IBS Newsletter vom

Tipps und Informationen Nr. 7 / 2021

Aus der IBS und dem DSW

IBS - In eigener Sache

Liebe Leserinnen und Leser des IBS-Newsletters, in Kürze wird ein Wechsel in der Leitung der IBS stattfinden. Nach mehr als 12 Jahren werde ich meine Tätigkeit in der und für die IBS beenden. Auf diesem Wege möchte ich mich von Ihnen allen verabschieden und mich herzlich bei Ihnen bedanken: für Ihr Interesse an der Arbeit der IBS, die gute Zusammenarbeit und stets konstruktive Begleitung unseres Wirkens! Ihre Christiane Schindler

IBS-Seminar zum Arbeitsfeld der Beauftragten: Dokumentation ist online

Am 20. und 21. April 2021 veranstaltete die IBS ein Seminar zum Arbeitsfeld der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen. Neben den Themen Rechtlicher Auftrag, Ressourcen und Arbeitsbereiche wurden auch die Möglichkeiten der Vernetzung der Beauftragten auf regionaler, Landes- und Bundesebene thematisiert. Die Dokumentation des Seminars ist online.

Barrierefreie Online-Lehre

Barrierefreiheit in der Online-Lehre - eine Handreichung

Vertreter_innen des Netzwerks Gender und Diversity in der Lehre haben eine Handreichung zur barrierefreien Gestaltung der Online-Lehre erarbeitet. Die Autor_innen zeigen, welche Gruppen von Studierenden von inklusiven Angeboten profitieren und wie Barrierefreiheit von den Lehrenden im Einzelnen umgesetzt werden kann. Sie geben Hinweise für die Planung und Durchführung der Lehrveranstaltung, die Auswahl der Lehr-Lern-Methoden sowie die Gestaltung der Materialien. Eine umfangreiche Linksammlung ergänzt die Handreichung.

Prüfverfahren für Lehrende

In seinem Blogbeitrag im Dossier Diversität & Barrierefreiheit des Hochschulforums Digitalisierung schlägt Björn Fisseler ein Verfahren vor, mit dem Lehrende ihre digitalen Bildungsangebote auf technische Aspekte von Barrierefreiheit prüfen können.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Universität Potsdam: Inklusionskonzept verabschiedet

Im März hat der Senat der Universität einstimmig das "Inklusionskonzept der Universität Potsdam zur Verbesserung der Studien- und Arbeitsbedingungen für Menschen mit Behinderung und/oder chronischer Krankheit" verabschiedet. Das Konzept umfasst die drei Handlungsfelder "Studium und Lehre", "Mitarbeiter_innen" sowie "Barrierefreiheit" und benennt Maßnahmen, mit denen bestehende bauliche, kommunikative, strukturelle und didaktische Barrieren ermittelt und im Umsetzungszeitraum 2021-2030 sukzessive abgebaut werden sollen. Das Inklusionskonzept stellt eine Gesamtstrategie dar, deren Umsetzung durch einen Meilensteinplan konkretisiert wird.

Hochschule der Medien Stuttgart: Projektantrag zu barrierefreier Digitalisierung erfolgreich

139 Projekte von Hochschulen und Hochschulverbünden fördert die Stiftung Innovation in der Hochschullehre im Rahmen der Förderlinie „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“. Gefördert wird auch das Projekt "Hochschul-Initiative Digitale Barrierefreiheit für Alle", das von der Hochschule der Medien Stuttgart im Verbund mit der Universität Bielefeld, der Pädagogischen Hochschule Freiburg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg realisiert werden soll.

WWU Münster: Podcast "Uni inklusiv - gemeinsam verschieden"

Die Inklusionstutor_innen der WWU Münster haben seit einigen Wochen einen eigenen Podcast "Uni inklusiv - gemeinsam verschieden". Die ehrenamtlichen Studierenden befassen sich in ihrem Podcast-Projekt 14tägig mit Themen rund um das Studium mit Beeinträchtigung. Der Podcast ist über Spotify, Apple Podcast und Deezer zu hören.

Aus den Bundesländern

Netzwerk Studium und Behinderung Bayern: Stellungnahme zum Entwurf des Hochschulinnovationsgesetzes

Das Netzwerk Studium und Behinderung Bayern begrüßt in seiner Stellungnahme, dass der Gesetzentwurf zum Hochschulinnovationsgesetz das Querschnittsthema Inklusion verstärkt zur Geltung bringt und die Rechte der Studierenden sowie die Rechtsstellung der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen stärkt. Neben einer weitergehenden Verankerung von Nachteilsausgleichen Satzungen und Prüfungsordnungen fordert das Netzwerk vor allem die rechtliche Absicherung des Netzwerks Studium und Behinderung Bayern sowie eine Verankerung der Mitwirkungsrechte der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen im Gesetz.

