IBS-Newsletter vom 28. Februar 2014

Tipps und Informationen Nr. 2 / 2014

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Dokumentation der IBS-Fachtagung online

Am 23. und 24. Januar diesen Jahres fand die Fachtagung der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks statt. Im Plenum und in Workshops diskutierten die mehr als 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Thema "Inklusion realisieren – Beratung stärken". Die Beiträge der Referent/innen und die Präsentationen der Workshopleiter/innen können nun von den Webseiten der IBS heruntergeladen werden.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Uni Leipzig: Call for Papers zur Konferenz „Inklusive Hochschule. Nationale und internationale Perspektiven“

Die Universität Leipzig veranstaltet am 22. und 23. September 2014 eine Konferenz zu inklusiver Hochschulbildung. In einem internationalen Rahmen sollen wissenschaftliche Erkenntnisse zu Inklusion an Hochschulen ausgetauscht und nationale wie internationale Sichtweisen ausgelotet werden. Gesucht werden bis zum 12. März Beiträge aus der nationalen und internationalen Hochschulforschung mit Schwerpunkt Inklusion.

Bochum: Notrufsystem im Wohnheim Sumperkamp

Das Akademische Förderungswerk (AKAFÖ) hat rund 200.000 Euro investiert, um die Sicherheit der behinderten Bewohner/innen des Wohnheims Sumperkamp zu erhöhen. Installiert wurde ein neues Notrufsystem. Die Studierende können nun überall in ihrem Appartment einen Notruf auslösen. Gleichzeitig verfügt die neue Anlage über normierte Anschlüsse für Hilfsgeräte.

Aus den Bundesländern

NRW: Ziel- und Leistungsvereinbarungen unterzeichnet

Mitte Februar haben das Wissenschaftsministerium und die 16 öffentlich-rechtlichen Fachhoch­schulen in Nordrhein-Westfalen Ziel- und Leistungsvereinbarungen unterzeichnet. Diese gelten bis Ende 2015. In den Vereinbarungen verpflichten sich die Hochschulen dazu, sich in besonderem Maße um die Belange der Studierenden und Beschäftigten mit Behinderungen zu bemühen. Bis auf die Hochschule Ruhr-West wollen alle Fachhochschulen bis zum Ablauf der Zielvereinbarung ein Konzept zur vollständigen Inklusion Studierender mit Behinderungen erstellen.

NRW: Ausschreibung des KomDiM-Programms

KomDiM, das "Zentrum für Kompetenzentwicklung für Diversity Management in Studium und Lehre an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen", hat eine Programm zur Förderung von Projekten zur Implementierung von Diversity Management an Hochschulen ausgeschrieben. Hochschulen, Fakultäten oder Lehreinheiten können sich bis zum 15. April 2014 mit ihren Projekten bewerben. Die Förderung erfolgt in 2015 über 12 Monate.

Berlin: Ziel- und Leistungsvereinbarungen unterzeichnet

Alle Hochschulen verpflichten sich in den Hochschulverträgen, weitere Anstrengungen zur Effizienzverbesserung und größeren Zielgenauigkeit bei Maßnahmen zur Integration von Studierenden mit Behinderungen zu unternehmen. Zulassungs-, Studien- und Prüfungsordnungen sollen auf Regelungen zum Nachteilsausgleich überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Ein weiterer Fokus liegt darauf, die Beratungsangebote zu verbessern, die IT -Barrierefreiheit auszubauen und die Informations- und Mitwirkungsrechte der Beauftragten für die Studierenden mit Beeinträchtigungen sicherzustellen.Die Veträge gelten für die Jahre 2014 - 2017.

Aus Politik und Verwaltung

Andrea Nahles zu Studium und Behinderung

In der Rede zur Einführung der neuen Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen würdigte Bundesministerin Andrea Nahles auch, dass Verena Bentele ihr Studium an der LMU mit Bravour gemeistert habe. Sie ging darauf ein, dass dies nicht allen Studierenden mit Behinderungen gelinge und sagte, dass "wir auch für andere, die vielleicht nicht dieselben Bedingungen haben, hier noch weitere Verbesserungen erreichen müssen".

Für die Beratungspraxis

Leistungen nach dem SGB II im Urlaubssemester

Die neuen Dienstanweisungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum SGB II betreffen auch die Regelungen zu Studierenden in Urlaubssemestern (s. Ziffer 7.82). Die BA stellt klar: Grundsätzlich können Studierende, die ihr Studium krankheitsbedingt für länger als 3 Monate unterbrechen und die hilfebedürftig sind, Leistungen zum Lebensunterhalt nach SGB II beantragen. Ein Leistungsausschluss bestünde jedoch dann, wenn das Hochschulrecht des Landes es dem Studierenden ermögliche, das Studium auch während der Beurlaubung weiterzubetreiben und der Studierende in seinem Urlaubssemester häusliche Prüfungsvorbereitung betreibe oder Einrichtungen der Hochschule (auch unregelmäßig) aufsuche.

