IBS Newsletter vom

Tipps und Informationen Nr. 5 / 2021

Aus der IBS und dem DSW

Inklusive Hochschule - die Bundesländer im Überblick

Wie setzen die Bundesländer das Recht Studierender mit Beeinträchtigungen auf chancengleiche Teilhabe an der Hochschulbildung um? Wie fördern sie das Engagement der Hochschule für mehr Inklusion? In welchen Bundesländern gibt es Vernetzungen der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen? Auskunft hierzu gibt eine neue Seite im Online-Informationsangebot der IBS. Die Seite bietet einen Überblick über relevante rechtliche Regelungen, Programme und Projekte der Länder zur Förderung einer inklusiven Hochschule, Inklusion in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen, Netzwerke der Inklusionsakteure im Hochschulbereich etc.

Barrierefreie Online-Lehre

Seezeit Studierendenwerk Bodensee: Leitfaden "Studierende in Krisen - Was bedeutet das für Sie als Lehrende?"

Umfragen zeigen: Das Online-Studium belastet viele Studierende. Sie vermissen die Kontakte zu Kommiliton_innen wie Lehrenden, klagen häufig über eine fehlende Tagesstruktur und berichten von Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren und in ihrem Lernen zu organisieren. Was aber können Lehrende im Kontakt mit belasteten Studierenden tun? Wie erkennen sie psychische Probleme? Wie sollten sie in Situationen akuter Selbst- oder Fremdgefährdung reagieren? Hinweise hierzu finden Lehrende im Leitfaden „Studierende in Krisen - Was bedeutet das für Sie als Lehrende?“. Der Leitfaden wurde vom Team der Psychotherapeutischen Beratungsstelle (PBS) von Seezeit Studierendenwerk Bodensee erstellt.

Für die Beratungspraxis

Eingliederungshilfe für ein Studium im Ausland an „gewöhnlichen Aufenthalt“ in Deutschland geknüpft

Studierende mit Behinderungen können Eingliederungshilfen für ein Studium im Ausland nur dann erhalten, wenn Deutschland der Ort des „gewöhnlichen Aufenthalts“ bleibt. Darauf hat das Sächsische Landessozialgericht mit seinem Beschluss vom 31.3.2020 (Az. L 8 SO 5/20 B ER) hingewiesen. Das Gericht unterscheidet dabei zwischen einem vorübergehenden, klar befristeten Studienaufenthalt im Ausland als Teil oder Ergänzung eines Studiums an einer deutschen Hochschule (z.B. ein oder zwei Auslands-Studiensemester) und einem Wechsel an eine ausländische Hochschule zur Erstaufnahme bzw. Durchführung eines Studiums ohne feste Rückkehrabsicht und klare zeitliche Befristung (z.B. komplettes Studium im Ausland). Während im ersten Fall Deutschland als „gewöhnlicher Aufenthaltsort“ und damit die Ansprüche auf Eingliederungshilfe erhalten blieben, würde im zweiten Fall das Gastland zum Ort des „gewöhnlichen Aufenthalts“, wodurch Ansprüche im Rahmen der Eingliederungshilfe nach SGB IX entfallen würden. Im Übrigen werde Eingliederungshilfe für einen studienbedingten Auslandsaufenthalt auch nach Inkrafttreten des Bundesteilhabegesetzes i.d.R. nur gewährt, wenn sich dadurch die Dauer der Eingliederungsmaßnahmen nicht wesentlich verlängere und keine unvertretbaren Mehrkosten entstünden. Die Leistungserbringung stehe im Ermessen des Leistungsträgers (§ 112 SGB IX i.V.m. § 104 SGB IX).

