IBS Newsletter vom 26. Mai 2017

Tipps und Informationen Nr. 5 / 2015

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Bitte Vormerken: IBS-Fachtagung zu barrierefreier Hochschullehre

Am 4. und 5. November 2015 veranstaltet die IBS eine Fachtagung zum Thema "Barrierefreie Hochschullehre". Die Tagung soll zur Klärung der Anforderungen an eine barrierefreie Hochschullehre beitragen, Beispiele guter Praxis sichtbar machen sowie Forschungs- und Handlungsbedarfe aufzeigen. Sie richtet sich an Beauftragte der Studierenden mit Behinderungen, Mitarbeiter_innen hochschuldidaktischer Einrichtungen, Verbände und Forschende im Bereich der Hochschuldidaktik.

Stellungnahme des DSW zum Gesetzentwurf zur Änderung des Hochschulgesetzes in Schleswig-Holstein

Am 10. März 2015 legte die Landesregierung Schleswig-Holstein den Entwurf eines „Gesetzes zur Änderung des Hochschulgesetzes und anderer hochschulrechtlicher Vorschriften“ vor. Das DSW fordert in seiner Stellungnahme, das Amt der/des Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten eigenständig gesetzlich zu verankern. Zugleich fordert es, rechtliche Regelungslücken durch die Verankerung angemessener Nachteilsausgleiche beim Studienzugang, bei der Studienorganisation und in Prüfungssituationen zu schließen.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Studentenwerk München: Chancengleichheit und Inklusion sind strategische Ziele

Das Studentenwerk München hat strategische Leitlinien für die Zeit bis 2025 verabschiedet. Inklusion spielt darin eine große Rolle. Im Einzelnen geht es um mehr Barrierefreiheit sowie behindertengerechtes Wohnen, um Unterstützung für körperbehinderte Studierende bei der Suche nach geeigneten Assistenzen und um bedarfsorientierte Beratungsangebote. Um die Infrastruktur für eine inklusive Hochschule weiter voranzubringen will das Studentenwerk auch die Zusammenarbeit mit den Hochschulen verstärken.

Uni Bremen: Veranstaltungsreihe

Mit insgesamt 6 Veranstaltungen wollen KIS und die AG Handicap der Uni Bremen Studierenden die Möglichkeit zum Austausch über den Umgang mit ihren Behinderungen oder Erkrankungen im Studium geben. Begonnen wurde mit der Veranstaltungsreihe im April. Die Veranstaltungen im Juni richten sich an Studierende mit Multipler Sklerose oder chronischen Schmerzen. Eine weitere Veranstaltung findet zum Thema "Mit oder ohne? Der Behindertenausweis" statt. 

Uni Würzburg: Fotoausstellung für Barrierefreiheit im Kopf

Gegenwärtig wird an verschiedenen Standorten der Uni Würzburg die Fotoausstellung "Sport und Behinderung" gezeigt. Mit kraftvollen Portraits von Paralympics-Teilnehmern soll für das Thema Inklusion sensibilisiert werden. Mitorganisator der Ausstellung: KIS, die Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung.

Uni München: Veranstaltung zum Berufseinstieg

Das Team der Behindertenberatung der Uni München bietet in diesem Semester zum zweiten Mal einen Workshop zum Thema "Berufseinstieg meistern! - Informationen für schwerbehinderte und chronisch kranke Studierende/Absolventen" an. Der Workshop findet in Zusammenarbeit mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit statt. Die Teilnehmenden erhalten Informationen über die aktuelle Arbeitsmarktsituation, die Fördermöglichkeiten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie Tipps für Bewerbungen.  

Uni Dortmund: Absolvierendentag

DoBuS organisiert auch in diesem Jahr für behinderte und chronisch kranke Studierende in der Studienabschlussphase einen Absolvierendentag. Vertreter_innen der Arbeitsverwaltung sowie Berufseinsteiger_innen mit Behinderung bzw. chronischer Krankheit informieren über Unterstützungsmöglichkeiten und Herausforderungen rund um den Berufseinstieg nach erfolgreichem Studienabschluss.

Hochschule Ludwigsburg: Braille-Beschriftung aller Räume

Die Evangelische Hochschule Ludwigsburg hat die Braille-Beschriftung aller Türschilder komplettiert. Seminarräume sowie Namen und Funktionen von Professor_innen und Mitarbeitenden können nun auf den Türschildern ertastet werden.

Aus den Bundesländern

Bremen: Normprüfung des Hochschulgesetzes beschlossen

Der Bremer Senat verpflichtete sich, im Vorfeld der nächsten Novelle des Hochschulgesetzes zu prüfen, ob das bremische Hochschulrecht mit der UN-Behindertenrechtskonvention übereinstimmt oder sich daraus ein Anpassungsbedarf ergibt. Zugleich sagte der Senat zu, im Kontext der Reform des Hochschulzulassungsrechts die Einführung einer Härtequote für Master-Studiengänge zu prüfen.

