IBS Newsletter vom 21. Juli

Tipps und Informationen Nr. 7 / 2015

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

DSW nimmt Stellung zum Änderungsentwurf des hessischen Hochschulgesetzes

In seiner Stellungnahme fordert das DSW, das Amt eines/einer Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten im hessischen Hochschulgesetz zu verankern. Ebenso soll gesetzlich verankert werden, dass neben Studierenden auch Studienbewerber_innen sowie Promovierende mit Behinderungen Anspruch auf Nachteilsausgleich beim Studienzugang, in Zulassungsverfahren, bei der Studienorganisation und in Prüfungen haben.

Ergebnisse der IBS Umfrage zu Fortbildung im Bereich barrierefreie Hochschullehre

Im Februar 2015 bat die IBS die Beauftragten für Studierende mit Behinderungen / chronischen Krankheiten der Hochschulen um Auskunft über vorhandene oder geplante Fortbildungen im Bereich barrierefreie Hochschullehre. Die Ergebnisse der Umfrage sind nun als Publikation auf den Webseiten der IBS abrufbar.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Kölner Arbeitskreis "Studieren mit Psychischen Belastungen und Erkrankungen"

Erstmalig tagte in Köln der Arbeitskreis "Studieren mit Psychischen Belastungen und Erkrankungen". In ihm arbeiten das Kölner Studierendenwerk und sechs Kölner Hochschulen mit. Das Ziel ist es, Konzepte zur Inklusion von Studierenden mit psychischen Belastungen und Erkrankungen zu erarbeiten. Initiiert wurde das Treffen vom Arbeitskreis "Studieren mit psychischen Erkrankungen" der Universität zu Köln.

Aus den Bundesländern

Baden-Württemberg beschließt Aktionsplan zur Umsetzung UN-BRK

Der Aktionsplan benennt in einem eigenständigen Kapitel zum Thema Hochschulen Maßnahmen, die die Landesregierung zur Verbesserung der Situation Studierender mit Behinderungen plant. Die Umsetzung des Aktionsplans wird durch das Sozialministerium koordiniert. Nach fünf Jahren soll der Aktionsplan durch ein externes, unabhängiges Forschungsinstitut evaluiert werden. Eine öffentliche Vorstellung des Aktionsplans ist im Rahmen eines Landesinklusionstages für den 26. Oktober geplant. Mit Baden-Württemberg verfolgen nun 13 Bundesländer einen Landesaktionsplan.

Aus Politik und Verwaltung

Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Bundesteilhabegesetz veröffentlicht

Die AG Bundesteilhabegesetz tagte von 10. Juli 2014 bis zum 14. April 2015. In den 9 Sitzungen wurden die Reformthemen und -ziele besprochen. Jetzt hat das BMAS den Abschlussbericht zur Tätigkeit der AG vorgelegt. Teil 1 des Berichtes fasst themenbezogen die Handlungsbedarfe sowie die Diskussionsergebnisse zusammen, Teil B enthält alle Dokumente der Arbeit der AG. Im Bereich Hochschule gibt es keine eindeutige Positionierung der AG. Dementsprechend gibt der Bericht die verschiedenen Positionen der AG Teilnehmer wie KMK, Sozialleistungsträger und Behindertenverbände wieder. 

Aus Verbänden und Institutionen

Stellungnahmen des DVBS zur Novellierung des Hochschulgesetzes in Hessen und in Schleswig-Holstein

Der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) fordert in seinen Stellungnahmen den in der UN-BRK festgeschriebenen Abbau von Inklusionsbarrieren voranzutreiben und insbesondere das Amt einer oder eines Beauftragten für die Belange von Studierenden mit Behinderung (oder chronischer Krankheit) zu verankern. Dieses Amt sollte angemessen mit personellen und sächlichen Ressourcen ausgestattet werden.

Publikationen

Situation Studierender mit Behinderung in Kalifornien und Hamburg

Der Artikel legt die Ergebnisse einer 2013 erfolgten Befragung von Studierenden in Hamburg, San Francisco und Berkeley dar. Die Studierenden sollten Auskunft darüber geben, wie sie das Thema Studium und Behinderung an ihrer Hochschule wahrnehmen. Dabei ging es um sechs Themengebiete: geschätzte Anzahl Studierender mit Behinderung, Wahrnehmung von Beeinträchtigungsarten, Bekanntheit von Beratungsangeboten, Beispiele für Nachteilsausgleiche und für Barrieren sowie Einschätzung der eigenen Hochschule.