Bayern: Empfehlungen für eine Autismus-Strategie

Im Auftrag des Bayerischen Sozialministeriums hat die Hochschule für angewandte Wissenschaften München "Empfehlungen für eine Autismus-Strategie Bayern" erarbeitet. Die Autoren empfehlen u.a. ein Konzept für barrierefreies und inklusives Studieren von Menschen mit Autismus zu erstellen, das Studien- und Prüfungsmodalitäten sowie Nachteilsausgleiche landesweit regelt. An den Hochschulen sollen Unterstützungsmöglichkeiten über digitale Plattformen und Peer-Gruppen etabliert werden. Auf der Grundlage der Projektergebnisse wird die Bayerische Staatsregierung eine Autismusstrategie für Bayern entwickeln, die im Sommer 2022 dem Landtag vorgelegt werden soll.

Sachsen: Inklusion in den Zielvereinbarungen verankert

Das Wissenschaftsministerium und die Hochschulen in Sachsen haben neue Zielvereinbarungen für die Jahre 2021-2024 vereinbart. Die meisten Zielvereinbarungen setzen u.a. einen Schwerpunkt im Bereich der Inklusion. Darin verpflichten sich die Hochschulen, die Aktionspläne fortzuschreiben und die Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen zu stärken.

Die Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen im Gespräch

Im Podcast Trafohaus//Lehre des Hochschuldidaktischen Zentrums Sachsen stellten Stefanie Dreiack, Koordinatorin für Inklusion, und Diana Hillebrand-Ludin, Koordinatorin für Gender und Diversität, die Arbeit der Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen (KCS) vor. Gemeinsam mit der Moderatorin Claudia Bade sprachen sie über die Themen Vielfalt und Inklusion an sächsischen Hochschulen sowie aktuelle Konzepte zur digitalen Lehre. Diskutiert wurde z.B. über die Chancen und Herausforderungen der Teilhabe von Studierenden im digitalen Raum.

Aus Politik und Verwaltung

Deutscher Verein empfiehlt verbesserten Zugang zu Leistungen des SGB II für Studierende in besonderen Lebenslagen

Das Präsidium des Deutschen Vereins für öffentliche Fürsorge hat im Juni 2021 „Empfehlungen zur Weiterentwicklung und Rechtsvereinfachung im SGB II“ beschlossen. U.a. wird empfohlen, Leistungsansprüche für Studierende in besonderen Lebenslagen zu verbessern, um bestehende Benachteiligungen auszugleichen und Studienabbrüche zu verhindern. Es heißt in der Empfehlung: „Die Sicherung des Lebensunterhalts von Auszubildenden und Studierenden muss über das System der Ausbildungsförderung nach dem BAföG und dem SGB III be­darfsdeckend ausgestaltet werden. Bis dies der Fall ist, empfiehlt der Deutsche Verein, die Regelungen im SGB II für einen ergänzenden Leistungsbezug einheit­lich für alle Ausbildungsformen auszugestalten. Dies muss auch für Studierende gelten, die nicht bei ihren Eltern wohnen und insbesondere aufgrund besonderer Lebenslagen nur eingeschränkte Verdienstmöglichkeiten haben.“

Die Empfehlungen des Deutschen Vereins werden von Vertreter/innen der Kommunen, der Freien Wohlfahrtspflege, der Bundes- und Landesregierungen, der Wissenschaft und aus weiteren Organisationen und Institutionen gemeinsam erarbeitet. Das DSW war aktiv an der Entwicklung der Empfehlung beteiligt.

Vorrang für Assistenzhunde

Assistenzhunde erhalten künftig Zutritt zu öffentlichen Anlagen und Einrichtungen, auch wenn Hunde dort sonst verboten sind. Dies ist eine der Neuregelungen des Teilhabestärkungsgesetzes, die am 1. Juli 2021 in Kraft tritt.

Aus Verbänden

Juso-Hochschulgruppen: Sicherung des Rechts Studierender mit psychischen Beeinträchtigungen auf Nachteilsausgleich

Die Juso-Hochschulgruppen haben im Juni ein Forderungspapier zum Sommersemester 2021 veröffentlicht. Darin benennen sie u.a. die pandemibedingten, hohen psychischen Belastungen der Studierenden und fordern sicherzustellen, dass "psychische Beeinträchtigungen ... als Gründe für die Gewährung etwaiger Nachteilsausgleiche im Lehr- und Prüfungsbetrieb rechtssicher geltend gemacht werden können". Darüber hinaus fordern sie einen Ausbau des Angebots an psychosozialen Beratungs- und Präventionsstellen.

Verschiedenes

SRH Fernhochschule: Stipendium für Studieninteressierte mit Behinderung 

Studieninteressierte mit Behinderungen, die an der SRH studieren möchten, können sich dort um das Stipendium "Handicap" bewerben. Mit dem Stipendium werden jeweils 75 Prozent der Studiengebühren für das Wunschstudium des Stipendiaten finanziert. Die SRH vergibt jährlich vier Stipendien an Studieninteressierte. Bewerbungsschluss ist der 30.6.2021. 