Aus Politik und Verwaltung

Bundestag: Anhörung zur sozialen Lage der Studierenden

Der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages führte am 20. Mai 2015 ein öffentliches Fachgespräch zum Thema "Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden" durch. In ihrer Stellungnahme zu dieser Anhörung betonte die HRK, dass es ihr "ein besonderes Anliegen ... ist, die Studienbedingungen für Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung zu verbessern." Sie forderte, im Rahmen der Reform der Eingliederungshilfe eine bundesweite und -einheitliche Regelung für die Finanzierung der behinderungsbedingten Mehrbedarfe der Studierenden zu finden. Die GEW betonte in ihrer Stellungnahme die Notwendigkeit, das Thema "Studieren mit Behinderung" flächendeckend in den hochschuldidaktischen Qualifizierungen der Lehrenden zu verankern. 

Aus Verbänden und Institutionen

Konferenz der Thüringer Studierendenschaften: Bei Krankheit muss Attest reichen 

Thüringer Studierendenvertreter kritisieren die Praxis der Universitäten in ihrem Land, bei einer Krankschreibung neben einem ärztlichen Attest immer öfter auch Angaben über Symptome zu verlangen. Zuvor hatte bereits der freie zusammenschluss von studentInnenschaften fzs diese Praxis auf seiner Mitgliederversammlung am 13. bis 15. März 2015 kritisiert und gefordert, "dass zur Abmeldung von Prüfungen, der Verlängerung von Bearbeitungsfristen o.ä. aus gesundheitlichen Gründen eine ärztliche Attestierung der Prüfungsunfähigkeit ausreicht".

BVL jetzt mit Jungendgruppe

Beim Bundesverband für Legasthenie gibt es seit kurzem die Jugendgruppe "Junge Aktive". In der Gruppe sollen junge Betroffene sich vernetzen und Tipps und Lösungsansätze austauschen können, um die Anforderungen in Schule, Ausbildung und Studium zu meistern.

Publikationen

Universal Design im Kontext von Hochschule und Hochschulbildung

Der Autor zeigt, dass sich das Konzept des Universal Design über die ursprünglichen Bereiche hinweg entwickelt hat und auch in der Bildung Anwendung findet. Er stellt das ‚Universal Design for Learning‘ vor und  geht auf dessen Prinzipien ein, die durch eine flexible Gestaltung des Lernangebots die Teilhabe aller gewährleisten sollen. Thematisiert wird zudem die rechtliche Verankerung des Konzepts in den USA.

  • Fisseler, Björn: Universal Design im Kontext von Hochschule und Hochschulbildung; Forum D, Beitrag D11-2015 unter www.reha-recht.de; 15.04.2015

Lehren und Lernen an inklusiven Hochschulen

Welche Aufgaben ergeben sich aus Artikel 24 UN-BRK für das Hochschulsystem und wie kann der Weg zu einem inklusiven Hochschulsystem aussehen? Mit dem an der TU Dortmund entwickelten Dortmunder Arbeitsansatz wird ein prototypischer Weg beschrieben, durch den die Annäherung an das Ziel eines inklusiven Hochschulsystems schrittweise gelingen kann. Dieser Arbeitsansatz wird am Beispiel der Hochschuldidaktik konkretisiert.

  • Drolshagen, Birgit/Klein, Ralph (2015): Lehren und Lernen an inklusiven Hochschulen. In: Leonhardt, A./Müller, K./Truckenbrodt, T. (Hrsg.): Die UN-Behindertenrechtskonvention und ihre Umsetzung. Beiträge zur Interkulturellen und International vergleichenden Heil- und Sonderpädagogik. Bad Heilbrunn. Klinkhardt. S. 527 – 535.

Verschiedenes

Bündnis barrierefreies Studium: Empfehlungen zu inklusiver Bildung in Hochschulen und Professionalisierung der Lehrenden

Die gleichberechtigte Teilhabe von Studierenden mit Behinderungen und chronischen Krankheiten an der Hochschulbildung wird vielfach dadurch erschwert, dass Lehrenden das Wissen um die unterschiedlichen Bedarfe behinderter oder chronisch kranker Studierender und um die barrierefreie Gestaltung von Lehr- und Lernmethoden fehlt. Das Bündnis barrierefreies Studium hat daher Empfehlungen für eine barrierefreie Hochschullehre erarbeitet. Die Empfehlungen richten sich an Hochschulen, Bund und Länder, hochschuldidaktische Forschung sowie an Stiftungen und Verbände.

Termine

Schnupperstudium „Studieren mit Behinderung/chronischer Krankheit“

Termin: 10. bis 12. November 2015
Ort: Dortmund
Zielgruppe: behinderte und chronisch kranke Studieninteressierte, die an einem Studium in Dortmund interessiert sind
Veranstalter: Bereich Studium und Behinderung des Zentrums für Hochschulbildung (DoBuS) der Technischen Universität Dortmund

Die Veranstaltung informiert über Unterstützungsangebote für behinderte und chronisch kranke Studierende an der TU Dortmund, persönlicher Assistenz und Finanzierung von technischen und personellen Hilfen im Studium, Rechtsansprüche und Nachteilsausgleiche im Studium sowie Literaturbeschaffung und Nutzung der Universitätsbibliothek. Zum Programm gehört der Besuch einer Vorlesung. Anmeldeschluss ist am 23. Oktober 2015.

26.05.2015