IBS Newsletter vom 14. März 2019

Tipps und Informationen Nr. 3 / 2019

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Universität Augsburg: "Zertifikat Inklusive Hochschullehre"

ProfiLehre, die didaktische Weiterbildung für Hochschullehrer/innen an der Universität Augsburg, vergibt jetzt ein Zertifikat für inklusive Hochschullehre. Für das Zertifikat müssen vier Kurse im Rahmen des Programms ProfiLehre besucht werden: "Behinderte und chronisch kranke Studierende in meiner Veranstaltung - und jetzt?", "Differenzierung - Umgang mit Heterogenität in Lehrveranstaltungen", Psychische Auffälligkeiten bei Studierenden" sowie "Gestaltung barrierefreier Word- oder pdf-Dokumenten". Das Zertifikat ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, die Menschen mit Beeinträchtigungen das Studieren, Arbeiten und Leben an der Universität Augsburg ermöglichen sollen.

studierendenWERK Berlin: Seminar zum Berufseinstieg

Die Beratungsstelle „Barrierefrei studieren“ bietet für angehende Absolvent/innen mit Behinderung oder chronischer Krankheit ein Seminar zum Berufseinstieg an. An insgesamt drei Tagen vermittelt das Seminar Wissen zum Thema Bewerbung mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, es werden Bewerbungssituationen trainiert und Fördermöglichkeiten für den Berufseinstieg benannt. Termine: 08.06., 15.06. und 22.06.2018 jeweils von 09:30 Uhr bis ca. 16.00 Uhr. Anmeldeschluss ist der 15. Mai 2018.

Studierendenwerk Münster: Diversity Fest

Die Sozialberatung des Studierendenwerks Münster lud zum "Diversity Fest". Live Musik, Talk und Improtheater behandelten Beeinträchtigungen und Herausforderungen, die den Studierenden begegnen und gaben Impulse, wie diese erfolgreich überwunden werden können. Das Event bot ebenfalls Raum zum Kennenlernen und zur Kontaktaufnahme zu Akteuren der Hochschule im Bereich studentischer Beratung und Vertretung.

FernUniversität Hagen: Ein großer Schritt nach vorn zum barrierefreien Fernstudium

Vor zehn Jahren wurde die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. Was hat das Übereinkommen für die FernUniversität Hagen gebracht? Neben mehr Barrierefreiheit auch die institutionelle Verankerung von Inklusion, so Prorektor Prof. Sebastian Kubis in einem Interview.

Hochschule Merseburg: Studieren trotz Behinderung

Dr. Rene Angelstein berichtet in einem Interview über die Situation Studierender mit Behinderungen und über seine Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten als Behindertenbeauftragter der Hochschule Merseburg.

Für die Beratungspraxis

Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs bejaht Nachteilsausgleich aufgrund Legasthenie

Ein Studierender, dem durch ein Sachverständigen-Gutachten eine Lese-Rechtsschreibstörung attestiert wurde, habe grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf Nachteilsausgleich, soweit dies zur Herstellung der Chancengleichheit erforderlich sei. Der Nachteilsausgleich habe sich an der konkreten Behinderung und der jeweiligen Prüfung zu orientieren. Er dürfe jedoch nicht zu einer Überkompensation von Prüfungsbehinderungen und damit zu einer Verletzung der Chancengleichheit der anderen Prüfungsteilnehmer führen. Im vorliegenden Fall bewilligte der Verwaltungsgerichtshof dem Informatikstudierenden eine auf alle Prüfungs- und Klausurtypen zu gewährende Erhöhung der Bearbeitungszeit um 40 Prozent, unabhängig von weiteren Maßnahmen zum Ausgleich des Nachteils.

Nachteilsausgleich in Prüfungsverfahren

Die Autorin bespricht in dem Beitrag eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs München, in der dieser den Anspruch auf Nachteilsausgleich in Form einer Schreibzeitverlängerung bei einer Lese- und Rechtschreibstörung bejaht.

  • Rabe-Rosendahl: Nachteilsausgleich in Prüfungsverfahren - zugleich Anmerkung zum Urteil des Bayerischen VGH (Verwaltungsgerichtshof) v. 19.11.2018 - 7 B 16.2604; Beitrag A3-2019 unter www.reha-recht.de

Internationales

Österreich: Unis und Sozialministerium fördern Promotionen von Menschen mit Behinderungen

Auf Initiative der öffentlichen Universitäten bzw. der Universitätskonferenz (uniko) und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz (BMSAGK) wurden im Januar 2019 die ersten „Promotionsstellen ohne Limit“ (PromoLi) ausgeschrieben. Damit soll Menschen mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung eine wissenschaftliche oder künstlerische Karriere, der Einstieg in die außeruniversitäre Forschung bzw. eine adäquate erwerbsmäßige Tätigkeit ermöglicht werden. Ziel von PromoLi ist es, an allen 21 Universitäten eine hinreichende Zahl an Stellen in Form eines dauerhaften Förderprogramms zu schaffen.

