IBS Newsletter vom 25. Mai 2020

Tipps und Informationen Nr. 5 / 2020

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

IBS-Online-Bibliothek neugestaltet

Die IBS hat die Materialien in ihrer Online-Bibliothek zugänglicher aufbereitet. Leitfäden, rechtliche Regelungen, Umfragen o.ä. Materialien zu Themen wie z.B. Barrierefreie (Online-)Lehre, Nachteilsausgleiche, Studienfinanzierung sind nun schneller auffindbar. Die IBS-Online-Bibliothek versammelt Materialien zum Thema "Studium und Behinderung" der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS), des Deutschen Studentenwerks (DSW), von Hochschulen und Studentenwerken, der Hochschulrektorenkonferenz, der Kultusministerkonferenz, von Verbänden u.a.

Dokumentation des IBS-Seminars zu Nachteilsausgleichen online

Am 12. und 13. März 2020 fand das IBS-Seminar "Nachteilsausgleichsregelungen im Studium" statt. Im Seminar wurden die konzeptionellen und rechtlichen Grundlagen, Voraussetzungen, Maßnahmen und Verfahren zum Nachteilsausgleich vorgestellt. Des Weiteren wurden der "Umgang mit Prüfungsunfähigkeit" diskutiert sowie good practice in Beratung und Schulung von Hochschulangehörigen vorgestellt.

Studieren in Corona-Zeiten

Interessante Links

Wer gehört zur Covid-19-Risikogruppe? Was sollten Personen mit einem höheren Risiko beachten? Informationen hierzu finden sich auf der Website des Robert-Koch-Institut.

Prof. Dr. Wolfhard Kohte hat im Auftrag der GEW Gutachten zu rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der Schulöffnung erstellt. Teil II und III behandeln Fragen der Risikogruppen und der Schutzabstände. 

  • Prof. Dr. Wolfhard Kohte: Besonders dringliche Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Prozess der Öffnung der Schulen II: Umgang mit Risikogruppen. Gutachten. Halle/Saale 4. Mai 2020
  • Prof. Dr. Wolfhard Kothe: Besonders dringliche Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Prozess der Öffnung der Schulen III: Organisation der ausreichenden Schutzabstände. Gutachten. Halle/Saale 7. Mai 2020

Barrierefreie Online-Lehre

Hochschule der Medien Stuttgart: Kompetenzzentrum für Digitale Barrierefreiheit eingerichtet

Die Hochschule der Medien (HdM) hat im Dezember 2019 ein "Kompetenzzentrum für Digitale Barrierefreiheit" eingerichtet. Es soll Professoren und Beschäftigte der Hochschule bei der Umsetzung von Barrierefreiheit in der Lehre, der Kommunikation und der Verwaltung unterstützen. Die Website des Kompetenzzentrums bietet schon jetzt vielfältige Informationen - u.a. Videos zur Einführung in die Web Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1. und zur Beantwortung der Frage, wie ein Screenreader funktioniert. Ebenso sind Anleitungen zur Erstellung barrierefreier Dokumente, Tools zur Prüfung der Barrierefreiheit und Hinweise zur Erstellung barrierefreier Videos verfügbar.   

Universität Göttingen: Leitfaden zu barrierefreier digitaler Lehre auch in Englisch

Was müssen Lehrende berücksichtigen, damit Online-Lehrveranstaltungen nicht zu zusätzlichen Hürden für Studierende mit Beeinträchtigungen werden? Wie gestaltet man barrierefreie Videos und Lernmaterialien? Die Universität Göttingen hat für ihre Lehrenden einen Leitfaden zu barrierefreier digitaler Lehre auch in Englisch bereitgestellt.

Hessen: Digitalpakt und Barrierefreiheit

Hessen hat mit seinen Hochschulen einen bundesweit einzigartigen Digitalpakt mit einem Volumen von 112 Millionen Euro bis einschließlich 2024 geschlossen. Mit den Mitteln des Digitalpaktes soll die Digitalisierung der Hochschulen in Lehre, Forschung und Verwaltung gefördert werden. Den Studierenden soll der Zugang zu qualitativ hochwertigen, barrierefreien digitalen Lehr-Lernformaten ermöglicht werden. Der Digitalpakt sieht vor, dass Barrierefreiheit bei allen Maßnahmen der Digitalisierung ein zentraler Bestandteil der Projektplanung ist.

Bayern: Leitfaden digitale Barrierefreiheit

Johannes Nelsen von der Stabstelle IT-Recht der bayerischen staatlichen Universitäten und Hochschulen und Wolfgang Wiese vom Regionalen Rechenzentrum Erlangen haben im Auftrag der bayerischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaft (HAW) einen Leitfaden zur Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit auf Webauftritten, Dokumenten, Satzungen und Apps erarbeitet.

Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen: Podcast "Inklusive Lehre im digitalen Raum"

Inklusive Lehre braucht neben technischer auch didaktische Barrierefreiheit. In einem Podcast in der Reihe "Trafohauslehre" des Hochschuldidaktischen Zentrums Sachsen gibt es hierzu hilfreiche Informationen.

Universität Münster: Studentische Inklusionstutoren in Corona-Zeiten

Im Sommersemester gibt es an der WWU 47 Inklusionstutor*innen. Die Inklusionstutor*innen setzen eigene Projekte zum Thema Studium mit Beeinträchtigung/Inklusion um. Im aktuellen Online-Semester unterstützen die Inklusionstutor*innen Studierende mit Beeinträchtigung mit der Umsetzung barrierefreier Lehr-Lernmaterialien und bei der Umsetzung barrierefreier Online-Lehre.

Hochschule der Medien Stuttgart: Europaweites Projekt zu digitaler Barrierefreiheit

Die Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) ist mit zwei weiteren europäischen Hochschulen Teil eines Projektes, das bis September 2021 von der Europäischen Kommission gefördert wird. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung von Online-Kursen zum Thema Barrierefreiheit im Internet. Im Rahmen des Projektes sollen MOOCs zum Thema digitale Barrierefreiheit entwickelt werden, welche sich sowohl an Studierende als auch an Lehrende richten.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

TU Dresden: Peer Programm

Ein neues Peer Programm an der TU Dresden unterstützt Studierende mit Beeinträchtigungen im Studienalltag.

Universität zu Köln: Den Menschen eine Stimme geben

Auf einer neuen Internetseite berichten Studierende und Mitarbeitende der Universität Köln über Herausforderungen und Chancen eines Studien- oder Berufsalltags mit Behinderung / gesundheitlicher Beeinträchtigung. Das Projekt „Den Menschen eine Stimme geben“ möchte sensibilisieren, informieren und ein Forum bieten.

Universität zu Köln: Stellen für Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen mit Behinderungen aus Professorinnenprogramm finanziert 

Die Universität zu Köln fördert Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Behinderung (Doktorandin und  Postdoktorandin) durch die Einrichtung von zwei Qualifikationsstellen. Hierbei handelt es sich um eine Maßnahme aus dem Professorinnenprogramm III. Es stehen zwei 50% TVL E13 Stellen zur Verfügung, die jeweils für eine Laufzeit von drei Jahren gefördert werden. Bewerbungsschluss ist der 10.07.2020.

Aus den Bundesländern

Bayern: Website des "Netzwerk Studium und Behinderung Bayern"

Das Netzwerk Studium und Behinderung Bayern ist die politische Interessenvertretung der beauftragten und beratenden Personen für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung des Landes Bayern. Die Website des Netzwerks ist nun online. Das Netzwerk ist Nachfolgerin der bereits seit 2011 regelmäßig stattfindenden Vernetzungstreffen der Beauftragten und Berater*innen für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung der bayerischen Universitäten und Hochschulen.

Sachsen: Anforderungen an eine Reform des Hochschulgesetzes

Welche Anforderungen ergeben sich aus der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an den Hochschulen an eine Reform des sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes? Hierzu haben die Inklusionsakteur*innen an den Hochschulen in Sachsen ein Positionspapier erarbeitet. U.a. fordern sie, die Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen im Hochschulfreiheitsgesetz gesetzlich zu verankern.

Sachsen: Umfrage zur Situation der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in Sachsen

Die Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen hat 2019 eine Umfrage unter den Beauftragten zu ihrem Tätigkeitsprofil und ihren Arbeitsbedingungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen u.a., welche Angebote die Beauftragten für Studierende wie Lehrende vorhalten, über welche Ressourcen sie verfügen und wieweit sie an ihren Hochschulen am Auf- und Ausbau barrierefreier Strukturen mitwirken (können).

Aus Politik und Verwaltung

Deutscher Bundestag: Covid-19 und Studierende mit Behinderungen

Bei Corona-bedingten Verzögerungen im Studium wird BAföG künftig über die Förderungshöchstdauer hinaus geleistet. Die bestehende Regelung zur Förderung über die Förderungshöchstdauer hinaus wegen behinderungsbedingter Verzögerungen bleibt davon unberührt. Darauf weist die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Schriftliche Frage der Abgeordneten Gohlke (DIE LINKE) hin. Zugleich betont sie, dass Aspekte der Barrierefreiheit in den aktuellen BMBF-Fördermaßnahmen zur Digitalisierung der Hochschullehre eine herausgehobene Rolle spielen.

