IBS Newsletter vom 7. September 2018

Tipps und Informationen Nr. 8 / 2018

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Booklet "beeinträchtigt studieren ... so geht's"

Das Booklet informiert Studieninteressierte und Studierende mit Beeinträchtigungen auf 18 kurzen Seiten über ihre Rechte sowie über die Angebote zu ihrer Beratung und Unterstützung. Es ist gedacht als Erstinformation und zur schnellen Orientierung im Thema Studium und Behinderung. Dabei werden wichtige Themen aufgegriffen wie z.B. Beratung, Studieneinstieg, Nachteilsausgleiche, Finanzierung, Barrierefreiheit und Auslandsstudium. Das Booklet kann kostenfrei bei der IBS zum Auslegen an geeigneten Orten bestellt werden.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Studierendenwerk Duisburg-Essen: Mehr Barrierefreiheit durch rollstuhlgerechte Tablettwagen in den Hauptmensen

Um Gästen mit Rollstuhl den Transport von Tablett und Speisen zu erleichtern, hat das Studierendenwerk Essen-Duisburg in seinen Mensen am Campus Essen und Duisburg jeweils einen mobilen Tablettwagen installiert. Das Hilfsmittel wird mit einem Federmechanismus am Rollstuhl befestigt und Kund/-innen mit Handicap können darauf Essen und Getränke abstellen und entsprechend vor sich herschieben. Idee und Umsetzung stammen vom Studierendenwerk Hamburg, welches die Tablettwagen in seiner hauseigenen Werkstatt produziert und mittlerweile auch bundesweit vertreibt.

Universität Münster: Blinder Fleck Bildung?

Seit November 2017 gibt ist in der Mediathek der Universität einen Arbeitsplatz für Studierende mit Sehbehinderung. Der Artikel beschreibt die Ausstattung des Arbeitsplatzes und die damit mögliche Unterstützung für blinde und sehbeeinträchtigte Studierende. 

Universität Freiburg: Preis für studentisches Engagement

Den Sonderpreis der Universität für herausragendes studentisches Engagement erhielt Andreas Hanka. Er wurde für seinen Einsatz für Studierende mit Behinderung und chronischer Krankheit geehrt. Hervorgehoben wurde unter anderem sein Engagement für die Einführung der Stelle der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen oder chronischer Erkrankung sowie deren gesetzliche Verankerung im baden-württembergischen Landeshochschulgesetz. 

Studierendenwerk Münster: Poetry Slam Study with (Dis)Ability"

Das Studierendenwerk Münster lud mit Unterstützung des AStA der Fachhochschule Münster zum Poetry Slam "Study with (Dis)Ability" ein - im Rahmen des "Kultur Festival - anders begegnen" - am 11. Oktober 2017. Sechs Studierende gaben in Gedichten, Prosabeiträgen oder singend Einblick in ihren Studienalltag mit Beeinträchtigung. Jetzt endlich sind ein Videoclip und Fotoimpressionen online verfügbar. 

Für die Beratungspraxis

Bundesgerichtshof: Zur Beratungspflicht der Sozialleistungsträger

Der Bundesgerichtshof mahnt in seiner Entscheidung vom 2.8.2018 die umfassende Beratungspflicht der Sozialleistungsträger an. Danach beschränke sich die Beratungspflicht nicht auf die Normen, die der betreffende Sozialleistungsträger anzuwenden habe. Als rechtliche Grundlage wird u. a § 17 SGB I Ausführung der Sozialleistungen benannt. Im konkreten Fall war, laut Pressemeldung des BGH, "... anlässlich der Beantragung von Leistungen der Grundsicherung zumindest ein Hinweis vonseiten des Beklagten notwendig, dass auch ein Anspruch des Klägers auf Gewährung einer Erwerbsunfähigkeitsrente in Betracht kam und deshalb eine Beratung durch den zuständigen Rentenversicherungsträger geboten war."  

Was tun, wenn Studierende auffallen?

Black out in der Prüfung, Tränen in der Sprechstunde, Seminararbeiten, die kein Ende finden wollen: Studierende fallen manchmal durch Verhaltensweisen auf, die Anlass zur Sorge geben. Doch welche Auffälligkeiten sind "normal", welche nicht mehr? Wann ist es sinnvoll oder sogar notwendig, sich einzumischen? Die Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studierende des Studierendenwerkes Karlsruhe hat einen Leitfaden für Lehrende erarbeitet, der diese dabei unterstützen soll, die seelischen Nöte von Studierenden wahrzunehmen, adäquat zu deuten und angemessen darauf zu reagieren.

