Hochschulpolitik

Bologna-Staaten müssen „Student Services“ stärken

 
Berlin, 13. Juli 2011. Die im „European Concil for Student Affairs“ (ECStA) zusammengeschlossenen europäischen Organisationen für „Student Services“ und mit ihnen das Deutsche Studentenwerk (DSW) fordern die Regierungen der 47 Bologna-Staaten auf, die Beratungs- und Serviceangebote für Studierende („Student Services“) massiv auszubauen.
 
ECStA-Vizepräsident und DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sagte heute zum Abschluss einer internationalen Bologna-Konferenz in Berlin: „Die europäischen Bildungsministerinnen und -minister haben im Jahr 2007 in London versprochen, in allen Bologna-Staaten adäquate ‚Student Services‘ bereitzustellen. Bisher ist es beim Versprechen geblieben.“ 
 
Dabei steige der Bedarf an Beratungs- und Serviceangeboten für Studierende stark, erklärte Meyer auf der Heyde. Dies hätten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz von Hochschulen und Studentenwerken aus aller Welt unisono bestätigt.
 
„Die Bildungsministerinnen und -minister der 47 Bologna-Staaten formulieren ehrgeizige Mobilitätsziele, sie wollen eine soziale Öffnung ihrer Hochschulen und bisher unterrepräsentierte soziale Gruppen für ein Studium mobilisieren“, sagte Meyer auf der Heyde vor Journalisten. „All das schafft man nur mit starken und differenzierten ‚Student Services‘ für die mehr als 20 Millionen Studierenden im Bologna-Raum“, ist er überzeugt. Dazu müssten die Bologna-Staaten ihre ‚Student Services‘ auch enger miteinander verzahnen, forderte Meyer auf der Heyde.
 
Aber auch die Organisationen für ‚Student Services‘ selbst sieht Meyer auf der Heyde in der Pflicht: „Wir müssen enger zusammenarbeiten und noch stärker voneinander lernen – in Europa, aber auch weltweit.“ Längerfristig, so Meyer auf der Heyde, müssten die Bologna-Staaten und ihre „Student Services“-Verantwortlichen gemeinsam Leitlinien für gute Student Services entwickeln. Die Angebote müssten auch stärker auf den unterschiedlichen kulturellen und Bildungs-Hintergrund der Studierenden aus den 47 Bolognastaaten, aber auch der Studierenden aus Herkunftsländern außerhalb Europas ausgerichtet werden.
 
Meyer auf der Heyde: „Der Bologna-Prozess mit seinem Ziel eines einheitlichen europäischen Hochschulraums von 47 Staaten ist ein Riesenversprechen an die mehr als 20 Millionen Studierenden. Sie brauchen nicht nur vergleichbare Abschlüsse und eine großzügige Anerkennung von Studienleistungen. Sie brauchen bezahlbaren Wohnraum, eine campusnahe Verpflegung, eine solide Studienfinanzierung, gute Beratung, Kinderbetreuung. Kurz: Bologna braucht gute Forschung, gute Lehre – und gute ‚Student Services‘“.
13.07.2011