IBS Newsletter vom 13. November 2020

Tipps und Informationen Nr. 12 / 2020

Barrierefreie Online-Lehre

Untertitelung von Webkonferenzen, Videocalls und Bildschirmaufzeichnungen

Das Servicezentrum Inklusion der Uni Köln hat auf einer Website hilfreiche Hinweise zur Untertitelung von Webkonferenzen, Viedocalls und Webkonferenzen für Beratende und Vortragende zusammengestellt. Vorgestellt werden die Möglichkeiten der automatischen Live-Untertitelung, der synchronen, manuellen Eingabe, der Zuschaltung externer Anbieter zur Live-Untertitelung sowie die nachträgliche Erstellung von Untertiteln. Ebenfalls verfügbar ist eine Anleitung für die Empfänger_innenseite, falls die Vortragenden keine Untertitelung anbieten.

Zoom und Teilnehmende mit Sinnesbeeinträchtigungen

Lehrende der Universität Köln haben Hinweise erarbeitet, wie Lehrende in Seminaren die Belange von Studierenden mit Hörbeeinträchtigungen berücksichtigen können.

Barrierefreie Dokumente mit Markdown, LaTeX und PDF erstellen

Mittlerweile ist es möglich, PDF-Dokumente barrierefrei zu gestalten und somit einen weiteren Schritt hin zu einer inklusiveren digitalen Lehre zu machen. Welche Kniffe bei der Erstellung von Dokumenten mit Markdown, LaTeX und PDF umgesetzt werden können, erläutert Dr. Björn Fisseler in seinem Blogbeitrag gehört zu einer Reihe zum Thema Barrierefreiheit in der digitalen Lehre auf den Seiten des Hochschulforums Digitalisierung (HFD).

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Universität Köln: Angebot für Studierende mit psychischen Beeinträchtigungen

emPower bietet eine Reflexionshilfe bei psychischen Problemen im Studium, bündelt Informationen zu Unterstützungsangeboten der Universität zu Köln für Studierende mit psychischen Beeinträchtigungen und fungiert als Wegweiser zu den entsprechenden Stellen.

Fachhochschule Dortmund: Aktionsplan für eine barrierefreie Fachhochschule

Mit ihrem Aktionsplan hat sich die Fachhochschule Dortmund einen Rahmen gegeben, der eine strukturierte Weiterentwicklung zu einer inklusiven Hochschule ermöglichen soll. Er definiert Ziele und Maßnahmen, mit denen die gleichberechtigte und vollumfängliche Teilhabe von Studierenden, Lehrenden und Beschäftigten mit Behinderungen / chronischen Erkrankungen an der Fachhochschule Dortmund gefördert werden. Vorhandene Maßnahmen wurden in ein Gesamtkonzept eingebunden Er wurde in einem zweijährigen partizipativen Prozess erarbeitet, an dem Vertreter_innen aller Bereiche und Statusgruppen als auch Studierende mit und ohne Behinderung beteiligt waren.

Universität Köln: Aktionsplan Inklusion (2020 - 2024)

Der Aktionsplan Inklusion wurde am 15.01.2020 vom Senat der Universität zu Köln verabschiedet. Er beschreibt in den Handlungsfeldern „Strategie und Struktur“, „Personal“, „Forschung“, „Beratung und Service“, „Kommunikation und IT“, „Gebäude und Campus“ sowie „Studium und Lehre“ den Status quo in Bezug auf Inklusion und formuliert spezifische Maßnahmen zur Weiterentwicklung. Zur Entwicklung des Aktionsplans wurde der „Runde Tisch Inklusion“ als Diskussions- und Vernetzungsforum ins Leben gerufen. In insgesamt 4-5 zweistündigen Sitzungen begleiteten die Teilnehmenden den Entwicklungsprozess des Aktionsplans. Zusätzlich gab es Expert_innengruppen zu einzelnen Handlungsfeldern, an denen Interessierte mitwirken konnten. Der Stand der Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen ist im Internet dokumentiert.

Aus den Bundesländern

Rheinland-Pfalz: Neues Hochschulgesetz stärkt Beauftragte für Studierende mit Behinderungen

Am 7. Oktober 2020 trat in Rheinland-Pfalz das neue Hochschulgesetz in Kraft. Mit der Reform wurde die Position der oder des Beauftragten für die Studierenden mit Behinderungen gestärkt. Das Amt wurde weitgehend parallel zur Funktion der Gleichstellungsbeauftragten ausgestaltet. Die Beauftragten erhalten umfangreiche Mitwirkungsrechte. Auf Antrag sollen der oder die Beauftragte im erforderlichen Umfang und ohne Minderung der Bezüge oder des Entgelts von den Dienstaufgaben freigestellt werden.

Bayern: Reform des Hochschulgesetzes soll Inklusion stärken

Das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kultur hat die Eckpunkte der geplanten Novellierung des bayerischen Hochschulgesetzes vorgestellt. Im geplanten Hochschulinnovationsgesetz soll die Verhinderung der Diskriminierung und die tatsächliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen als eine zentrale soziale Aufgabe der Hochschulen definiert werden.

NRW: Stand der Umsetzung der UN-BRK in den Hochschulen

Auf Veranlassung der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen legte die Landesregierung dem Wissenschaftsausschuss des Landtags NRW einen Bericht über Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in den Hochschulen und im Bereich Weiterbildung vor. U.a. fragten die Grünen nach den Vorgaben für die Verwendung der Mittel des "Förderprogramms Inklusive Hochschule", nach weiteren Impulsen der Landesregierung zur Förderung der Inklusion in Hochschulen sowie nach der Situation der Hochschulbeschäftigten mit Beeinträchtigungen.

