IBS Newsletter vom 25. Februar 2020

Tipps und Informationen Nr. 2 / 2020

Aus Hochschulen und Studentenwerken

HAW Hamburg: Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

Der Inklusionsplan der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg wurde in einem zweijährigen, partizipativen Prozess erarbeitet. Er definiert für acht Handlungsfelder Ziele und erforderliche Maßnahmen und untersetzt diese durch Zuständigkeiten und Ressourcenbedarfe. 

Universität Köln: Aktionsplan Inklusion

Am 15.1.2020 hat der Senat der Universität zu Köln einen Aktionsplan Inklusion verabschiedet. Der Aktionsplan wurde im Rahmen des Audits "Vielfalt gestalten" entwickelt. Er benennt in sieben Handlungsfeldern Ziele, den aktuellen Stand der Umsetzung, Handlungsbedarfe und die geplanten Maßnahmen. Zugleich beschreibt er den Prozess des Projektmanagements und der Qualitätssicherung.  

Karlsruher Institut für Technologie (KIT): Inklusiv mobil

Auch das KIT beteiligte sich mit einem Verbundprojekt an der gemeinsamen Initiative des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbands und der Techniker Krankenkasse „Bewegt studieren – Studieren bewegt!“. Ziel des KIT-Teilprojektes "Inklusiv mobil" war es, ein regelmäßiges inklusives Sportangebot sowohl im Curriculum des Instituts für Sport und Sportwissenschaft (IfSS) als auch im Hochschulsport für Studierende des KIT anzubieten. Die Erfahrungen wurden evaluiert.

Universität Bielefeld: Förderprogramm für Promovierende

Das Rektorat der Universität Bielefeld unterhält bereits seit 2002 ein Förderprogramm zur Verbesserung der Beschäftigungsmöglichkeiten schwerbehinderter Menschen. Es zielt insbesondere darauf, die Beschäftigungsquote im wissenschaftlichen Bereich dauerhaft zu erhöhen. Hierzu erhalten schwerbehinderte Menschen im Rahmen dieses Programms die Möglichkeit, für ihr Promotionsvorhaben mit einer halben E 13 Stelle eingestellt zu werden. Das Programm gibt es bereits seit 2002.

Universität Rostock: Online Kurs "Barrierefreie Lehrmaterialien"

Im Rahmen des Projekts "Inklusive Hochschule" wurde an der Universität Rostock ein Online-Kurs zur Erstellung barrierefreier Dokumente und Lehrmaterialien erstellt. Das Webtutorial bietet die Möglichkeit, die eigenen Lehrmaterialien auf Barrierefreiheit zu überprüfen, sie barrierefrei zu gestalten und hierzu verschiedene Techniken zu erlernen. Der Kurs ist öffentlich zugänglich.

Aus den Bundesländern

Mecklenburg-Vorpommern: Leitfaden für Lehrende nun auch in englischer Sprache

Im Projekt Inklusive Hochschule wurde im Verbund aller Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern ein Leitfaden für Lehrende zur barrierefreien Gestaltung der Lehre entwickelt. Er wurde 2018 veröffentlicht. Der Leitfaden ist nun auch in englischer Sprache erhältlich. 

Verschiedenes

Deutscher Kulturrat: Inklusion in der künstlerischen Exzellenzförderung?

Die Präsidentin des Deutschen Kulturrats, Susanne Keuchel, präsentiert in "Politik & Kultur", der Zeitung des Deutschen Kulturrats, die Ergebnisse einer Umfrage zur Situation Studierender mit Behinderungen an künstlerischen Hochschulen. 49 Hochschulen beteiligten sich an der Befragung, gaben Auskunft zum Stellenwert des Themas Inklusion in der Lehre, zu den Fortbildungsbedarfen für Lehrende, zu Barrieren und Herausforderungen. Der Artikel resümiert, dass sich an den künstlerischen Hochschulen in Deutschland ein erstes Bewusstsein für das Thema Inklusion entwickle. Gewünscht wird eine bundesweite zentrale Stelle, die das Wissen in diesem Themenfeld bündelt.    

