor Vollendung des 35. Lebensjahres ein Master-Studium beginnt, kann ebenfalls BAföG erhalten.

Achtung: Nach der Zwischenprüfung oder dem vierten Fachsemester muss dem Amt für Ausbildungsförderung ein Leistungsnachweis vorgelegt werden, um weiterhin nach dem BAföG gefördert zu werden.

Hinweis: Nach dem Abschluss eines Diplom-, Staatsexamens-, Magister- oder Masterstudienganges ist keine weitere BAföG-Förderung mehr möglich!

Welche Voraussetzungen müssen noch erfüllt werden?

Eine erste Ausbildung ist in der Regel förderungsfähig. Auch der zweite Bildungsweg und eine sich daran anschließende Ausbildung werden meistens gefördert. Ein Master-Studiengang ist förderungsfähig, wenn er auf einem Bachelor-Studiengang aufbaut. Zusatz-, Ergänzungs- und Zweitausbildungen werden nicht ohne Weiteres gefördert.

Auch beim Wechsel der Fachrichtung wird das neue Studium innerhalb der Regelstudienzeit gefördert. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Wechsel aus einem wichtigen Grund, beispielsweise einem ernsthaften Neigungswandel, und spätestens bis zum Beginn des vierten Fachsemesters erfolgt.

Hinweis: Bis zum Beginn des dritten Fachsemesters wird vermutet, dass ein wichtiger Grund vorliegt.

Die ersten drei Semester gelten als Orientierungsphase und werden für die Höchstdauer der Förderung des neuen Studiums nicht mitgezählt. Für einen mehrfachen Wechsel innerhalb der ersten drei Fachsemester muss für jeden Wechsel ein wichtiger Grund angegeben werden.

Achtung: Bei jedem Fachwechsel nach Überschreitung der Dreisemester-Grenze werden alle Semester angerechnet.

Ausnahme: Wenn der Fachwechsel aus einem unabweisbaren Grund zwingend war, beispielweise wegen Behinderung oder Krankheit, kann das neue Studium wie ein erstes Studium gefördert werden.

Wie bestimmt sich die Höhe der BAföG-Förderung?

Wie viel Geld gezahlt wird, hängt vom Einkommen und Vermögen des Studierenden selbst sowie vom Einkommen der Eltern oder des Ehegatten/Lebenspartners ab und variiert somit von Fall zu Fall. Nicht alle Studierenden erhalten den BAföG-Höchstsatz. Feste Einkommensgrenzen für eine Förderung existieren nicht.

Regelbedarfssatz

Der BAföG-Regelbedarfssatz (Grundbedarf und Bedarf für die Unterkunft) für Studierende, die nicht im Haushalt der Eltern wohnen, beträgt 597 Euro pro Monat und für Studierende, die bei den Eltern wohnen, 422 Euro pro Monat.

Einkommen der Eltern und Ehegatten/Lebenspartner

Vom Einkommen des Studierenden und der Eltern oder des Ehegatten/Lebenspartners werden unterschiedliche BAföG-Freibeträge abgezogen. Diese hängen vom Familienstand der Eltern, der Zahl der Geschwister und deren Ausbildungsart, von Unterhaltszahlungen der Großeltern und dergleichen ab.

Auf der Grundlage des Einkommensteuerbescheids der Eltern oder des Ehegatten/Lebenspartners aus dem vorletzten Kalenderjahr errechnen die Ämter für Ausbildungsförderung der Studentenwerke gerne vorab unverbindlich den voraussichtlichen BAföG-Förderungsbetrag. Bitte nehmen Sie hierzu den Einkommensteuerbescheid des vorletzten Jahres unbedingt mit.

Hinweis: Das Kindergeld wird nicht als Einkommen angerechnet.

Anrechnung des eigenen Einkommens

Die Höhe der BAföG-Förderung bleibt unverändert, wenn das Einkommen des Auszubildenden 4.880 Euro im Jahr nicht übersteigt.

Achtung: Auch bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung (einem sogenannten Minijob oder 450 Euro-Job) bleiben beim BAföG nur 400 Euro pro Monat anrechnungsfrei.

Anrechnung des eigenen Vermögens

Vom Vermögen der Studierenden - das elterliche Vermögen bleibt außer Acht - werden 5.200 Euro nicht auf den BAföG-Bedarf angerechnet (Vermögensfreibetrag). Dieser Betrag erhöht sich für verheiratete oder in eingetragener Lebenspartnerschaft verbundene Studierende sowie für Studierende mit Kindern für jede der genannten Personen jeweils um 1.800 Euro.

Der den Vermögensfreibetrag übersteigende Betrag wird durch die Zahl der Kalendermonate des Bewilligungszeitraums geteilt und der sich dann ergebende Betrag auf den monatlichen Bedarf angerechnet.

Kinderbetreuungszuschlag

BAföG-geförderte Studierende mit Kindern bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres können einen pauschalen Kinderbetreuungszuschlag als Zuschuss erhalten, der nicht auf Sozialleistungen angerechnet wird. Dieser beträgt für das erste Kind monatlich 113 Euro und für jedes weitere Kind 85 Euro.

Versicherung

Sofern die Studierenden eigene Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen, erhalten sie monatlich Zuschläge in Höhe von 62 Euro für die Krankenversicherung und 11 Euro für die Pflegeversicherung.

Was ist elternunabhängiges BAföG?

Unabhängig vom Einkommen der Eltern oder der Ehegatten/Lebenspartner kann in der Regel BAföG erhalten, wer

  • nach dem 18. Lebensjahr fünf Jahre
    oder
  • nach einer 3-jährigen Ausbildung drei Jahre (bei kürzerer Ausbildungszeit entsprechend längere Berufstätigkeit) erwerbstätig war
    und
  • sich durch die Berufstätigkeit selbstständig finanzieren konnte.

Wie lange wird die BAföG-Förderung gezahlt?

Die maximale Zeitspanne - Förderungshöchstdauer genannt - richtet sich nach der Regelstudienzeit, die in der Studien- oder Prüfungsordnung des jeweiligen Studienfachs festgelegt ist. Sie besteht unabhängig davon, ob man tatsächlich während der gesamten Studienzeit BAföG erhalten hat. Wer also ein oder mehrere Semester ohne BAföG-Förderung studiert, wird hinterher nicht länger gefördert.

Ausnahmeregelung

Die Förderungshöchstdauer kann überschritten werden, wenn sich das Studium zum Beispiel wegen Krankheit, Tätigkeit in einem Hochschulgremium, Behinderung, Pflege und Erziehung eines Kindes oder erstmaligen Nichtbestehens des Examens verlängert.

Wenn ich kein BAföG erhalte?

Neben der Förderung nach dem BAföG gibt es eine Vielzahl von Institutionen und Stiftungen, die Stipendien vergeben. Informieren Sie sich über die Wege und Chancen, ein Stipendium zu erhalten! Die Stipendiendatenbank des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gibt einen guten Überblick.

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BAföG-Bedarfssätze, PDF (64.4 KB)