  • Peschke, Susanne (2015): Situation Studierender mit Behinderung in Kalifornien und Hamburg. Ergebnisse einer Befragung im Rahmen einer Studienreise im September 2013. Zeitschrift für Heilpädagogik 7/2015, S. 345-355

Studieren mit nicht-sichtbaren Behinderungen und die Umsetzung von Nachteilsausgleichen bei Legasthenikern in Deutschland

Der Artikel bespricht den rechtlichen Rahmen und die Umsetzung von Nachteilsausgleichen an der Universität Würzburg bei Vorliegen einer Legasthenie.

  • Ohlenforst Sandra (2014b): Studieren mit nicht-sichtbaren Behinderungen und die Umsetzung von Nachteilsausgleichen bei Legasthenikern in Deutschland. In: Schulte-Körne Gerd (Hrsg.): Legasthenie und Dyskalkulie: Neue Methoden zur Diagnostik und Förderung, Bochum 2014, Verlag Dr. Winkler

Stipendien und Praktika

Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst „weltwärts alle inklusive“

Das Programm "weltwärts alle inklusive!" ermöglicht Menschen mit Behinderungen zwischen 18 und 28 Jahren nach der Schule oder nach dem Studium einen Auslandsaufenthalt in einem Projekt in Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa. Die Dauer des Aufenthaltes liegt zwischen 6 und 24 Monaten. Interessierte können sich aktuell für Sommer 2016 bewerben.

Studium und Behinderung in den Medien

BR Campusmagazin produziert mehrere Beiträge zu Studium und Behinderung

Das BR Campusmagazin hat sich des Themas Studium und Behinderung in vier Beiträgen angenommen. Der Hörbeitrag "Inklusion an Hochschulen" beginnt mit den Fragen: Wie sind die Unis eingestellt und was könnte man besser machen? Darauf aufbauend berichten drei Studentinnen der LMU München aus ihrem Unialltag.

Main-Echo: Wenn die Seele "Hilfe" schreit

Der Artikel stellt das Angebot der Kontakt- und Informationsstelle (KIS) für Studierende mit Beeinträchtigungen der Universität Würzbrug vor. 

FAZ: Studium + X

Die Interviewreihe "Studium +" stellt fünf Studierende vor, die besondere Herausforderungen meistern. Darunter auch Studierende mit Legasthenie und MS.

campus_d: Alles nach Plan

Das Campusmagazin der Hochschule Darmstadt berichtet über Lukas Thelen, einem Autisten, der an der Hochschule Animation&Game studiert.

Termine

Seminar: Smartes Auftreten mit Seheinschränkung, Literatur und Medien 2.0

Termin: 4. September 2015
Ort: Kassel
Zielgruppe: blinde und sehbehinderte Studierende
Veranstalter: Fachgruppe Studium und Ausbildung des DVBS

Zugänglichkeit von elektronischen Medien wie E-Books, E-Paper und der Onleihe, Vorteile von Smartphones sowie rechtliche Besonderheiten im Masterstudium und Förderung von Auslandsaufenthalten für blinde und sehbehinderte Studenten und sind einige der Themen des Seminars. Es wird ein Teilnahmebetrag von 40 Euro erhoben.

Psychische Erkrankung bei Studierenden- wie erkenne ich sie und wie gehe ich damit um?

Termin: 24. September 2015
Ort: Würzburg
Zielgruppe: Lehrende und Mitarbeiter_innen der Verwaltungen bundesweit
Veranstalter: Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung (KIS) Würzburg

Das Tagesseminar vermittelt Grundkenntnisse über die wichtigsten psychischen Erkrankungen, ihre Hintergründe und Erscheinungsformen. Die Teilnehmenden erhalten Anregungen zu folgenden Themen: Aufbau einer konstruktiven Gesprächsführung; Erarbeiten von Zielsetzungen, die den  betroffenen Studierenden in seiner Eigenverantwortung erreichen; Erkennen und respektieren der eigenen Grenzen; Kenntnisse von externen Hilfsangeboten für psychisch kranke Studierende;
Reflexion der eigenen Haltung.

Leadership-Skills? Ohne geht's nicht!

Termin: 5. bis 8. Oktober 2015
Ort: Leipzig, Frankfurt, Stuttgart
Zielgruppe: fortgeschrittene Bachelor- oder Master-Studierende aller Fachrichtungen bundesweit
Veranstalter: Common Purpose Deutschland in Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Das Programm zum Berufseinstieg richtet sich explizit auch an Studierende mit Behinderungen. Laut Ankündigung  treffen die Studierenden Führungskräfte aus der Wirtschaft, dem öffentlichen und sozialen Sektor sowie der Kultur, sie erfahren, welche Fähigkeiten im Job erwartet werden, probieren sich als Berater und trainieren intersektorales Teambuilding. DieTeilnahmegebühr beträgt 30 Euro.

21.07.2015