Aus den Bundesländern

Bayern: Förderung schwerbehinderter Nachwuchswissenschaftler/innen

Seit 2005 schließt der Freistaat mit den bayerischen Hochschulen mehrjährige Innovationsbündnisse ab, in denen hochschulpolitische Ziele und Wege zu deren Umsetzung vereinbart sind. Nun wurde die Fortschreibung des aktuellen Innovationsbündnisses für die Jahre 2019-2022 vom Landtag beschlossen. Im Innovationsbündnis 4.0 verpflichten sich die Hochschulen, ein "besonderes Augenmerk auf die Attraktivität des Arbeitsplatzes Hochschule für schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen" zu richten, um schwerbehinderten wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchskräfte Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Verschiedenes

Memorandum zum Stand der Barrierefreiheit von Studienmaterialien und Prüfungsaufgaben an bundesdeutschen Hochschulen

Die Unterzeichner/innen des Memorandums kritisieren die unzureichende Barrierefreiheit von Studienmaterialien und -dokumenten sowie von Prüfungsaufgaben und -materialien für Studierende mit Behinderungen an bundesdeutschen Hochschulen. Sie fordern die Erarbeitung und Implementierung eines konkreten Maßnahmenkataloges, um eine verlässliche Barrierefreiheit von Studienmaterialien und Prüfungsaufgaben sicherzustellen. Zugleich fordern Sie die sog. Marrakesch-Richtlinie so umzusetzen, dass für Menschen mit einer Beeinträchtigung des Sehens oder anderen Leseeinschränkung der barrierefreie Zugang zu Werken der Literatur, Kunst und Wissenschaft voll umfänglich gewährleistet wird.  

Positionspapier: Studieren mit psychischer Störung

Die bundesweite Psychologie-Fachschaften-Konferenz (PsyFaKo) hat auf ihrer 27. Tagung (31.5.-3.6.32018) ein Positionspapier zum "Studieren mit psychischer Störung - Chancengleichheit bei Prüfungen" verabschiedet. Darin fordert sie u.a. eine bessere Übersicht über die Unterstützungsangebote der Hochschulen für Studierende mit psychischen Störungen und eine Sensibilisierung der Prüfungsausschüsse und Prüfungsämter für die Lage und die Rechte Studierender mit psychischen Störungen.

Studium und Behinderung in den Medien

Unter Druck: Von der Krise zur Krankheit

Der Artikel in dem Magazin der Journalistenschule beschäftigt sich mit dem Thema Studieren mit psychischer Erkrankung und informiert über Unterstützungsangebote an Hochschulen.

Focus online: TU Dortmund stellt Expertise anderen Hochschulen zur Verfügung.

In Kooperation mit der TU Dortmund hat die IBS einen Workshop zu Umsetzungsdiensten angeboten. Focus online berichtete.

Westfalenpost: Beratungsangebot an Hochschulen nutzen

Wo finden Studieninteressierte und Studierende mit Beeinträchtigung Unterstützung? Der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Herr Meyer auf der Heyde, wirbt für die Nutzung der Beratungsangebote der Hochschulen und Studentenwerke.

Neues Deutschland: Besser mit Behinderung studieren als gar kein Spaß

Karsten Lippmann beschreibt in dem Artikel, "wie man als Rollstuhlfahrer seinen Weg zum Doktortitel gehen kann".

Bildungsmagazin: Studieren mit psychischen Erkrankungen

Das Schweizer Bildungsmagazin berichtet von verschiedenen psychischen Störungen, Syndromen und Symptomen und wie sie den Alltag eines Menschen bei seiner Arbeitstätigkeit und in seinem Studium beeinflussen.

ARD-alpha: Zwischen Chemo und Hörsaal - Studieren mit Krebs

Campus Reportage begleitete zwei Studierende, für die das Studium und der Bachelor-Abschluss auch während der Krebstherapie ein wichtiges Ziel blieb. 

M94.5: Studieren mit Beeinträchtigung

In einem Radiobeitrag des Aus- und Fortbildungsradios M94.5 in München berichtet ein sehbeeinträchtigter Studierender über sein Studium, notwendige Nachteilsausgleiche, Mehraufwand und erforderliche Frustrationstoleranz.

Termine

Fachtagung: Hochschule als interdisziplinäres barrierefreies System

Termin: 9. November 2018
Ort: Frankfurt
Veranstalter: Netzwerk "Inklusive Hochschulen in Hessen"

Die Fachtagung beschäftigt sich mit verschiedenen Aspekten von Barrierefreieheit in Hochschulen, darunter u.a. bauliche Barrierefreiheit, Barrierefreiheit von Videos, der rechtliche Rahmen und "Good Practice". Anmeldeschluss ist der 15. Oktober 2018.

07.09.2018