Thüringen: Rahmenvereinbarung zwischen Land und Hochschulen

Am 3. September 2020 haben Land und Hochschulen die Rahmenvereinbarung V unterzeichnet. Diese schreibt die Finanzierung und die Entwicklungsziele für die Hochschulen bis 2025 fest. Danach sollen die Hochschulen sicherstellen, dass sie ihre 2018 erstellten Maßnahmenpläne und den Maßnahmenplan der Thüringer Landesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Sie sollen den Inklusionsgedanken gemäß Artikel 4 Abs. 1 Buchst. f, g und i der Konvention auch in Forschung und Lehre umsetzen und sich aktiv für die Verwirklichung der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen in Bezug auf alle Hochschulbereiche einsetzen.

Aus Politik und Verwaltung

Bundestag: Grüne Grundsicherung für Studierende

Die Fraktion Bündnis/Die Grünen im Bundestag spricht sich für die Einführung einer Grundsicherung für Studierende und Auszubildende aus. Diese soll aus zwei Säulen, einem Garantie-Betrag und einem Bedarfszuschuss bestehen. Der Bedarfszuschuss soll auch eine Teilzeitförderung für Studierende ermöglichen, die z.B. wegen ihrer Behinderung oder chronischen Krankheit kein Vollzeitstudium aufnehmen können. Behinderungsbedingte Mehrbedarfe beim Lebensunterhalt z.B. durch überdurchschnittliche Mietkosten für eine barrierefreie Wohnung sollen mittelfristig auch über die Grundsicherung für Studierende abgedeckt werden.

Verschiedenes

Befragungen von Menschen mit Behinderungen

Raul Krauthausen und Lela Finkbeiner problematisieren die Flut von - auch studentischen - Befragungen von Menschen mit Behinderungen. Mit ihrem Beitrag "Warum mich wissenschaftliche Umfragen müde machen" haben sie eine breite Debatte zum Thema „Ethische Verantwortung der Wissenschaft“ ausgelöst.

MyHandicap: Berufs-Mentoring für Menschen mit Behinderungen

"EnableMe" ist ein digitales Mentoring Programm, dass junge Menschen mit Behinderungen beim Einstieg in das Berufsleben unterstützen soll. Die Teilnehmer_innen werden hierbei 1:1 mit Mitarbeiter_innen aus der Wirtschaft verbunden. E-Learning-Angebote ergänzen das Coaching. Das Programm startet in Bayern. Teilnehmen können Studierende mit Schwerbehinderung. Die Teilnahme ist kostenlos.

Gütekriterien für eine gesundheitsfördernde Hochschule

Der bundesweite Arbeitskreis Gesundheitsfördernde Hochschulen hat im Januar 2020 die aktualisierten Gütekriterien für eine Gesundheitsfördernde Hochschule verabschiedet. Die Gütekriterien dienen der Orientierung und als Vorlage für die Entwicklung von Strategien und Vorgehensweisen zur Förderung der Gesundheit aller Statusgruppen in den einzelnen Hochschulen. Ein Gütekriterium stellt die Integration der Themen Chancengleichheit, Inklusion und Diversity, Gender Mainstreaming sowie Cultural Mainstreaming dar. Zur Beseitigung von sozialen Barrieren seien Inklusionskonzepte und die Charta der Vielfalt (2006) zu implementieren.  

Publikationen

Tagungsband: Inklusion in Wissenschaftskultur und Selbstverwaltung der Hochschulen

Die Publikation dokumentiert Beiträge der Fachtagung „Inklusion in Wissenschaftskultur und Selbstverwaltung der Hochschulen“ des Projektes „Inklusive Hochschulen in Hessen“ am 23. Mai 2019 in Kassel. Der Tagungsband ist nun online verfügbar.

Studium und Behinderung in den Medien

studierendenWERK Berlin: barrierefei studieren

In einem Interview stellt Beate Domrös, Beraterin für Studierende mit Beeinträchtigungen, die Angebote Beratung Barrierefrei Studieren des studierendenWerks Berlin vor. Veröffentlicht wurde das Interview im Werkblatt - dem Online-Magazin des studierendenWERKs Berlin. 

jetzt: Wer eine Therapie gemacht hat, wird nicht verbeamtet

Viele Lehramtsstudierende haben Sorge, dass eine absolvierte Psychotherapie die Chancen auf ihre spätere Verbeamtung reduziert. Aus Angst verzichten sie sogar auf notwendige Therapien. Der Autor des Artikels geht der Frage nach, was an dieser Befürchtung dran ist.

jetzt: Wie es ist, mit einer schweren körperlichen Behinderung zu studieren

Julius studiert Journalismus in Passau. Die größten Hürden liegen für ihn außerhalb der Uni. 

Termine

3. Fachtag Inklusion: Inklusion und künstlerische Hochschulen in Sachsen - Erfahrungen und Zukunftsperspektiven

Termin: 24. November 2020
Ort: online
Veranstalter: Hochschule für Musik Dresden
Zielgruppe: Interessierte

Im Rahmen der Veranstaltung befassen sich Teilnehmende der künstlerischen Hochschulen in Sachsen mit den Erfahrungen, die sie bei der Umsetzung der hochschuleigenen Aktionspläne zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtkonvention gemacht haben. Künstlerische Hochschulen stehen meist, zusätzlich zu allgemeinen Anforderungen im Bereich Barrierefreiheit, spezifischen künstlerischen und pädagogischen Anforderungen gegenüber, wenn es um die Umsetzung von Inklusion geht. Aus den Erfahrungen der Teilnehmenden und mit Unterstützung von Expert*innen werden Zukunftsperspektiven für das Thema Inklusion und künstlerische Hochschulen in Sachsen abgeleitet.

13.11.2020