IBS Newsletter vom 23.10.2019

Tipps und Informationen Nr. 10 / 2019

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Uni Göttingen: Barrierefreie Rechtsberatung

Mit einem Vortrag von Judith Hartmann, einer gehörlosen Anwältin, wird am 30.10.2019 das Projekt "Barrierefreie Rechtsberatung" an der Uni Göttingen eröffnet. Frau Hartmann wird aus ihrem Jurastudium und ihrer Berufstätigkeit berichten und die Schwierigkeiten thematisieren, die ihre Mandant*innen bei der Kostenübernahme des behinderungsbedingten Studienmehrbedarfs haben. Im Anschluss an den Vortrag wird das Projekt „Barrierefreie Rechtsberatung“ vorgestellt, in dem Studierende der juristischen Fakultät Menschen mit Behinderung kostenlos in rechtlichen Fragen beraten.

Aus Politik und Verwaltung

Deutscher Bundestag: Menschen mit Beeinträchtigung in außeruniversitären Forschungseinrichtungen

In einer Kleinen Anfrage erkundigte sich die FDP-Fraktion nach der Situation vom Menschen mit Beeinträchtigungen in außeruniversitären Forschungseinrichtungen (AuF). Hierzu gehören u.a. Fragen nach der Zahl der Beschäftigten mit Behinderung in den AuF, nach der barrierefreien Zugänglichkeit von Institutsgebäuden und Informationsangeboten, nach Konzepten, Strategien und Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils von Menschen mit Behinderung in den Einrichtungen. In ihrer Antwort betont die Bundesregierung, dass die großen außeruniversitären Forschungsorganisationen Fraunhofer-Gesellschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren und deren Einrichtungen bei der Erfüllung gesetzlicher Pflichten und Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung als Arbeitgeber vorbildlich sein sollen. Dies schließe auch die Verantwortung und den Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung ein.

Publikationen

Servicebuch Auge

Die neue Ausgabe des „Servicebuch Auge“ liegt vor und kann kostenlos bestellt werden. Das Buch wendet sich an Betroffene, Angehörige und Fachleute, die sich zum Thema „Blindheit und Sehbehinderung“ informieren wollen. Von „Apps“ über „Finanzen“ bis „Vorsorge“ bietet die Broschüre Wissenswertes und Hilfreiches zu rund 50 Stichworten. Zu den Autorinnen und Autoren gehören Fachleute unter anderem aus den Bereichen Medizin, Forschung, Rehabilitation, Teilhabe und Selbsthilfe. Co-Herausgeberin ist PRO RETINA Deutschland e.V. Zu bestellen ist das kostenlose Buch unter www.service-auge.de. Hier gibt es auch ein barrierefreies PDF zum Download.

Barrierefreie Digitalität

Nach Auffassung der Autoren eröffne die Digitalisierung im Bildungssektor neue Möglichkeiten des Lernens und der Informationszugänglichkeit. Die Digitalisierung stelle aber auch ein großes Gefahrenpotenzial für vollwertige Partizipation dar. Die Autoren plädieren dafür, Barrierefreiheit als Pflichtbestandteil nicht nur in den Studiengang der Architektur sondern auch in den der Informatik aufzunehmen. Nur so könne Barrierefreiheit zu einem selbstverständlichen Element der Informationsvermittlung und -aufnahme werden.

Zugang zur Universität trotz Behinderung. Anmerkung zu einem Urteil des EGMR

Die Autorin bespricht eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte  (EGMR). Der EGMR entschied, dass der querschnittgelähmte Beschwerdeführer, der aufgrund nicht behinderungsgerechter Hochschulgebäude an seinem Studium gehindert wird, in seinen Rechten aus Art. 14 (Diskriminierungsverbot) der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) i. V. m. Art. 2 1. Zusatzprotokoll EMRK (Recht auf Bildung) verletzt ist.

Bibliotheksdienst: Themenheft Barrierefreiheit in Bibliotheken

Der Bibliotheksdienst hat ein Themenheft zu Bibliotheken und Barrierefreiheit herausgegeben. Im Heft finden sich u.a. Artikel zum barrierefreien Zugang zu Fachliteratur und Studienmaterial und zur Umsetzung der Marrakesch-Richtlinie an Hochschulen sowie ein Praxisbericht aus der Universitätsbibliothek Leipzig.

Studium und Behinderung in den Medien

Studieren mit MS

Der Beitrag beschäftigt sich u.a. mit der Frage, worauf Studieninteressierte mit MS bei der Wahl des Studienfachs und des Studienortes achten sollten. Zugleich zeigt er auf, welche Möglichkeiten auf Unterstützung es im Studium gibt.

Hannoversche Allgemeine: Wir brauchen mehr barrierefreie Studentenwohnheime

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, fordert die Hochschulen auf, Inklusionsbeauftragte einzusetzen und Aktionsplänen zu erarbeiten. Die Hochschulen seien verpflichtet, die Chancengleichheit für Studierende mit Behinderungen zu fördern und Benachteiligungen zu verhindern, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zugleich hält er es für erforderlich, mehr barrierefreien Wohnraum für Studierende zur schaffen.

ze.tt: Camilla zeigt, wie gut Tanzen und eine Körperbehinderung zusammenpassen

M.A.D.E. Programm ist eine Weiterbildung im mixed-abled Tanz. Noch ist es nur ein Projekt. Das Ziel der Initiator*innen des Programms ist es jedoch, den mixed-abled Tanz an die staatlichen Hochschulen für Tanz zu bringen und dafür zu sorgen, dass er im Curriculum der Hochschulen für Tanz seinen Platz hat.

Luzerner Zeitung: Benachteiligt die ETH Studenten mit einer Behinderung?

Die ETH Zürich wollte einen beeinträchtigten Mann nicht zum Masterstudium zulassen – und muss nun zahlen. Der Autor geht der Frage nach, ob es sich hierbei um einen Einzelfall handelt oder nicht. 

Deutschlandfunk: Wenn Studenten psychisch krank werden

Hunderttausende Studierende in Deutschland sind psychisch krank, viele brechen deswegen ihr Studium ab. Der Beitrag berichtet über die Beratungs- und Unterstützungsangebote der Hochschulen und Studentenwerke und die Bemühungen von Bildungspolitiker*innen, diese Entwicklung zu stoppen.

Termine

Seminar: Mein Profil – ein ganz anderes Bewerbungstraining. Das Seminar für Menschen mit Seheinschränkung

Termin: 10.-12. Januar 2020
Ort: Karlsruhe
Veranstalter: Karlsruher Institut für Technologie (KIT) | Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS)
Zielgruppe: Studieninteressierte mit Seheinschränkung

In dem zweitägigen Workshop lernen und üben Teilnehmende mit Seheinschränkung wie sie sich optimal auf ein Einstellungsgespräch vorbereiten können. Das Berufsplanungsverfahren Life/Work Planning (LWP) bietet hierzu praktische und erprobte Lösungen, die in diesem Seminar vorgestellt werden. Anmeldeschluss ist der 6.12.2019

DB Auftaktveranstaltung Studenten mit Behinderungen

Termin: 28. November 2019
Ort: Berlin
Veranstalter: Deutsche Bahn
Zielgruppe: Studierende mit Behinderungen

Die Veranstaltung soll die Vielfalt der Berufsmöglichkeiten, auch mit Behinderung, bei der Deutschen Bahn aufzeigen. Neben einem Bewerbungstraining wird ein Austausch mit Fachbereichen und Recruitern*innen der Deutschen Bahn zu möglichen Einstiegsperspektiven geboten. Anmeldeschluss ist der 22. November 2019. 

23.10.2019