Aus Hochschulen und Studentenwerken

HAW Hamburg und HOOU „Studieren mit einer psychischen Erkrankung: (wie) geht das?“

Die HAW Hamburg und die Hamburg Open Online University (HOOU) haben gemeinsam die Website „Studieren mit einer psychischen Erkrankung: (wie) geht das?“ erarbeitet. Die Website bietet Informationen für Studierende, Studieninteressierte, Lehrende und Hochschulbeschäftigte zum Thema psychische Erkrankungen. Interessierte finden Informationen über psychische Erkrankungen und deren Auswirkungen auf das Studium, über Anlaufstellen und Unterstützungsangebote im Hochschulkontext sowie Hinweise zum Umgang mit dem Thema im Hochschulalltag. Comics, Erfahrungsberichte Studierender und Interviews mit Expert_innen im Thema ergänzen das Informationsangebot.

Universität und Studierendenwerk Freiburg: Woche der Inklusion 2021

Vom 2. - 9. Mail 2021 findet in Freiburg die Woche der Inklusion statt. Vereine, Gruppen und Initiativen stellen ihre inklusiven Einrichtungen und Projekte vor und machen auf ihre Bedürfnisse aufmerksam. Mit dabei sind die Universität Freiburg und das Studierendenwerk Freiburg. In Videos stellen die Beauftragte für Studierende mit Behinderungen und das Studierendenwerk ihre Leistungen für Studierende mit Beeinträchtigungen vor. 

Aus Politik und Verwaltung

Dritter Teilhabebericht der Bundesregierung

Der dritte Teilhabebericht der Bundesregierung über die Lebenslagen von Menschen mit Beeinträchtigungen 2021 beschäftigt sich auch mit der Situation von Studierenden. Im Wesentlichen referiert der Bericht Daten der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks sowie der Datenerhebung "beeinträchtigt studieren" zur Gruppe der Studierenden mit Beeinträchtigungen, ihren Bedarfen an baulicher Barrierefreiheit, zu Studienverlauf und Nachteilsausgleichen. Der Teilhabebericht konstatiert u.a. das Fehlen gesetzlicher Regelungen zu den Beauftragten für Studierende mit Behinderungen in einzelnen Bundesländern und Probleme beim Übergang von Hochschulabsolvent_innen mit Beeinträchtigungen in den Beruf.

Aus Verbänden, Vereinen, Stiftungen

aktion luftsprung

Die aktion luftsprung begleitet junge Menschen mit chronischen Erkrankungen auf ihrem Weg in Beruf oder Studium. Am 15. April startete die Stiftung eine Talkrundenserie unter dem Titel „Mach Dein Ding! - Talk“ - eine Talkshow von chronischen Talenten für chronische Talente. In der ersten Talk-Runde ging es um das Thema "Zwischen Vision und Vorsicht - Berufswahl mit chronischer Erkrankung". Die Talkshow ist online verfügbar.

Internationales

Webportal: Inklusive Auslandsmobilität

Im Rahmen des Projektes EPFIME haben Akteure aus Flandern, Irland und das Erasmus Student Network Angebote entwickelt, um eine europaweite Verbesserung der Mobilität von Studierenden mit Behinderungen zu erreichen. Hierzu gehört u.a. das Onlineportal www.inclusivemobility.eu. Die Plattform ermöglicht es Studierenden, die Angebote von Hochschulen für internationale Studierende mit Behinderungen in einer Datenbank zu recherchieren. Hochschulen können mit Hilfe eines self-assessment-Tools ihren Status quo erheben und mögliche offene Bereiche identifizieren. Eine Toolbox mit Beiträgen und Publikationen, Beispiele guter Praxis und Berichte von Testimonials ergänzen die Seite.

Inclusion in International Higher Education

Inklusion im europäischen Hochschulbereich ist 2021 Schwerpunktthema der Academic Cooperation Association (ACA). In den ACA "Think Pieces" werden Beiträge von Expert_innen zum Thema "Inclusion in International Higher Education: European Perspectives & Insights" veröffentlicht. In der ACA sind Organisationen Mitglied, die - wie z.B. der DAAD - auf nationaler Ebene die Internationalisierung des europäischen Hochschulraum fördern. 

