IBS Newsletter vom 30. April 2020

Tipps und Informationen Nr. 4 / 2020

Studieren in Corona-Zeiten

IBS: Online-Lehre (fast) ohne Barrieren

In der aktuellen Situation stellen die Hochschulen Lehre und Prüfen auf Online-Formate um. Vor diesem Hintergrund hat die IBS eine Übersicht über bestehende Handreichungen und Leitfäden zur Umsetzung von barrierefreien Online-Lehr- und Prüfungsformaten erstellt. Die Aufstellung basiert auf einer exemplarischen Auswahl, die jederzeit aktualisiert und um neue Themen und Lösungsansätze ergänzt werden kann. Bitte senden Sie uns Handreichungen und good practice zur Umsetzung barrierefreier digitaler Lehre zu. Wir nehmen sie gerne in unsere Online-Bibliothek auf. 

HRK: Belange Studierender mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen berücksichtigen

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat in ihrer Pressemitteilung zum Semesterstart darauf hingewiesen, dass die aktuelle Situation zu zusätzlichen Erschwernissen für Studierende mit gesundheitlichen Einschränkungen führt. Bei den weiteren Planungen seien die besonderen Schutzbedürfnisse chronisch kranker Studierender zu berücksichtigen.

NRW: Verordnung ermöglicht Hochschulen Flexibilität bei Nachteilsausgleichen

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat zum 18. April 2020 eine Rechtsverordnung erlassen, um die Funktionsfähigkeit der Hochschulen in der Corona-Epidemie zu gewährleisten. Die Rechtsverordnung soll unter anderem Online-Prüfungen und Freiversuche bei Prüfungen ermöglichen. Die Hochschulen sollen auch von den Prüfungsordnungen abweichende Regelungen treffen können, soweit dies sachgerecht ist, um ein Studium unter den Bedingungen der Pandemie zu ermöglichen. Dies betrifft auch die nachteilsausgleichenden Regelungen für Studierende mit Behinderung oder chronischen Erkrankung sowie die Art und Weise der Erbringung des Nachweises der krankheitsbedingten Prüfungsunfähigkeit. 

Interessante Links

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Studierendenwerk Bonn: Beratung für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten

Das Studierendenwerk Bonn erweitert sein Angebot im Bereich „Soziales“ und bietet ab 4. Mai 2020 eine Beratung für Studierende mit chronischer Krankheit oder Behinderung (Beeinträchtigt studieren). In Absprache und in Kooperation mit dem AStA und der Beauftragten der Universität Bonn wird der Schwerpunkt der Beratung auf Finanzierungsfragen liegen. Die Beratung zu Nachteilausgleichen in Studium und Prüfungen erfolgt wie bisher durch die Beauftragten der Universität Bonn, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und der Alanus Hochschule.

Aus den Bundesländern

Thüringen: Förderprogramm für mehr Inklusion in Hochschulen

Die thüringische Landesregierung will für Inklusion in allen Lebensphasen streiten, damit Menschen mit Behinderung selbstverständlich teilhaben können. Die Inklusion in Hochschulen soll durch ein eigenes Förderprogramm unterstützt werden.

Baden-Württemberg: Daueraufgabe Inklusion an Hochschulen

Inklusion sei eine Daueraufgabe. Dies bekräftigte die baden-württembergische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Theresia Bauer, in der Sitzung des Wissenschaftsausschusses des Landtags am 22.1.2020. Sie würdigte das Engagement derjenigen, die sich für mehr Inklusion in Hochschulen engagierten. Es gehe darum "nicht wegzuschauen und wegzudelegieren, sondern auf vorhandene Probleme zu reagieren und nicht nur in Gebäuden, sondern auch in den Köpfen Barrierefreiheit zu schaffen".

Sachsen: Best-Practice im Bereich Inklusion an sächsischen Hochschulen

Auf der Website der Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Hochschulen und Universitäten finden sich künftig Best-Practice Beispiele aus Sachsen, inklusive Kurzportraits und Ansprechpersonen. 

Publikationen

Hochschule inklusiv - Biografische Erfahrungen behinderter Studierender

Die Autorin skizziert in dem Beitrag kurz die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Weg behinderter Menschen in die Institution Hochschule sowie - unter Nutzung statistischer Daten für Deutschland und Österreich - deren gegenwärtige Situation im Studium. Welche Exklusionsprozesse die Studierenden konkret erleben, verdeutlicht sie am Beispiel eines hörbeeinträchtigten sowie einer rollstuhlnutzenden Studierenden.

Forschung & Lehre: Das Recht auf Inklusion an Hochschulen

Inklusion ist in Deutschland ein Menschenrecht. Die Juristin des Deutschen Hochschulverbandes, Dr. Annette Gaentzsch, erklärt, was das z.B. für die Infrastruktur, das Prüfungsrecht und die Bewerbung auf eine Professur bedeutet.

Verschiedenes

Bundesweiter Hackathon: Wir hacken das digitale Sommersemester

Am 6. und 7. Mai 2020 findet ein Online-Hackathon zum digitalen Sommersemester statt. Ziel des Hackathons ist es, innovative Lösungen für Studium und Lehre in Zeiten von Corona zu erarbeiten. Organisiert wird die Veranstaltung vom Hochschulforum Digitalisierung. Ein Themencluster beschäftigt sich auch mit der Frage, wie Bildungsgerechtigkeit und Barrierefreiheit im Digitalen sichergestellt werden können. Challenges können bis Sonntag, den 03.05.2020, 12:00 Uhr durch Pat*innen in einem der Themencluster eingereicht werden. Bis Dienstag den 05.05.2020 ist die Anmeldung als Hacker*in oder Mentor*in möglich.

Studium und Behinderung in den Medien

mdr: Mein Weg - Studieren mit Behinderung

Der Beitrag porträtiert Janis McDavid. Er ist Student der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Witten-Herdecke und zugleich oft unterwegs als Redner bei Unternehmen, Vereinen oder auf Messen.

Main Echo: Wie junge Menschen mit Asperger-Syndrom gut durch die Uni kommen

An der Universität Würzburg finden Studierende mit Beeinträchtigungen Beratung und Unterstützung bei der Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Krankheit (KIS). Das gilt nicht nur für Studierende mit motorischen oder Sinnesbeeinträchtigungen, sondern auch für diejenigen mit seelischen Beeinträchtigungen wie z.B. Autismus.

30.04.2020