Verschiedenes

1:1 Online-Mentoring für Menschen mit Behinderungen

Mit „eAbility“, dem ersten Online-Mentoring-Programm für Menschen mit Behinderungen schlägt die Stiftung MyHandicap die Brücke zwischen Arbeitnehmer/innen und Unternehmen. Über eine Online-Lernplattform mit strukturierten Inhalten können sich die Mentees auf den (Wieder-)Einstieg in den Beruf vorbereiten, zum Beispiel durch ein digitales Bewerbungstraining. Hierbei werden sie von erfahrenen Mitarbeiter/innen aus Wirtschaftsunternehmen in 5x einer Stunde virtueller Videokonferenz beraten. Gegenwärtig werden noch Mentees gesucht.

Ratgeber "Legasthenie und Dyskalkulie im Erwachsenenalter"

Wer kann eine Legasthenie oder Dyskalkulie im Erwachsenenalter diagnostizieren? Kann man mit diesen Beeinträchtigungen studieren? Was ist ein Nachteilsausgleich und wem steht er zu? Antworten auf diese und andere Fragen finden sich in dem Ratgeber des Bundesverbands Legasthenie und Dyskalkulie e.V.

Software-Tools zur Unterstützung einer inklusiven Lehre

Im Rahmen des Projektes „Inklusive Digitalisierung in Hochschulbildung und Sozialer Arbeit“ wurde an der TH Köln eine Übersicht über Software-Tools erstellt, mit deren Hilfe die Lehre barrierefrei(er) gestaltet werden kann. Dies betrifft z.B. Software zur Sprach- bzw. Texterkennung sowie Hinweise zur Gestaltung barrierefreier Videos. Das Projekt ist beendet. Die Übersicht bleibt zugänglich und kann ergänzt werden.

Studium und Behinderung in den Medien

Zeitenwende - vom Leben nach der blista

Eveline Seidel beschreibt in dem Artikel, wie sie nach dem Abitur ihre Studienfächer fand, welche Erfahrungen sie im Umgang mit den Lehrenden und Kommiliton/innen machte und wie sie durch Selbstanalyse zum Traumberuf fand.

Wir müssen alle irritationsfähiger sein

Simone Danz ist Professorin für Inklusive Pädagogik und Heilpädagogik an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. In einem Interview berichtet sie über ihre Behinderung, ihren Weg zur Professur und ihre Arbeit als Enthinderungsbeauftragte der Hochschule.

Termine

IBS-Seminar "Berufseinstieg mit Behinderungen und chronischen Krankheiten"

Termin: 20. bis 23. August 2019
Ort: Köln-Deutz
Veranstalter: Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks
Zielgruppe: Studierende in fortgeschrittenen Studienphasen und Absolvent/innen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten

Auf der Grundlage von eigenen Bewerbungsunterlagen und eines simulierten Bewerbungsgespräches erhalten die Teilnehmer/innen ein individuelles Bewerbungscoaching. Ergänzend dazu informiert die Bundesagentur für Arbeit über ihre Dienstleistungen für Bewerber/innen mit Behinderungen.

Fachtagung "Inklusion in Wissenschaftskultur und Selbstverwaltung der Hochschulen"

Termin: 23. Mai 2019
Ort: Kassel
Veranstalter: Projekt "Inklusive Hochschule Hessen"

Die Jahrestagung des Projekts "Inklusive Hochschule Hessen" diskutiert Fragen der Inklusion und Partizipation in der Hochschule sowie der inklusiven Wissenschaftskultur in den Fachbereichen. Die Anmeldung ist bis zum 12. Mai 2019 an [email protected] oder unter 0561-804 3718 möglich.

Abschlussveranstaltung des Forschungs- und Praxisverbunds "Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern"

Termin: 28. und 29. Mai 2019
Ort: München
Veranstalter: Forschungs- und Praxisverbund "Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern"
Zielgruppe: Forschende, Behindertenbeauftragte der Kommunen, Beauftragte für Studierende mit Behinderungen der Hochschulen, Vertreter/innen von Verbänden, der Politik, Interessierte 

Zwei Jahre lang arbeiteten und forschten die Universitäten Bayreuth und Würzburg sowie die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Ansbach, Deggendorf, Landshut und München innerhalb des Forschungs- und Praxisverbundes „Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern“. Auf der Veranstaltung präsentieren die Verbundpartner ihre Projekte und deren Ergebnisse. Anmeldeschluss ist der 26. April 2019.

14.03.2019