IBS Newsletter vom 1.4.2021

Tipps und Informationen Nr. 4 / 2021

Aus dem DSW und der IBS

IBS-Fachtag zu Nachteilsausgleichen: Nachlese

Am 2.10.2020 führte die IBS einen Fachtag zu "Studieren mit länger andauernden Erkrankungen - Nachteilsausgleich in Prüfungen" durch. Die Online-Veranstaltung richtete sich an Justiziare, Vorsitzende und Mitglieder von Prüfungsausschüssen sowie Leiter_innen und Mitarbeitende von Prüfungsämtern der Hochschulen. Auf der Diskussionsplattform www.reha-recht.de wurden zentrale Aspekte der Veranstaltung von René Dittmann (LL.M.), Universität Kassel und Philipp Jahn, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg dokumentiert und kommentiert.

Barrierefreie Online-Lehre

TU Dresden: Anleitungen zum Erstellen barrierefreier Dokumente

Auf der Website der AG Services Behinderung und Studium der TU Dresden finden sich eine Vielzahl von Anleitungen zum Erstellen barrierefreier Dokumente mit Word, PowerPoint und Adobe InDesign sowie zur Beurteilung und Verbesserung der Barrierefreiheit von PDF-Dokumenten mit verschiedenen, auch kostenfreien, Tools (Adobe Acrobat, PAC, Pave, axesPDF). Die Materialien stehen in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung. Sie wurden im Rahmen eines durch Inklusionsmittel geförderten Projektes im Lehrstuhl für Mensch-Computer-Interaktion entwickelt.

Barrierefreiheit von Videokonferenzsystemen

Der Artikel von Wolfgang Wiese gibt einen Überblick und Empfehlungen zur Barrierefreiheit von Videokonferenzsystemen. Dabei beleuchtet er u.a. datenschutzrechtliche Aspekte, Möglichkeiten der Audiodiskreption, nachträglichen Untertitelung und Einbindung von Gebärdensprachdolmetscher_innen. Wolfgang Wiese ist Abteilungsleiter am Regionalen Rechenzentrum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Uni Trier: Podcast "Chronisch krank an der Uni Trier - Was das Modulhandbuch nicht hergibt"

In insgesamt sechs Podcasts geht es um Fragen Studierender mit chronischen Erkrankungen. Besprochen werden u.a. Themen wie z.B. "Nachteilsausgleich: Wer bekommt ihn und wie?", "Urlaubssemester", Fachrichtungswechsel" und "Soll ich sagen, dass ich eine Erkrankung habe?". Die Podcasts entstanden 2020 in Zusammenarbeit von Studierenden mit der Beauftragten für die Belange Studierender mit Behinderungen im Rahmen des Projektes "Chronisch krank, was nun? (ckwn)". 

Universität Tübingen: Leitfaden für Lehrende zum Thema „Studieren mit Behinderung oder chronischer Erkrankung“

An der Universität Tübingen wurde ein neuer Leitfaden für Lehrende zum Thema „Studieren mit Behinderung oder chronischer Erkrankung“ entwickelt. Der Leitfaden enthält sowohl praktische Hinweise für die Kommunikation und zum Thema „Barrierefreie Lehre“ als auch Informationen zu möglichen Formen der Beeinträchtigung und zum Thema „Nachteilsausgleich“. Darüber hinaus bietet der Leitfaden auch Informationen zu Hilfsmitteln und technischen Unterstützungsmöglichkeiten für Studierende.

Universität Tübingen: Themenspezifische Austauschtreffen für Studierende mit chronischer Erkrankung oder Beeinträchtigung

An der Universität Tübingen finden in regelmäßigen Abständen themenspezifische Austauschtreffen für Studierende mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung statt. Zu jedem Thema wird ein kurzer Input gegeben. Im gemeinsamen Austausch besteht anschließend die Möglichkeit, Probleme des Studienalltags und Lösungsmöglichkeiten zu besprechen. Darüber hinaus bieten die Austauschtreffen Gelegenheit, eigenständige Treffen der Studierenden zu initiieren.

Uni Bielefeld: Förderprogramm für Nachwuchswissenschaftler_innen mit Behinderungen

An der Universität stehen den Fakultäten und Einrichtungen Fördermittel zur anteilige Finanzierung von Personalkosten von Promovierenden mit Behinderungen zur Verfügung. Die Fördermittel werden aus einem umlagefinanzierten Aufkommen erbracht, das sich an der Beschäftigungsquote der schwerbehinderten und ihnen gleichgestellten Menschen in den einzelnen Fakultäten orientiert. Das Förderprogramm wurde bereits 2000 vom Rektorat beschlossen mit dem Ziel, die Beschäftigungsmöglichkeiten schwerbehinderter Menschen an der Universität Bielefeld, insbesondere im wissenschaftlichen Bereich dauerhaft zu erhöhen.

Universität Heidelberg: Disability Experts

Eine Studierende der Universität Heidelberg hat die Initiative „Disability Experts“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung zu vernetzen. Als Expert*innen für die eigenen Barrieren wollen sie gemeinsam überlegen, wie das Thema Barrierefreiheit an der Universität Heidelberg besser konkretisiert, in der Lehre berücksichtigt und bestenfalls gemeinsame Lösungsansätze gefunden werden können.