Versicherungsschutz für ausländische Studierende

Das Deutsche Studentenwerk und die Hanse Merkur Reiseversicherung AG haben einen neuen Rahmenvertrag für die Versicherung ausländischer Studierender in Deutschland geschlossen. Dieser gilt ab dem 1. Februar 2014. Die neuen Versicherungsbedingungen der Hanse Merkur umfassen erstmals auch eine psychotherapeutische Behandlung.

Verschiedenes

DVfR ermöglicht virtuellen Austausch zwischen Reha-Praktikern, Betroffenen und Rechtsexperten

Die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) startet ein moderiertes Online-Forum, in dem Fragen des Rehabilitations- und Teilhaberechts diskutiert werden können. Das neue Format beginnt im März 2014. In der ersten Runde können sich Reha-Praktiker, Betroffene und Rechtsexperten zum Thema „Praktische und rechtliche Fragen zur Stufenweisen Wiedereingliederung" austauschen. Das moderierte Online-Forum soll das Informationsangebot unter reha-recht.de um einen lebendigen Austausch ergänzen, bei dem spannende Fragen auf fundierte Expertenmeinungen treffen und kompetent begründete Antworten nachlesbar sind.

Kritische Auseinandersetzung mit den Hochschulempfehlungen der BAGüS

Patrick Hechler setzt sich in seinem Beitrag im Forum "Rehabilitations- und Teilhaberecht" kritisch mit den Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe (BAGüS) zu den "Leistungen der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen zum Besuch einer Hochschule" vom 21. September 2012 auseinander. Insbesondere setzt er sich mit der Position der BAGüS auseinander, die Verantwortung für die Finanzierung der im Einzelfall erforderlichen Hilfsmittel und Assistenzen den Hochschulen zuzuweisen. Des weiteren kritisiert er die fortgeschriebene Benachteiligung von Studierenden mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung, für die Leistungen der Eingliederungshilfe nur sehr restriktiv gewährt werden.

Inklusion in Unternehmen: Leitfaden des BMAS

Wie erstelle ich einen Aktionsplan für mehr Inklusion in meinem Unternehmen? Eine Anleitung liefert eine Broschüre des BMAS. Schritt für Schritt und mit vielen Praxisbeispielen wird gezeigt, wie ein betrieblicher Inklusionsplan erstellt und für einzelne Bereiche mit Inhalt und Maßnahmen gefüllt werden kann.

Studium und Behinderung in den Medien

Augsburger Allgemeine: Wie ein Gesetz Behinderte behindert

Die Zeitung berichtet über einen Jurastudierenden der dagegen klagt, dass die Leistungen der Eingliederungshilfe vermögensabhängig gewährt werden.

Aktion Mensch: Ich fühle mich wie ein Störenfried

Im Themenheft Inklusion der Aktion Mensch berichtet die Studentin Katrin Dinges darüber, mit welchen Problemen sie auf Grund ihrer Mehrfachbehinderungen im Studienalltag zu kämpfen hat.

SpiegelOnline: Studenten mit Legasthenie vom Fehlerteufel besessen

Welche Unterstützung gibt es an Hochschulen für Legastheniker? SpiegelOnline beantwortet diese Frage am Beispiel eines Studierenden der Computerlinguistik.

16Vor: Alles außer gewöhnlich

Aus Anlass der Plakatausstellung des Studentenwerks Trier zum Thema "Studieren mit Behinderungen" berichtet das Nachrichtenportal über den Studienalltag einer Studentin im Rollstuhl.

Deutschlandfunk - Campus & Karriere: Wenig Rücksicht auf Studenten mit Behinderung

Wie ist die Situation der Studierenden mit Beeinträchtigungen? Zu dieser Frage interviewt der Deutschlandfunk Teilnemerinnen und Teilnehmer der IBS-Fachtagung "Inklusion realisieren - Beratung stärken".

Campus.leben: Sport für alle und mit allen

Das Online-Magazin der Freien Universität berichtet in seiner November-Ausgabe über die inklusiven Sportangebote der Zentraleinrichtung Hochschulsport der FU.

Die Zeit: Doktor Zappelphillipp

Wie kann man als Arzt arbeiten, wenn man an ADHS leidet? Ein Betroffener erzählt in der Dezemberausgabe der Zeit.

28.02.2014