Studienfinanzierung

Jobben

Studierende jobben neben dem Studium, um sich etwas dazuzuverdienen oder Erfahrungen für das späteres Berufsleben zu sammeln. In jedem Fall berührt der Job neben dem Studium die Themen Steuern und Sozialversicherungspflicht.

Teilnehmer der Vollversammlung der Berliner Weihnachtsmänner posieren am 30.11.2013 im Studentenwerk der Technischen Universität in Berlin für ein Gruppenfoto.Neben dem Studium kann man auf verschiedene Weise arbeiten:

  1. Geringfügig entlohnte Beschäftigung, auch Minijob oder 450-Euro-Job genannt
  2. Beschäftigung als Werkstudent/in
  3. Semesterferien-Job oder eine andere kurzfristige Beschäftigung
  4. Midi-Job

Wessen Tätigkeit in keine dieser genannten Gruppen fällt, arbeitet wie alle Arbeitnehmer/innen sozialversicherungspflichtig. Für Beschäftigungen während eines dualen Studiums gelten besondere Regelungen, die man bei der Renten- und Krankenversicherung erfragen muss.

Hinweis: Unabhängig von der Beschäftigungsform gelten für Studierende dieselben arbeitsrechtlichen Regelungen wie für alle Arbeitnehmer/innen:

  • Anspruch auf einen schriftlichen (!) Arbeitsvertrag
  • Anspruch auf sechs Wochen Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Zahlung des Mindestlohns
  • bezahlter anteiliger Urlaubsanspruch
  • Einhaltung der Kündigungsfristen
  • kostenlose Beratung bei den Amtsgerichten bei Streit mit dem/der Arbeitgeber/in

Übrigens: Die Krankenkassen geben rechtsverbindlich Antwort, ob eine Beschäftigung sozialversicherungspflichtig ist.

Unabhängig von den oben genannten Tätigkeitsgruppen gilt:

  • Die Höhe der BAföG-Förderung ändert sich erst, wenn mehr als 5.400 Euro brutto im BAföG-Bewilligungszeitraum (nicht identisch mit dem Kalenderjahr!) verdient werden.
     
  • Für Studierende, die zwar noch jünger als 25 Jahre sind, aber bereits eine Berufsausbildung oder ein Studium (auch Bachelorstudium) abgeschlossen haben, besteht ein Kindergeldanspruch nur, wenn sie nicht mehr als 20 Wochenstunden regelmäßig arbeiten oder einen Minijob ausüben.
     
  • Bei einem Pflichtpraktikum während des Studiums (in der Studien- und Prüfungsordnung vorgeschrieben) sind Studierende sozialversicherungsfrei. Die Höhe der Wochenarbeitszeit und der Vergütung sind dabei unerheblich.*
     
  • Bei einem freiwilligen Praktikum, das während des Studiums abgeleistet wird und zwar zweckmäßig, aber nicht in der Studien- und Prüfungsordnung vorgeschrieben ist, kann man sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, wenn die Praktikumsvergütung 450 Euro im Monat nicht übersteigt. Die Praktikumsdauer spielt dabei keine Rolle. Wer mehr als 450 Euro verdient, lässt sich von der Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung (kostenloses Servicetelefon 0800 1000 48070) beraten. Für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung gelten die allgemeinen Beurteilungsregeln wie für Studierende, die eine Beschäftigung aufnehmen.*
  • Bei Vor- oder Nachpraktika, also bei Praktika vor oder nach dem Studium, sind Praktikanten und Praktikantinnen normale Arbeitnehmer/innen und damit sozialversicherungspflichtig. Die Regelungen zu geringfügig entlohnten Beschäftigungen (Minijobs) gelten hier nicht. Dauern die Praktika länger als drei Monate, ist der Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde zu zahlen.

* Eine Praktikumsvergütung zählt beim BAföG als Einkommen, wenn sie die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro im Jahr übersteigt.

Sonderzahlungen

Dem regelmäßigen Arbeitsverdienst sind auch anteilig Sonderzahlungen (beispielsweise Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld) hinzuzurechnen. Beachten Sie daher, dass Sie bei 450 Euro im Monat plus Weihnachtsgeld nicht mehr geringfügig beschäftigt sind!

Berufsbegleitendes Studium

Wenn Sie zusätzlich zu einer bereits zuvor ausgeübten Beschäftigung ein Studium aufnehmen, stellen sich sozialversicherungsrechtlich einige Sonderfragen, die direkt mit dem Sozialversicherungsträger zu klären sind!

Individuelle Fragen beantworten ein/e Steuerberater/in, eventuell auch das örtliche Studenten-/Studierendenwerk oder die Studierendenvertretung (AStA, StuRa) sowie Lohnsteuerhilfevereine.

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