Studienfianzierung

Werkstudenten

Wenn das Studium vor dem Job den Vorrang behält, können Studierende von einigen Sozialversicherungsbeiträgen befreit werden und dadurch Geld sparen.

Zuerst prüft der Arbeitgeber, ob schon deshalb Sozialversicherungsfreiheit besteht, weil Studierdende eine kurzfristige Beschäftigung ausüben wollen (gemäß § 8 Absatz 1 Nr. 2 und § 115 Sozialgesetzbuch - Viertes Buch). Eine solche Beschäftigung darf im Kalenderjahr maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage dauern.

Wollen Studierende dagegen neben ihrem (Vollzeit-)Studium dauerhaft jobben, ist ihre Tätigkeit nur dann sozialversicherungsfrei (= sogenanntes Werkstudentenprivileg), wenn ihr Studium die Hauptsache und die Beschäftigung die Nebensache bleibt. Bewertet wird das durch die 20-Stunden-Regel.

Wenn Studierende in der Woche nicht mehr als 20 Stunden arbeiten, zahlen sie (und der Arbeitgeber) keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie gar keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Die Höhe des monatlichen Einkommens spielt keine Rolle. Beiträge zur Rentenversicherung müssen allerdings gezahlt werden.

Hinweis: Durch die Beschäftigung als Werkstudent/in wird kein Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben. Werkstudenten erhalten deshalb auch kein Kurzarbeitergeld. Außerdem endet ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit nach maximal sechs Wochen. Danach zahlt die gesetzliche Krankenversicherung kein Krankengeld.

ACHTUNG: Alle Studierenden müssen – unabhängig von ihrem Job – in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. Innerhalb von sechs Wochen nach dem ersten Arbeitstag meldet der Arbeitgeber neue studentische Mitarbeiter/innen bei der Krankenkasse an, bei der die Studierenden versichert sind. Vor Aufnahme jeglicher Beschäftigung muss die Krankenkasse informiert werden.

Die Familienversicherung über die Eltern bleibt nur bestehen bei einem monatlichen Einkommen von maximal 470 Euro (Stand: 2021). Über den Einzelfall berät die Krankenkasse.

Das Bundesurlaubsgesetz gilt auch für Werkstudentinnen und Werkstudenten!

Folgende Paragrafen bilden die gesetzliche Grundlage für die Werkstudentenregelung:

  • § 27 Absatz 4 Satz 1 Nummer 2 Sozialgesetzbuch - Drittes Buch
  • § 6 Absatz 1 Nummer 3 Sozialgesetzbuch - Fünftes Buch
  • § 1 Absatz 2 Satz 1 Sozialgesetzbuch - Elftes Buch
  • § 10 Absatz 1 Nummer 5 Sozialgesetzbuch - Fünftes Buch
  • § 20 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 Sozialgesetzbuch - Elftes Buch

20-Stunden-Regel

Die Werkstudentenregelung gilt nur für Studierende, die während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Nur dann steht das Studium gegenüber dem Job im Vordergrund. Entschieden wurde das im Urteil des Bundessozialgerichts vom 11.11.2003 - B 12 KR 24/03 R.

ACHTUNG: Mehrere, parallel ausgeübte Beschäftigungen zum Beispiel bei unterschiedlichen Arbeitgebern - auch kurzfristige Beschäftigungen und Minijobs - sowie als Selbstständige/r oder Ehrenamtliche/r werden zeitlich zusammengerechnet!

Hinweis: Die Hochschulausbildung im Sinne des "Werkstudentenprivilegs" endet mit Ablauf des Monats, in dem Studierende offiziell schriftlich über das Gesamtergebnis der Prüfungsleistung informiert werden. Danach ist das Kriterium "ordentliche Studierende" - auch bei fortbestehender Immatrikulation - nicht mehr erfüllt. Studierende werden dann wie reguläre Arbeitnehmer/innen sozialversicherungspflichtig. 

Ausnahmen von der 20-Stunden-Regel

Die 20-Stunden-Grenze kann überschritten werden:

  1. Während der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) oder
  2. Wenn man überwiegend während der Abend- und Nachtstunden oder am Wochenende arbeitet, und zwar nicht länger als insgesamt 26 Wochen oder 182 Kalendertage im Laufe von 12 Monaten (nicht: während eines Kalenderjahres).
    Voraussetzung bleibt, dass das Studium gegenüber dem Job im Vordergrund steht! WICHTIG: Nur die Krankenkassen entscheiden, ob diese Ausnahme gilt.

Einkommensteuer

Werkstudenten und Werkstudentinnen sind einkommensteuerpflichtig. Trotzdem dürfte sich im Regelfall keine Steuerbelastung ergeben. Wenn das Arbeitsentgelt (abzüglich insbesondere Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Vorsorge-Pauschale) den Grundfreibetrag (2021: 9.744 Euro) nicht übersteigt, kann man die gezahlte Einkommensteuer im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung im Folgejahr zurückerhalten.

Keine Werkstudenten

Sozialversicherungspflichtig sind Studierende, die

  • während eines Urlaubssemesters oder
  • neben einem Teilzeitstudium, das die Hälfte oder weniger als die Hälfte der Zeit eines Vollzeitstudiums ausmacht, oder
  • neben einem Promotionsstudium oder
  • als Teilnehmer/innen an dualen Studiengängen

eine Beschäftigung aufnehmen.

Dasselbe gilt für diejenigen, die nach einem Hochschulabschluss eine Beschäftigung aufnehmen und daneben ein Zusatzstudium in der gleichen Fachrichtung oder ein Ergänzungsstudium absolvieren, das lediglich der beruflichen Weiterbildung oder Spezialisierung dient.

ABER: Wer ein (Vollzeit-)Zweitstudium in einer anderen Fachrichtung oder ein (Vollzeit-)Masterstudium aufnimmt, kann als Werkstudent/in arbeiten.

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