Initiative Diagnose: Arbeitsfähig

Die Initiative "Diagnose: Arbeitsfähig" will Studienabsolvent_innen mit psychischer Erkrankung beim Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen. Dazu sucht die Initiative den Dialog mit Unternehmen, Betroffenen und weiteren für das Projekt relevanten Einrichtungen der Arbeitswelt, um akademische Berufseinsteiger_innen mit psychischer Erkrankung bedürfnis- und qualifikationsgerecht auf dem Arbeitsmarkt zu inkludieren – und das unabhängig vom Vorliegen eines Behindertenausweises.

Fachgebärdenlexikon für MINT-Fächer

Im Max Planck Institut für Mikrostrukturphysik wird ein Fachgebärdenlexikon für MINT-Fächer entwickelt. Ziel des vom 01.08.2019 bis 30.04.2022 befristeten und von der Max-Planck-Förderstiftung geförderten Projektes ist es, ein Fachgebärdenlexikon mit 5000 MINT-Fachgebärden zu entwickeln.

Publikationen

Wissen von Hochschullehrenden zu Nachteilsausgleichen

Der Artikel informiert über die Ergebnisse eines Forschungsprojektes, in dessen Rahmen Lehrende der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Uni Köln zu ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und Informationsbedarfen zum Thema Nachteilsausgleiche für Studierende mit Behinderungen befragt wurden. Die Befragung zeigt, dass Lehrende schlecht zu diesem Thema informiert sind, existierende Beratungs- und Unterstützungsangebote zu wenig kennen und nutzen und selten eine proaktive Rolle einnehmen. Mehr als zwei Drittel der Lehrenden gaben an, dass sie sich mehr Beratung und Information zum Thema Nachteilsausgleiche wünschen.

Studium und Behinderung in den Medien

Forschung & Lehre: Blind an der Hochschule

Der Artikel befragt blinde Studierende und Hochschulmitarbeiter_innen zu ihrem Hochschulalltag. Er beschreibt positive Entwicklungen wie auch die Herausforderungen, die durch die Digitalisierung der Hochschullehre neu entstanden sind.

ORF.at: Wie Unis inklusiver werden könnten

Universitäten in Österreich sind gesetzlich dazu verpflichtet, Studierende mit Behinderungen zu unterstützen. Um Hochschulen aber tatsächlich inklusiv zu gestalten bedarf es nach Meinung der befragten Expert_innen einer Institutionalisierung von Strukturen sowie eines Kultur-Wandels.

Termine

Schnupperstudium für beeinträchtigte Studieninteressierte und Studierende an der TU Dortmund

Termin: 23.-25. November 2021
Ort: TU Dortmund
Veranstalter: DoBuS, Bereich „Behinderung und Studium“ im Zentrum für Hochschulbildung (zhb)
Zielgruppe: Studieninteressierte mit Behinderung oder chronischer Krankheit, für die der Studienort Dortmund in Frage kommt, sowie Studienanfänger_innen mit Behinderung oder chronischer Krankheit an der TU Dortmund

Im Rahmen der Schnupperuni haben Interessierte die Möglichkeit, sich über Unterstützungs­angebote für Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit an der TU Dortmund zu informieren und mehr zu erfahren über Leben und Studieren mit persönlicher Assistenz sowie den Umgang mit Studienhelfer_innen, über die Finanzierung von technischen und personellen Hilfen im Studium sowie Rechtsansprüche und Nachteilsausgleiche im Studium. Ebenso besteht die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit anderen behinderten Studieren­den.

Seminarreihe: Inklusion und Barrierefreiheit in der Lehre

Termin: 13. September 2021ff.
Ort: online
Veranstalter: Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen (KCS)
Zielgruppe: Lehrende sächsischer Hochschulen und Universitäten, Interessierte anderer Bundesländer auf Anfrage  

Ziel des mehrteiligen Online-Workshops "Inklusion und Barrierefreiheit in der Lehre" ist es, den Teilnehmenden Basiskompetenzen zu vermitteln, mit denen sie ihre eigene Lehre barrierefrei und inklusiv gestalten können. Aspekte digitaler und analoger Lehre werden gleichermaßen thematisiert.

Seminar: Autismus-Spektrum und Studium: Basiswissen für Mitarbeitende in Lehre und Verwaltung an Hochschulen

Termin: 14. September 2021
Ort: Leipzig
Veranstalter: Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen (KCS)
Zielgruppe: Lehrende sächsischer Hochschulen und Universitäten, Interessierte anderer Bundesländer auf Anfrage 

Im Rahmen des Workshops wird Überblickswissen zum Thema Autismus-Spektrum (vor allem hoch-funktional, Asperger) und Studium vermittelt. Schwerpunkte des Workshops sind u.a. die besondere Situation neurodiverser Studierender, die barrierearme Gestaltung von Lehre, Beratung, Studienalltag sowie Nachteilsausgleiche und Unterstützungsangebote. Darüber hinaus können Fallbeispiele in den Workshops eingebracht und konkrete Fragen aus dem (Studien-)Alltag thematisiert werden.

25.06.2021