Internationales

AHEAD: Umfrage zur Situation Studierender mit Behinderungen unter COVID-19-Bedingungen

In einer Kurzumfrage hat AHEAD, die irische Association on Higher Education and Disability, Studierende mit Beeinträchtigungen zu ihrer aktuellen Situation im Online-Studium befragt. Die größten Schwierigkeiten beim Online-Lernen gaben Studierende mit psychischen Erkrankungen und Teilleistungsstörungen an. Teilnehmer*innen bemängelten die fehlende Zugänglichkeit von Lehrmaterialien und das fehlende Verständnis von Lehrenden, benannten Schwierigkeiten bei der Nutzung assistiver Technologien sowie Probleme durch die Unterbrechung der Unterstützung durch die Hochschule.

EU-Bibliotheks-Projekt zur Digitalisierung von Werken des 20. Jahrhunderts

Im September 2019 startete das EU-Projekt “eBooks-On-Demand-Network Opening Publications for European Netizens” (EODOPEN). Beteiligt sind 15 Bibliotheken aus 11 Ländern, von deutscher Seite die UB Greifswald und die UB Regensburg. Ziel des bis 2023 laufenden Projektes ist es, Werke des 20. Jahrhunderts besser digital zugänglich zu machen. Ebenfalls verbessert werden soll die Bereitstellung von digitaler Literatur für sehbehinderte und blinde Menschen. Aktuell läuft eine Befragung von sehbehinderten und blinden E-Book-Nutzer*innen. 

Verschiedenes

DAAD: Förderung vorbereitender Reisen in Programmländer für schwerbehinderte Studierende

Der DAAD fördert nun auch vorbereitende Reisen für schwerbehinderte Studierende (ab GdB 50). Die Mittel werden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Verfügung gestellt und dienen der Vorbereitung eines Erasmus+ Auslandsaufenthalts zu Studien- oder Praktikumszwecken in Programmländern z.B. zur Erkundung der Bedingungen vor Ort (barrierearmer Wohnraum, Bedingungen auf dem Campus, Personennahverkehr etc.). Darüber hinaus kann maximal eine Begleitperson als Assistenz auf der Reise mit einer Pauschale gefördert werden.

iXNet - Neues Internetportal von und für Akademiker*innen mit Behinderungen

Das Internetportal des Inklusiven Expert*innen Netzwerks (iXNet) von und für Akademiker*innen mit Behinderung ist online. Es bietet Informationen, Peer-Support, Beratung und themenspezifischen Austausch. Abgerundet wird das Angebot durch Auskünfte für Arbeitgeber*innen, die Akademiker*innen mit Behinderungen beschäftigen wollen. iXNet will Akademiker*innen mit Behinderungen auf ihrem beruflichen Weg stärken und ihre Beschäftigungsperspektiven nachhaltig verbessern.   

Publikationen

Dissertation zu Inklusion an Hochschulen

Die Autorin stellt – zehn Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) – in ihrer Dissertation die Frage nach dem derzeitigen Stand der Inklusion von Menschen mit Handicap im tertiären Bildungssektor in Deutschland. Sie untersucht dafür exemplarisch insgesamt 26 Universitäten von vier Bundesländern (Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen). Dabei beschränkt sich die Autorin nicht auf eine bloße Bestandserfassung. Sie entwickelt in ihrer Dissertation konkrete Handlungsempfehlungen für eine inklusive Hochschulentwicklung in den Handlungsfeldern Barrierefreies Studium, Barrierefreie Lehre, Beratung, Bauliche Barrierefreiheit, Orientierung und Mobilität, Infrastruktur/Finanzierung/Projekte, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit.

Studium und Behinderung in den Medien

The Guardian: I can´t get motivated´: the students struggeling with online learning

Der Beitrag macht deutlich, mit welchen Schwierigkeiten die Digitalisierung der Lehre z.B. für Studierende mit Hörbeeinträchtigungen, Autismus-Spektrum-Störungen oder Lese-Rechtschreib-Störungen verbunden ist.

Termine

Webinar: Studienalltag mit Autismus

Termin: 26. Mai 2020, 15.00 - 16.30 Uhr
Ort: Online
Veranstalter: Hochschule Heilbronn, Referat für Gleichstellung und Diversität
Zielgruppe: Lehrende, Beratende, Studierende

Was ist eigentlich Autismus und wie sieht der Studienalltag von Studierenden mit Autismus aus? Wie können nichtautistische Menschen die jeweiligen Schwierigkeiten besser erkennen und gut mit diesen umgehen? Jonatan Böhm, Student der Hochschule Heilbronn, erzählt über seine persönlichen Erfahrungen. Heike Vogel vom Netzwerk Autismus Oberpfalz GmbH berichtet aus der Arbeit von Beratungsstellen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für Fragen.

Anmeldung unter [email protected]. Die Zugang zum Webinar wird mit der Anmeldebestätigung versandt.

25.05.2020