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IBS Newsletter vom 24. Juni 2016

Tipps und Informationen Nr. 6 / 2016

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Studentenwerk Dresden: Stammtisch "Studium mit Behinderung und chronischer Erkrankung"

Die Sozialberatung des Studentenwerks Dresden organisiert einen Stammtisch zum Thema "Studium mit Behinderung und chronischer Erkrankung". Dieser gibt Studierenden mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten die Möglichkeit, sich untereinander über Schwierigkeiten und Lösungen im Studium auszutauschen.

TU Dortmund: Internationales Kooperationsprojekt Studium und Behinderung

Zwischen der TU Dortmund, dem Verband Sonderpädagogik e. V. und der Lombatschewski-Universität in der Russischen Föderation besteht ein internationales Kooperationsprojekt. Ziel ist es, die Lombatschewski-Universität in der Umsetzung von Barrierefreiheit und inklusiver Hochschulbildung zu unterstützen. Aus dem Projekt soll eine längerfristige Zusammenarbeit entstehen.

Hochschule Wismar richtet Aktionstag aus

Die Hochschule Wismar war in diesem Jahr Gastgeberin für den jährlichen Aktionstag des Beirates für Menschen mit Behinderungen des Kreistages Nordwestmecklenburg. Während des Aktionstages stellten sich Verbänden und Vereinen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe mit Informationsständen und Selbsterfahrungsstationen vor. Darüber hinaus gab es ein Programm zum Thema Barrierefreiheit und Inklusion in der Lehre.

Aus den Bundesländern

Saarland: Hochschulen verpflichten sich zu Engagement für Studierende mit Behinderungen

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes und die Universität des Saarlandes werden zusammen Angebote zur Unterstützung von Studierenden mit Behinderung und chronischen Krankheiten entwickeln. Dazu verpflichten sich beide Hochschule in der Ziel- und Leistungsvereinbarung mit dem Land. Die Ziel- und Leistungsvereinbarung wurde im Juni zwischen der htw saar und der Staatskanzlei für den Zeitraum von 2016 bis 2018 geschlossen.

Sachsen-Anhalt: Koalitionsvertrag berücksichtigt Studierende mit Beeinträchtigungen

Der Koalitionsvertrag von SPD, CDU und Bündnis 90/ Die Grünen in Sachsen Anhalt sieht eine Novellierung des Landeshochschulgesetzes vor, die u.a. die Regelung der Funktion von Behindertenbeauftragten und ihrer Ausstattung berücksichtigen soll. Darüber hinaus planen die Koalitionäre, Tutorenprogramme für Studierende mit körperlichen Benachteiligungen einzurichten - eine von mehreren Maßnahmen, die Hochschulzugänge stärker diversifizieren soll.

Aus Politik und Verwaltung

Bundesteilhabegesetz

Der Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (Bundesteilhabegesetz - BTHG) hat vielfach Kritik hervorgerufen. Das DSW hatte sich mit einer Stellungnahme dazu geäußert (s. Tipps und Informationen 5/2016), ebenso viele weitere Verbände. Wie das Deutsche Studentenwerk kritisiert insbesondere der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) die Auswirkungen der geplanten Neuregelungen auf Studierende mit Beeinträchtigungen, durch die deren Zugang zu den Leistungen der Eingliederungshilfe stark eingeschränkt werde. Der Gesetzentwurf geht am 28. Juni ins Bundeskabinett und danach in den Bundestag. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2017 in Kraft treten.

EU einigt sich auf Richtlinie zu barrierefreien Webseiten

Vertreter und Vertreterinnen des Europäischen Parlaments, des Rates und der Kommission haben sich auf die erste EU-weite Regelung für barrierefreie Webseiten und Applikationen öffentlicher Stellen geeinigt. Hintergrund ist Art. 9 der UN-Behindertenrechtskonvention, der die EU und ihre Mitgliedstaaten verpflichtet, Menschen mit Behinderungen mittels geeigneter Maßnahmen  einen barrierefreien Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien zu ermöglichen. Die EU-Richtlinie muss noch vom Europäischen Parlament und vom Rat gebilligt und anschließend von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. 

Aus Verbänden und Institutionen

Barrierefreie Videos in der Hochschullehre: Neuer Arbeitskreis sucht Mitglieder

Das Projekt "BIK für Alle" hat als einen Schwerpunkt "Barrierefreie Viedeos in der Hochschullehre". Ein Arbeitskreis soll u.a. die folgenden Fragen untersuchen: Wie kommen Online-Videos an Hochschulen zum Einsatz? Welche barrierefreien Lösungen gibt es bereits? Wie kann Barrierefreiheit in den Onlineangeboten der Hochschulen weiter etabliert werden? Für diesen Arbeitskreis werden noch Mitglieder gesucht. "BIK für Alle2" ist das jüngste Projekt der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projektreihe "BIK - barrierefrei informieren und kommunizieren". "BIK für Alle" arbeitet in diesem Schwerpunkt mit Dr. Steffen Puhl von der Justus-Liebig-Universität zusammen.

ZeDiS-Ringvorlesung: Behinderung ohne Behinderte!? Perspektiven der Disability Studies

Das Zentrum für Disability Studies (ZeDiS) veranstaltet auch im Sommersemster 2016 eine Ringvorlesung mit verschiedenen Beiträgen  und Perspektiven zum Thema Behinderung. Die Vorlesungen stehen allen Interessierten offen. Vielfach können die Vorlesungen auf der Website des ZeDiS nachgelesen werden.

Publikationen

Kein Nachteilsausgleich im Prüfungsrecht für Prüflinge mit persönlichkeitsbedingten oder konstitutionellen Dauerleiden – Anmerkung zu VG Ansbach

Ausgangspunkt des Beitrags ist ein Beschluss des Verwaltungsgerichts Ansbach vom 26.04.2013 über die Nichtgewährung von Nachteilsausgleichen für Prüflinge mit persönlichkeitsbedingten oder konstitutionellen Dauerleiden. Die Autoren argumentieren gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Sie setzen sich kritisch mit der vom Gericht vorgenommene Unterscheidung von Behinderungsformen auseinander und beschreiben Auswirkungen unterbleibender Nachteilsausgleiche auf die Teilhabe an Bildung und Beruf. 

Studium und Behinderung in den Medien

Merton-Magazin: Ungehindert studieren. Mit Behinderung

Das Online-Magazin des Stifterverbandes berichtet vom Studienalltag einer Studentin mit Beeinträchtigung und gibt Daten und Fakten zum Thema. Der Beitrag verweist auf das Auditierungsverfahren "Vielfalt gestalten" des Stifterverbandes.

Termine

Fit für den Job - Einblicke in das Förderinstrumentarium der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Termin: 7. Oktober 2016
Ort: Marburg
Zielgruppe: blinde und sehbehinderte Interessierte
Veranstalter: Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. - blista

Die Fortbildung beschäftigt sich mit den Grundlagen rechtlichen Handelns im Sozial- und Verwaltungsrecht. Praxisorientiert werden Hürden bei der Antragstellung besprochen und Hinweise für einen erfolgreichen Antrag gegeben. Studierende zahlen einen ermäßigten Teilnehmerbeitrag. Anmeldeschluss ist der 9. September 2016.

24.06.2016