Aus den Bundesländern

Rheinland-Pfalz: Landesaktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Der Landesaktionsplan 2020 ist bereits die zweite Fortschreibung des erstmalig 2010 beschlossenen Landesaktionsplans Rheinland-Pfalz. Zu den geplanten Maßnahmen im Hochschulbereich gehören u.a. regelmäßige Treffen des Landesbehindertenbeauftragten mit den Beauftragten für Studierende mit Behinderungen sowie die Erstellung von Aktionsplänen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Für Nachwuchswissenschaftler_innen mit Behinderungen sollen Mittel für eine Promotionsstelle zur Verfügung gestellt werden. 

Berlin: Berliner Maßnahmenplan 2020 bis 2025 zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Der Maßnahmenplan sieht eine Reihe von Anpassungen im Hochschulgesetz zur Stärkung der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen sowie zu Nachteilsausgleichen für Studierende mit psychischen Beeinträchtigungen vor. Des Weiteren sieht er u.a. Erhebungen an den staatlichen Hochschulen zum barrierefreien Zugang zu den Hochschulgebäuden sowie die Entwicklung eines Workshopangebots zum Thema "Inklusive Hochschuldidaktik" am Berliner Zentrum für Hochschullehre vor. Maßnahmen betreffen auch die Sicherung des gleichberechtigten Zugangs Studierender mit Behinderungen zu juristischen Prüfungen durch Beratung und Gewährung von Nachteilsausgleichen durch das Gemeinsame Juristische Prüfungsamt der Länder Berlin und Brandenburg (GJPA).

Verschiedenes

Förderung der Partizipation von Menschen mit Behinderungen

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bietet für die Förderperiode 2021 (Projektstart ab Oktober 2021 oder später) aus dem Partizipationsfonds die Förderung neuer Projekte an. Mit diesen Projekten sollen die Fähigkeiten und Möglichkeiten bundesweit agierender Verbände und Organisationen von Menschen mit Behinderungen verbessert werden, um Politik und Gesellschaft auf Bundesebene gleichberechtigt mitzugestalten. Förderfähig sind Maßnahmen wie z.B. Erstellung von barrierefreien Informationsmaterialien und Medien, Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen für in Selbstvertretungsorganisationen Tätige, Übernahme beeinträchtigungsbedingter Mehrkosten. Antragsschluss ist der 22. Juni 2021.

Sag ich´s? Chronisch krank im Job.

Im Rahmen des Projektes "Sag ich´s? Chronisch krank im Job." der Uni Köln wurde ein digitaler interaktiver Selbst-Test für Menschen mit chronischen Erkrankungen und/oder Behinderungen entwickelt. Er soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen dabei unterstützen, einen für sich passenden Umgang mit der gesundheitlichen Beeinträchtigung am Arbeitsplatz zu finden. Neben dem Selbst-Test finden sich auf der Website auch Informationen zu Rechten und Pflichten im Umgang mit der Beeinträchtigung sowie zu weitergehender Beratung und Unterstützung.

Call for Papers zum Workshop "(In)visibilities in Academia and Higher Education - Exploring Links between (In)visibility and Social Inequality"

Der Workshop soll sich mit der sozialen Konstruktion und Aushandlung von Ungleichheitskategorien wie Behinderung, chronische Krankheit, soziale Klasse, Geschlecht und Ethnizität im Hochschulbereich beschäftigen. Er soll untersuchen, unter welchen Umständen und für wen diese Kategorien un-/sichtbar sind oder werden. Zugleich soll diskutiert werden, welche Rolle Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit in der Wissenschaft und im Hochschulbereich spielen, wie daraus soziale Ungleichheiten resultieren und wie diese Prozesse konzeptionell gerahmt und analysiert werden können. Der Workshop findet online am 24. und 25. Juni 2021 am Leibniz Center for Science and Society (LCSS) der Leibniz Universität Hannover statt. Die Veranstaltungssprache ist Englisch. Die Deadline für die Einreichung von Abstracts ist der 18. April 2021.

Studium und Behinderung in den Medien

Spiegel: Studieren mit Behinderung während Corona

Im Beitrag berichtet eine Studentin, die zur Risikogruppe gehört, über ihre Situation. Sie beschreibt die Vor- und Nachteile, die die Pandemie und die damit verbundene räumliche Isolation für sie mit sich bringt.

Termine

Bewerbungstag für Studentinnen mit Behinderung und Arbeitgeber*innen

Termin: 21. April 2021
Ort: online
Veranstalter: Hildegardis e.V.
Zielgruppe: Studentinnen mit Behinderung, Arbeitgeber*innen

Wie stelle ich in einem Bewerbungsgespräch meine Potentiale heraus? Wie spreche ich meine Behinderung an? Neben Workshops zu diesen und anderen Fragen können Studentinnen und Unternehmen sich beim Speed-Dating näher kennenlernen. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldeschluss ist der 14.4.2021.

01.04.2021