IBS Newsletter vom 12. Dezember 2014

Tipps und Informationen Nr. 12 / 2014

Der IBS-Newsletter — Was ist gut, was kann besser werden?

Mit den "Tipps und Informationen" der IBS erhalten Sie monatlich aktuelle Informationen zum Thema "Studium und Behinderung". Wir würden von Ihnen gerne wissen, wie der Newsletter Ihnen gefällt und wie wir Sie noch besser informieren können. Ihre Meinung ist uns wichtig! Die Umfrage nimmt ca. drei Minuten in Anspruch. Schon jetzt bedanken wir uns für Ihre Teilnahme. Auch würden wir uns freuen, wenn Sie potenziell Interessierte auf den Newsletter aufmerksam machen. Die Anmeldung erfolgt unter [email protected]

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Reform der Eingliederungshilfe: DSW fordert bundesgesetzliche Regelung

Die 75. Mitgliederversammlung des Deutschen Studentenwerks (DSW) fordert den Bund auf, die Finanzierung und Vergabe des behinderungsbedingten Studienmehrbedarfs auch in Zukunft bundesgesetzlich zu regeln. Damit positioniert sich das DSW gegen Überlegungen, diese Aufgabe im Zuge der Reform der Eingliederungshilfe den Hochschulen zu übertragen. Das DSW sieht hierbei die Gefahr, dass Leistungsstandards herabgesetzt, Studierende mit gleicher Beeinträchtigung unterschiedliche Studienunterstützungen in Abhängigkeit von der Finanzkraft der jeweiligen Hochschulen erhalten und Maßnahmen zur Realisierung eines inklusiven Hochschulraums erschwert werden.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Leuphana Universität lehrt sensiblen Umgang mit sehbeeinträchtigten Studierenden

Mit einem Workshop will die Universität ihre Studierenden für die Belange sehbeeinträchtigter Studierender sensibilisieren. Themen des Workshops sind die unterschiedliche Ausprägungen und Kompensationsmöglichkeiten von Sehbeeinträchtigungen sowie soziologische Zusammenhänge zwischen Behinderung und Gesellschaft. Darüber hinaus sollen die Studierenden praktische Erfahrungen im Umgang mit Sehbehinderungen sammeln können.

Universität Köln: Stipendium für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung

Die Universität Köln will gezielt Studierende unterstützen, die auf finanzielle Hilfe angewiesen sind oder aus anderen Gründen bei ihrem Studium mit Hindernissen zu kämpfen haben. Daher vergab die Universität zum Wintersemester 2014/2015 neben dem Deutschlandstipendium (311 Stipendiaten) auch sechs Sozialstipendien sowie vier Stipendien für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit.

Aus den Bundesländern

Thüringen: Koalitionsvertrag verpflichtet zur Umsetzung der UN-BRK im Hochschulbereich

Die Linke, SPD und Bündnis 90/Die Grünen betonen in ihrem Koalitionsvertrag, dass die UN-Behindertenrechtskonvention auch im Hochschulbereich Anwendung finden wird. Sie verpflichten sich dazu, den gemeinsam entwickelten Maßnahmenkatalog umzusetzen.

Für die Beratungspraxis

Urteil zum Anspruch auf ALG II während eines Teilzeitstudiums

Das Landessozialgericht Berlin/Brandenburg bestätigt in einem Urteil vom 6.8.2014, dass ein Teilzeitstudium nicht dem Leistungsausschluss nach § 7 Abs. 5 SGB II unterliegt und damit ein Bezug von ALG II-Leistungen zum Lebensunterhalt während eines regulären Teilzeitstudiums (max. 50% des Vollzeitstudiums) möglich ist. Die Besonderheit in diesem Fall: die klagende Studentin würde für ein entsprechendes Vollzeitstudium mit hoher Wahrscheinlichkeit keine BAföG-Förderung erhalten, da es sich um ein Zweitstudium handelt und die Studentin zudem die Regelaltersgrenze überschritten hat. Dies ist nach Ansicht des Gerichts jedoch unerheblich. Allein maßgeblich sei, ob ein Studium eine „dem Grunde nach“ BAföG-förderungsfähige Ausbildung ist.

Verschiedenes

Mentoring-Projekt für blinde und sehbehinderte Studierende

Das Mentoring-Projekt „TriTeam“ des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) wendet sich an blinde und sehbehinderte Studierende aller Fachrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Berufserfahrene Mentoren und Mentorinnen mit Sehbeeinträchtigung unterstützen die Studierenden im Studienalltag und bereiten diese auch auf den Übergang in den Beruf vor. Bei spezifischen Fragen kann die Unterstützung eines Fachcoaches in Anspruch genommen werden. Reisekosten für persönliche Treffen des TriTeams sowie für die Treffen aller Teilnehmenden werden übernommen. Bewerbungsschluss für das Mentoring-Projekt ist der 18. Januar 2015.

Allergenkennzeichnung

Ab dem 13. Dezember 2014 gilt europaweit eine erweiterte Pflicht zur Allergenkennzeichnung bei Lebensmitteln. Die Kennzeichnungspflicht für die 14 Hauptallergene gilt künftig auch für "lose" Speisen und Getränke, die z.B. durch Restaurants oder Mensen angeboten werden. Als Hauptallergene gelten glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fische, Erdnüsse, Soja, Milch/Laktose, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen, Schwefeldioxid, Lupinen und Weichtiere. Eventuell durch den Betrieb einer Großküche bedingte Spuren von Allergenen sind jedoch auch künftig nicht zu kennzeichnen.