Verschiedenes

DZHW: Corona-Pandemie und Situation vulnerabler Studierendengruppen 

Studierende mit Beeinträchtigungen, mit Kind und solche, die der COVID-19-Risikogruppe angehören, haben ein systematisch höheres Stressempfinden als ihre Vergleichsgruppen. Dies ergab eine Auswertung der Online-Befragung „Studieren in Zeiten der Corona-Pandemie“, die das DZHW im Sommersemester 2020 untere 28.600 Studierenden durchführte. Das höhere Stressempfinden in diesen Gruppen ist nach Auffassung der Autoren vor allem bedingt durch eine für die digitale Lehre weniger geeigneten Wohnsituation, schwieriger gewordene familiäre Beziehungen und die höhere Angst vor einer Corona-Infektion. Hiervon ausgehend empfehlen die Autoren den Hochschulen, an spezifischen Gruppenbedarfen abgestimmte Maßnahmen anzubieten.

Barrierefreie IT

Die EU-Richtlinie 2016/2102 verpflichtet die öffentlichen Stellen, ihre Webseiten und Apps barrierefrei zu gestalten. Um die barrierefreie Zugänglichkeit öffentlicher Webseiten und Apps sicher zu stellen, haben Bund und Länder eigene „Beschwerdestellen“ eingerichtet. Diesen Stellen können Nutzerinnen und Nutzer Barrieren von Webseiten und Apps öffentlicher Stellen mittteilen. Die Durchsetzungsstellen bzw. Zentralstellen für barrierefreie Informationstechnik des Landes Bremen und des Landes Sachsen stellen in Informationsveranstaltungen Ihre Aufgaben vor und laden zum Austausch ein.

Studium und Behinderung in den Medien

Legasthenie in Ausbildung und Studium

Der Beitrag in der Süddeutschen Zeitung geht der Frage nach, was Menschen mit Legasthenie hilft, eine Ausbildung oder ein Studium erfolgreich abzuschließen.

Im Videocall muss man sich nicht outen

Wie erleben Studierende mit Beeinträchtigungen das Online-Studium? Was wird leichter, was schwieriger? Und was sollte auch in Nach-Pandemie-Zeiten beibehalten werden?

Termine

Digitales Prüfen zwischen Barrierefreiheit und angemessenen Vorkehrungen

Termin: 20. Mai 2021
Ort: digital (Zoom)
Veranstalter: Claudia Imhoff, Hochschulbeauftragte für Studierende mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung; Simone Möller, Referat Chancengerechtigkeit; Dr. Björn Fisseler, Fachmediendidaktiker der Fakultät für Psychologie der FernUniversität Hagen
Zielgruppe: Interessierte

Wie können digitale Prüfungen inklusiv gestaltet werden? Welche technischen und welche didaktischen Aspekte sind dabei zu berücksichtigen? Diesen Fragen nähert sich die Veranstaltung in zwei Vorträgen und einem anschließenden Austausch. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Global Accessibility Awareness Day (GAAD) 2021 statt.

KIT Mastermesse virtuell

Termin: 17.-23. Mai 2021
Ort: online
Veranstalter: KIT
Zielgruppe: Studieninteressierte mit Sehbeeinträchtigung

Auf der Messe haben Studieninteressierte die Möglichkeit, die Masterstudiengänge und das überfachliche Angebot des KIT virtuell zu entdecken - eine Woche lang, Tag und Nacht. Sie können sich in Beratungsgesprächen und bei Vorträgen über Bewerbungsverfahren, Studieninhalte, Vertiefungsrichtungen, Auslandsaufenthalte und vieles mehr informieren. Die Masterstudiengänge kann man auch in Vorlesungen und Fachvorträgen kennenlernen. Da das Messetool leider noch nicht barrierefrei bedienbar ist, bietet das Studienzentrum für Sehgeschädigte den Interessenten für ein Masterstudium virtuelle Begleitung an.

03.05.2021