DSW-Journal

Außeruniversitäre Forschung und Studierende: Zwei Welten?

 
Berlin, 22. November 2011. Welche Rolle spielen eigentlich die Studierenden in der außeruniversitären Forschung in Deutschland? Sind extern forschende Studierende zwangsweise eine seltene Spezies? Wo bleibt das Wort der großen Wissenschafts- und Forschungsinstitutionen, wenn es um die Belange der Studierenden geht? Außeruniversitäre Forschung und Studierende – sind das zwei Welten oder handelt es sich um eine strategische Partnerschaft? Das fragt das Deutsche Studentenwerk (DSW) in der neuen Ausgabe seines DSW-Journals.
 
Für das DSW-Journal 4/2011 recherchierte Johann Osel, freier Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, quer durch Deutschland. Er fand Katharina Thiers, die als Master-Studentin bei einem Max-Planck-Institut in München als Hilfskraft arbeitet. Er zitiert den Hochschulforscher Reinhard Kreckel, der beides sieht,  „Berührungsängste und offene Arme“. Und er fragte bei den Präsidenten der fünf Forschungsinstitutionen nach.
 
Die Antwort von Prof. Dr. Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG): „Wir wollen keine nichtforschenden Lehrer und keine nichtlehrenden Forscher.“ Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Peter Gruss, will Studierende als Hilfskräfte einbinden. Er sagt im DSW-Journal: „Es gibt heute unzählige Möglichkeiten, in einem Labor mitzuarbeiten – auch für Bachelor-Studierende. Sie müssen einfach nur hinreichend intellektuell aufgeschlossen und motiviert sein.“
 
Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Jürgen Mlynek, sieht die Universitäten als „unsere strategischen Partner Nummer eins“. „Von zwei verschiedenen Welten würde ich ganz und gar nicht sprechen.“ Für die Leibniz-Gemeinschaft sagt deren Präsident Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer, man unterstütze „ein verstärktes Engagement in der Lehre für die Zeit der doppelten Abiturjahrgänge“. Sein Kollege Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger von der Fraunhofer-Gesellschaft weist darauf hin, dass praktisch alle Fraunhofer-Institutsdirektoren an die Hochschulen angebunden seien.
 
Das Fazit des Autors Osel: Zumindest auf den Weg gebracht sei die Verzahnung von Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen. Er schreibt: „Deutschlands Hochschüler profitieren davon in der Breite nicht unbedingt – im Einzelfall und an einzelnen Standorten aber sehr wohl.“
 

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22.11.2011