IBS Newsletter vom 23. Juni 2015

Tipps und Informationen Nr. 6 / 2015

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Vorankündigung: IBS-Qualifizierungsseminare "Kompetent beraten" und "Nachteilsausgleiche für das Studium"

Die Daten für die nächsten Qualifizierungsseminare der IBS stehen fest: Am 3. und 4. Dezember 2015 findet das Qualifizierungsseminar "Kompetent beraten" in Weimar statt. Am 21. und 22. Januar 2016 folgt das Qualifizierungsseminar "Nachteilsausgleichsregelungen für das Studium" in Essen.

Veranstaltungsrückblick: Nachteilsausgleichsregelungen für das Studium

Im April 2015 veranstaltete die IBS ein Qualifizierungsseminar für Berater_innen und Beauftragte für  Studierende mit Behinderungen /chronischen Krankheiten. Die Referentinnen Dr. Maike Gattermann-Kasper und Susanne Peschke haben die Vorträge und Workshops ausführlich dokumentiert. Das Material steht nun auf den Webseiten der IBS zum Nachlesen bereit.

Stellungnahme des DSW zum Gesetzentwurf zur Änderung des Hochschulgesetzes Niedersachsen

Das DSW fordert in seiner Stellungnahme das Amt der/des Beauftragten für Studierende mit Behinderungen gesetzlich konkreter auszugestalten. Zugleich fordert es, den Hochschulzugang diskriminierungsfrei auszugestalten und rechtliche Regelungslücken durch die Verankerung angemessener Nachteilsausgleiche beim Hochschulzugang, im Studium und bei Prüfungen zu schließen.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Universität Siegen: Studienabschlussunterstützung für Studierende mit Behinderungen

Auf Initiative des Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und des AStA gibt es an der Uni Siegen für Studierende mit Behinderungen eine Studienabschlussunterstützung in Form eines Coachings. Dadurch sollen Studienabbrüche von Studierenden verhindert werden, die in ihrem Studium bereits weit fortgeschritten sind. Finanziert wird das Projekt aus Qualitätsverbesserungsmitteln. 24.000 Euro stehen jährlich zur Verfügung. Bislang konnten acht Studierende von diesem Angebot profitieren.

Hochschule Bochum: Projektarbeit für mehr Barrierefreiheit

Im Fachbereich Wirtschaft der Universität Bochum geht es um mehr Barrierefreiheit am Campus und im Stadtgebiet. Gegenwärtig erstellen Wirtschaftsstudierende gemeinsam mit Mitarbeitern des Fachbereichs Geodäsie einen mobilen, interaktiven und barrierefreien Service zur Orientierung, der als App z.B. auf Laptops und Mobiltelefonen eingesetzt werden kann. Der Behindertenbeauftragte Professor Dieter Rüth unterstützt das Projekt.

Studentenwerk Oldenburg: Tutor_innen für Erstsemester mit Behinderung

Ab Wintersemester 2015 übernehmen an der Universität Oldenburg studentische Tutor_innen aus dem Fachbereich Sonderpädagogik eine Orientierungs- und Organisationshilfe für Erstsemester, die aufgrund einer Behinderung / chronischen Erkrankung Unterstützungsbedarf in den ersten Wochen haben. Studierende aller Fachbereiche sind angesprochen. Die Tutor_innen ersetzen jedoch nicht eine persönliche Assistenz oder pflegerische Hilfe.

Aus den Bundesländern

Berlin: Konkretisierung der behindertenpolitischen Leitlinien

Der Berliner Senat hat seine "Behindertenpolitischen Leitlinien zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention" von 2011 konkretisiert. Diese sehen nun vor, dass in den Hochschulverträgen Regelungen zur Inklusion festgeschrieben, die Mittel für die Integrationshilfen bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden und Menschen mit Behinderung der Hochschulzugang erleichtert werden soll. 

Bremen: Landesaktionsplan vorgelegt

Bremen hat seit November 2014 einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Darin ist u.a. vorgesehen, dass das Thema Inklusion in die Zielvereinbarungen zwischen Land und Hochschulen aufgenommen und die hochschul- sowie zulassungsrechtlichen Regelungen an die rechtlichen Erfordernisse der UN-BRK angepasst werden sollen. Zugleich sollen die Übergänge zu Beginn und Ende des Studiums verbessert werden. 

Aus Politik und Verwaltung

Bundesregierung kündigt best2 an

In einer Kleinen Anfrage erkundigten sich die Abgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen nach den Leistungen der Bundesregierung für Studierende mit Behinderungen. In ihrer Antwort kündigt die Bundesregierung an, erneut eine Studierendenbefragung "beeinträchtigt studieren" zu fördern. "best2" soll in der zweiten Hälfte der Legislaturperiode aktuelle Daten zur Lage behinderter Studierender an deutschen Hochschulen zur Verfügung stellen. 

Verschiedenes

Neue DIN Norm veröffentlicht

Im Januar 2015 wurde die DIN 32986 „Taktile Schriften und Beschriftungen – Anforderungen an die Darstellung und Anbringung von Braille- und erhabener Profilschrift“ veröffentlicht. Die Anwendung der DIN 32986 bezieht sich sowohl auf Außen- als auch auf Innenbereiche des öffentlichen Raums. Eine Schriftart, die den Anforderungen der DIN 32986 entspricht, wurde vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) in Auftrag gegeben. Die Schrift ist gegen eine Schutzgebühr von 20,00 € beim DBSV erhältlich.

Studium und Behinderung in den Medien

Bremer Uni-Schlüssel: "Raus aus der Betroffenheitsecke"

Ansprechpersonen der Universität für Studierende mit Behinderungen / chronischen Krankheiten berichten von ihrer Arbeit. Ein Thema ist die Umsetzung des vom Akademischen Senat beschlossenen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-BRK.

SignatUR: Inklusion: "Eine Hochschule für Alle"

Der Artikel stellt die vielfältigen Maßnahmen vor, die die Universität bereits zur Verbesserung der Situation der Studierenden mit Behinderungen / chronischen Krankheiten ergriffen hat. Diese betreffen die Barrierefreiheit von Gebäuden und des Webauftrittes ebenso wie den Ausbau des Beratungsangebotes, die Angebote der Bibliothek, des Sportzentrums oder des Zentrums für Sprache und Kommunikation.

Süddeutsche: Ich denke bis heute manchmal: Ich bin dumm

Der Artikel beschäftigt sich mit Nachteilsausgleichen bei Vorliegen einer Legasthenie - und den Schwierigkeiten, die Studierende mit einer Legasthenie haben, Nachteilsausgleiche zu erhalten.

Süddeutsche: Ich habe eine große Schreibhemmung

Tiemo Grimm ist Professor für Humangenetik - und er ist Legastheniker. Im Artikel spricht er  über seine wissenschaftliche Karriere trotz Legasthenie.

horus: Zeitenwende - vom Leben nach der blista

Ein Absolvent der blista berichtet über sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Würzburg. 

23.06.2015