Diversität an Hochschulen - Call for Papers 

Die Oktober-Ausgabe der Zeitschrift für Hochschulentwicklung widmet sich dem Thema "Diversität an Hochschulen - Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zu exzellenten und inklusiven Hochschulen". In ihrem Call zum Themenheft benennen die Herausgeber/-innen Fragen, die in Beiträgen zum Heft diskutiert werden können. 

DELFI & HDI 2020: Call for Papers

Die 18. Fachtagung Bildungstechnologien (DELFI 2020) wird vom 14.–18. September 2020 in Heidelberg stattfinden. Die Tagung legt den Schwerpunkt auf die Berücksichtigung von Diversität in der Lehre. Besonders gewünscht sind u.a. Beiträge zum Thema Studium mit Behinderung oder chronischer Erkrankung. Deadline für die Einreichung ist der 03. April 2020.

Publikationen

Bedarfe Studierender mit körperlich-motorischen Beeinträchtigungen und Blended-Learning 

Die Dissertation liefert einen explorativen Einblick in die Bedarfslage Studierender mit Beeinträchtigungen im Kontext von Blended Learning. Dabei wurden neben den technischen Aspekten von Zugänglichkeit auch die didaktischen und institutionellen Aspekte in den Blick genommen. Der Autor identifiziert Zugänglichkeit als Querschnittsaufgabe. Für alle Beteiligten ergeben sich Bedarfe in Hinblick auf Informationsfluss, Kooperation und Vernetzung, um zugänglicheres Blended-Learning an Hochschulen zu etablieren. In der Studie wurde das Contextualized Model of Accessible E-Learning Practice in Higher Education Institutions (Seale, 2014) formativ evaluiert und ein Fragebogen zur Erhebung der Bedarfe im Sinne des Universal Design for Learning (CAST, 2011) entwickelt.

Lehre zugänglicher gestalten

Wie können Lehrende den Bedarfen und Rechten Studierender mit Beeinträchtigungen Rechnung tragen? Welche Maßnahmen und Ansätze sind sinnvoll? Der Autor wirbt in seinem Artikel dafür, sich von einer additiven, zielgruppenspezifischen Sichtweise zu lösen. Statt Barrierefreiheit zum Problem einzelner Experten zu machen ginge es vielmehr um holistische statt zielgruppenspezifische Lösungsansätze.

Studium und Behinderung in den Medien

BR-alpha: Mit Assistenten durch den Studienalltag

Der Filmbeitrag beschreibt die Arbeit von Studienassistenzen, die je nach Bedarf Literatur einscannen, bei der Recherche in der Bibliothek unterstützen, in Vorlesungen oder Prüfungen mitschreiben oder beeinträchtigte Studierende auf dem Campus begleiten.  

Der Paritätische: Studieren mit Behinderung – drei Städte, zwei Länder. Ein Erfahrungsbericht

Andrea Schöne berichtet im Magazin des Paritätischen über ihre Erfahrungen als kleinwüchsige Studierende an der Eichstätter Universität sowie an der Universität Bologna.

BR-alpha: Der Körper bremst, aber der Geist rast!

Promovieren, auch wenn man nicht sprechen, nicht gehen und sich nicht bewegen kann? Wie das geht beschreibt der Beitrag am Beispiel eines wissenschaftlichen Mitarbeiters an der LMU München.

Termine

IBS-Seminar "Berufseinstieg mit Behinderungen und chronischen Krankheiten"

Termin: 18. bis 21. August 2020
Ort: Köln-Deutz
Veranstalter: Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks
Zielgruppe: Studierende in fortgeschrittenen Studienphasen und Absolvent/-innen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten

Auf der Grundlage von eigenen Bewerbungsunterlagen und eines simulierten Bewerbungsgespräches erhalten die Teilnehmer/-innen ein individuelles Bewerbungscoaching. Ergänzend dazu informiert das Inklusionsamt der Landeswohlfahrtsverbandes Rheinland über ihre Dienstleistungen für Bewerber/innen mit Behinderungen.

 

 

25.02.2020