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BAföG Nachteilsausgleiche

BAföG-Darlehen: Rückzahlungsmodalitäten

Wer BAföG erhalten hat, muss nach Ende des Studiums den Darlehensanteil zurückzahlen. Für Absolvent/innen mit Beeinträchtigungen gibt es Möglichkeiten, sich von der Rückzahlung für einen gewissen Zeitraum freistellen zu lassen.

Ehemalige BAföG-Empfänger/innen müssen damit rechnen, dass fünf Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer die Rückzahlung der Darlehenssumme beginnt.

Freistellungsmöglichkeit bei Behinderung

Hochschulabsolvent/innen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten, deren Berufseinstieg manchmal erschwert ist, können bei der Rückzahlung von Nachteilsausgleichen profitieren. 

  • Sie können einen Zahlungsaufschub beantragen, wenn ihr Einkommen bestimmte monatliche Sätze nicht übersteigt (§ 18a Absatz 1 BAföG) oder die BAföG-Förderung noch nicht beendet ist.
  • Außerdem können sie die Berücksichtigung behinderungsbedingter erhöhter Aufwendungen als zusätzlichen Härtefreibetrag geltend machen (entsprechend § 33b des Einkommenssteuergesetzes). Dadurch erhöht sich der Freibetrag, bis zu dem man von der Rückzahlung freigestellt werden kann. Der Freistellungszeitraum liegt in der Regel bei einem Jahr und kann für maximal vier Monate auch rückwirkend beantragt werden.

Wichtig: Die Freistellung führt nicht zu einem Erlass der Darlehensschuld, sondern ist mit einer zinslosen Stundung zu vergleichen.

Härtefallsituationen

Ansprüche des Staates können gestundet, erlassen oder niedergeschlagen werden, wenn eine besondere Härte vorliegt (§ 59 Bundeshaushaltsordnung (BHO) ). Bei der Prüfung wird nicht nur das tatsächliche Einkommen, sondern auch das tatsächliche Vermögen berücksichtigt.

Sonderregelungen für verzinsliche Bankdarlehen

Für die Rückzahlung der verzinslichen Bankdarlehen, beispielsweise der "Hilfe zum Studienabschluss", gelten gesonderten Regelungen (§ 18c BAföG, insbesondere Absatz 6).