IMEW: Ausschreibung für Nachwuchspreis 2015

Das Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW) schreibt einen Nachwuchspreis für wissenschaftliche Arbeiten und Projekte aus, die sich z.B. mit Disability Mainstreaming oder Teilhabe beschäftigen. Die Arbeit sollte durch ihren Inhalt zur Gleichberechtigung und Anerkennung von Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten beitragen. Der Nachwuchspreis ist mit 2000,- Euro dotiert. Bewerbungsschluss ist der 30. April 2015.

Filmreihe zu Legasthenie und Dyskalkulie

Der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. (BVL) informiert in einer Filmreihe über Fragestellungen zu Legasthenie und Dyskalkulie. Neu ist auch ein Film verfügbar, der sich des Themas "Hochschule" annimmt.

Deutsche UNESCO-Kommission: Neuauflage von "Inklusion: Leitlinien für die Bildungspolitik"

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat ihre Leitlinien für eine inklusive Bildung überarbeitet. Die dritte Auflage klärt über das Konzept auf, informiert über relevante internationale Verträge und gibt erstmalig auch Empfehlungen für die Hochschulen. Es sei notwendig, so die Kommission, die Lehrkräfte stärker für die Vielfalt der Studierenden zu sensibilisieren. Für den Übergang von der Schule in die Hochschule sei eine strukturierte Netzwerkarbeit der Beteiligten existentiell. 

Studium und Behinderung in den Medien

Inklusion bei Daimler

In einer Pressemitteilung weist Daimler auf sein Engagement für Auszubildende und Beschäftigte mit Behinderungen hin. "Vielfalt und Inklusion sind gelebte Praxis bei Daimler" so das Unternehmen.

Newswalk: Leben mit Behinderung: Der Mutmacher

Der Artikel porträtiert einen körperbeeinträchtigten Studierenden der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Witten/Herdecke. 

horus: Zeitenwende - vom Leben nach der blista

Eine Promovendin berichtet in der Zeitschrift über ihr Studium der Publizistik mit einer Sehbehinderung.

Termine

Veranstaltungsreihe: Mit Hörbeeinträchtigung studieren – (wie) geht das?

Termin: 10. Dezember 2014, 19. Februar 2015 und 23. März 2015
Ort: Hamburg
Zielgruppe: lautsprachlich kommunizierende Schüler_innen mit Beeinträchtigungen des Hörens und Eltern
Veranstalter: Universität Hamburg, Büro für die Belange von Studierenden mit Behinderung oder chronischer Krankheit in Kooperation mit dem Beratungszentrum Soziales & Internationales – BeSI des Studierendenwerks Hamburg und Berufsorientierung ElbStadtLand

Die Veranstaltungsreihe ermöglicht Studieninteressierten mit Hörbeeinträchtigungen ein Schnupperstudium und informiert sie über Vorbereitung und Bewerbung für ein Studium. An einem gesonderten Termin können sich Eltern über Finanzierungsmöglichkeiten informieren und darüber, wie sie ihre Kinder in der Phase des Übergangs von der Schule an die Universität unterstützen können.

Fachtagung: Legasthenie und Dyskalkulie in Ausbildung, Studium und Beruf

Termin: 25. April 2015
Ort: Würzburg
Zielgruppe: Schulen, Hochschulen, Studierende sowie alle Stellen, die für Ausbildung und Studium verantwortlich sind
Veranstalter: Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. (BVL) und Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung (KIS) der Universität Würzburg

Die Fachtagung soll Wege und Unterstützungsmöglichkeiten aufzuzeigen, wie eine erfolgreiche Ausbildung oder ein erfolgreiches Studium mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie gelingen kann. Sie will jungen Menschen Mut machen, sich nach ihren Stärken auszurichten und einen Beruf anzustreben, der ihren Neigungen entspricht.

Orientierungsveranstaltung: Abitur - was nun?

Termin: 11. - 13. Mai 2015
Ort: Karlsruhe
Zielgruppe: Studieninteressierte mit Sehbeeinträchtigung
Veranstalter: Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

Experten des Studentenwerks und des Integrationsamtes, Orientierungs- & Mobilitätstrainer,  Juristen und Sehgeschädigte aus höheren Semestern referieren und diskutieren Themen wie die Studienfachberatung, das Orientierungs- und Mobilitätstraining, studentisches Wohnen oder die technische Hilfsmittelausstattung. Darüber hinaus stellt das SZS Serviceleistungen wie seinen Umsetzungsservice vor, der Studienmaterial für blinde und sehbehinderte Studierende zugänglich macht.

Raus aus der Schule, rein in Ausbildung – Studium – Beruf!
Rechtliche Themen und Tipps für den Übergang

Termin: 20. und 21. Februar 2015
Ort: Marburg
Zielgruppe: sehbehinderte und blinde Schüler aus Abschlussklassen, Eltern und Angehörige, Ehren- und Hauptamtliche in der Beratung und Interessierten
Veranstalter: Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. (blista) 

Welche Ausbildungsformen gibt es? Welche Unterstützung ist erhältlich und welche Leistungsträger sind zuständig? Was sind Nachteilsausgleiche und wie helfen diese weiter? Der Workshop gibt Antworten auf diese Fragen, vermittelt die wichtigsten Grundlagen rechtlichen Handelns und zeigt Wege, um Hürden auf dem Weg der Antragstellung zu überwinden. Anmeldeschluss ist der 21. Januar 2015. 

12.12.2014