IBS Newsletter vom 25. Juni 2020

Tipps und Informationen Nr. 6 / 2020

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Empfehlung des Beirats der IBS: Corona-Pandemie - Teilhabe Studierender mit Behinderungen/chronischen Erkrankungen sichern

Auch unter Pandemiebedingungen bleibt die Sicherung chancengleicher Studienbedingungen eine wichtige Aufgabe der Hochschulen, befindet der Beirat der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS). Mit einer Empfehlung des Beirats werden aktuelle beeinträchtigungsbezogene Barrieren in Studium und Lehre verdeutlicht und Hochschulangehörigen Anregungen für notwendige Kompensationsmaßnahmen gegeben. Der Beirat empfiehlt, bei der Umstellung auf digitale Lehr- und Prüfungsformate sowie beim Wiedereinstieg in die Präsenzphase frühzeitig die Belange beeinträchtigter Studierender – unter ihnen auch Angehörige der Covid19-Risikogruppe – zu berücksichtigen.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Hochschule Bremerhaven: Aktionsplan beschlossen

Die Hochschule Bremerhaven hat einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention beschlossen. Er wurde von einer Arbeitsgruppe erarbeitet, in der seit 2018 neben den Beauftragten für Inklusion und Diversität, dem Schwerbehindertenvertreter, dem Leiter des Dezernats Bau und Betrieb auch die Kanzlerin der Hochschule mitarbeiteten. Der Aktionsplan umfasst Maßnahmen und Empfehlungen für verschiedene Handlungsfelder. Dabei liegt der Fokus auf der Umsetzung eines "universellen Designs", welches nicht exklusiv von Personen mit Behinderungen, sondern von allen genutzt werden kann.

FernUniversität Hagen: Dokumentation des Global Accessibility Awareness Day

Sind die Hochschulen in NRW zur Umsetzung digitaler Barrierefreiheit verpflichtet? Gilt die Verpflichtung für alle Online-Angebote, also auch für Lernplattformen und Campus-Management-Systeme? Müssen Online-Vorlesungen von den Hochschulen in Gebärdensprache übersetzt werden? Wie wird die Umsetzung der Verpflichtung zur digitalen Barrierefreiheit überwacht? Antworten auf diese und weitere rechtliche Frage gab Anna Steude, Referentin im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW und Teil der Ombudsstelle für barrierefreie Informationstechnik NRW. Der Vortrag und eine Zusammenfassung der Diskussion liegen jetzt vor. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Global AcERzdcessibility Awareness Day statt und wurde u.a. von der Stabstelle Inklusion und der Behindertenbeauftragten der FernUniversität organisiert.

Aus den Bundesländern

Sachsen: Forderungen der Landesstudierendenvertretung an Reform des Hochschulgesetzes

Der Koalitionsvertrag der Landesregierung sieht für 2020 eine Novellierung des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes (SächsHSFG) vor. Hierzu hat die Konferenz Sächsische Studierendenschaften (KSS) einen Forderungskatalog veröffentlicht. Zu den Forderungen gehört auch die Schaffung verbindlicher Regelungen für Nachteilsausgleiche sowie die gesetzliche Verankerung unabhängig tätiger Inklusionsbeauftragter an Hochschulen.

Verschiedenes

Erzdiözese München und Freising: Wohnraum für Studierende mit Behinderungen

Im Wohnheim Ludwigskolleg in Schwabing-Freimann der Erzdiözese München und Freising finden auch Studierende mit Behinderungen ein barrierefreies Wohnangebot. Das Wohnheim wird gerade generalsaniert und soll im Frühjahr 2021 wiedereröffnet werden. „Für Menschen mit Behinderung ist das Studium eine besondere Herausforderung“, erläutert Thomas Hagen, Leiter der Hauptabteilung Lebensumstände und Lebenswelten im Erzbischöflichen Ordinariat München: „Die katholische Kirche wird hier eine Erleichterung schaffen, indem sie barrierefreie Wohnheimzimmer anbietet.“

Schlichtungsstelle BGG: Jahresbericht 2019

Die Schlichtungsstelle BGG bei dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen hat ihren Jahresbericht 2019 vorgelegt. In dem Bericht werden auch Fallbeispiele für Schlichtungen aufgeführt. Ein Beispiel betrifft die Versicherung einer Studierenden in der gesetzlichen Krankenversicherung nach Überschreiten der Altersgrenze (s. S. 43). Die Schlichtungsstelle wurde im Dezember 2016 beim Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen eingerichtet. Sie bietet die Möglichkeit, in Konflikten zwischen Menschen mit Behinderungen und öffentlichen Stellen des Bundes zu vermitteln, wenn es um das Recht auf Gleichbehandlung aus dem Behindertengleichstellungsgesetz geht.

Publikationen

Neue Broschüre für Diskriminierungsschutz an Hochschulen

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat die Broschüre „Bausteine für einen systematischen Diskriminierungsschutz an Hochschulen“ veröffentlicht. Die Broschüre schlägt Interessierten sechs Bausteine für die Umsetzung eines effektiven Diskriminierungsschutzes vor: unter anderem Umfragen und Monitoring; Sensibilisierung, Empowerment und Öffentlichkeitsarbeit; Antidiskriminierungsberatung oder die Einrichtung von Beschwerdestellen. Für jeden Baustein werden aktuelle Beispiele von Praxismaßnahmen an Hochschulen präsentiert. Beratungsanfrage Studierender mit Behinderungen betreffen zumeist fehlende angemessene Vorkehrungen, fehlende Barrierefreiheit beziehungsweise die Verweigerung von Nachteilsausgleichen.

DVBS: Weiterbildungen barrierefrei gestalten

Was müssen Anbieter und Dozent*innen bei der Organisation von Bildungsveranstaltungen für blinde und sehbehinderte Menschen berücksichtigen? Antwort finden Interessierte in Materialien des Projektes iBoB - inklusive berufliche Bildung ohne Barrieren - des Deutschen Vereins der blinden und sehbehinderten Menschen in Studium und Beruf e.V. (DVBS). Die Broschüre "Anforderungsprofil für barrierefreie Weiterbildungen" vermittelt Bildungsanbietern anhand von 20 Kriterien eine Handhabe für die Beurteilung der barrierefreien Gestaltung einer Weiterbildung - von der Anmeldung über die Durchführung bis zur Abschlussprüfung. Die Broschüre "Keine Panik" gibt Dozent*innen Hinweise, was vor und während der Veranstaltung zu beachten ist.

Studium und Behinderung in den Medien

cnn: Ehrendoktorwürde für Therapiehund

In den USA wurde einem Therapiehund die Ehrendoktorwürde verliehen. Der Labrador arbeitet am Virginia Tech´s College of Veterinary Medicine. Im Beratungszentrum der Universität wurde bereits vor 10 Jahren ein "animal assisted therapy programm" initiiert.

Pro Retina: Retinitis Pigmentosa

Was sehen Menschen mit einer Netzhauterkrankung, was nicht? Wir wirkt sich Retinitis Pigmentosa im Alltag aus? Ein Filmbeitrag von PRO RETINA Deutschland hat sich diesen Fragen und der Unsicherheit vieler angenommen. Er möchte sensibilisieren, aufklären und ermutigen. Dimitar Yonchev, Promovierender an der Universität Bonn, berichtet.

25.06.2020