IBS Newsletter vom 6. Oktober 2020

Tipps und Informationen Nr. 10 / 2020

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Handreichung zu "Infektionsschutzmaßnahmen barrierefrei umsetzen" nun auch auf Englisch

Die Handreichung der IBS "Infektionsschutzmaßnahmen in Studierendenwerken und Hochschulen - Hinweise für eine barrierefreie Umsetzung" (s. IBS-Newsletter 9/2020) liegt nun auch auf Englisch vor. Die Handreichung weist auf die Bedarfe von Studierenden und Mitarbeiter*innen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen hin, die bei der Umsetzung von Hygienekonzepten zu berücksichtigen sind.

Barrierefreie Online-Lehre

TU Dresden: Tipps und Hilfestellungen zur Barrierefreiheit der digitalen Lehre

Welche besonderen Herausforderungen ergeben sich aus der Online-Lehre für Studierende mit Beeinträchtigungen? Wie können Online-Vorlesungen, -Seminardiskussionen oder -Tutorien barrierefrei gestaltet werden? Hinweise hierzu gibt die AG Services Behinderung und Studium (AGSBS). Seit 1990 unterstützt die AGSBS beeinträchtigte Studierende ebenso wie Lehrende, die ihre Angebote barrierefrei gestalten möchten.

TU Chemnitz: Leitfaden barrierefreie Online-Lehre

An der TU Chemnitz hat die Koordinatorin für Inklusion einen Leitfaden für Lehrende zur barrierefreien Gestaltung der Lehre herausgegeben.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Uni Düsseldorf: Orientierungs-App für Blinde und Sehbehinderte

Die „BlindSquare-App“ soll blinden und sehbehinderten Menschen die Orientierung auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität erleichtern. BlindSquare nutzt zur Bestimmung von Position und Richtung GPS, Bluetooth (Beacons) und den im Smartphone verbauten Kompass. In der App sind Umgebungsbeschreibungen hinterlegt, die vorgelesen werden. Damit beschreibt BlindSquare was sich in der Nähe befindet, wahlweise auf Deutsch oder Englisch und lotst die Nutzerin oder den Nutzer per Sprachausgabe zum gesuchten Ziel.

Für die Beratungspraxis

BAGüS- Hochschulempfehlungen veröffentlicht

Seit 1.1.2020 sind die Neuregelungen für die Leistungen der Eingliederungshilfe für Studierende mit Behinderungen in Kraft. Die Studierenden erhalten darüber individuell notwendige Leistungen unter anderem für technische Hilfsmittel, Studien- und Kommunikationsassistenzen sowie Mobilitätshilfen zum Besuch einer Hochschule. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und der Eingliederungshilfe (BAGüS) hat nun ihre aktualisierten Hochschulempfehlungen vorgelegt, als Orientierungshilfe für die Leistungsträger zur Antragsbearbeitung.

Rechtsprechung: Urteil zur Doppelbesetzung bei der Gebärdensprachdolmetschung

Bereits im vergangenen Jahr hat das Landessozialgericht NRW in einem Urteil die Erforderlichkeit einer Doppelbesetzung im Unterricht für einen Realschüler bestätigt. Ausführlich begründete das Landessozialgericht - wie schon vorher das Sozialgericht Köln -, weshalb im vorliegenden Fall die Doppelbesetzung in einer Reihe von Fächern erforderlich sei, um die gleichberechtigte Teilhabe an Bildung zu sichern. Das Gericht betonte die Notwendigkeit einer frühzeitigen verbindlichen Kostenzusage des Leistungsträgers. Die Argumentation des Gerichts dürfte auf den Hochschulbereich übertragbar sein.

Aus den Bundesländern

NRW: Förderprogramm für eine inklusive Hochschule

NRW hat für die staatlich getragenen Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften sowie Kunst- und Musikhochschulen das Förderprogramm "Inklusive Hochschule NRW" aufgelegt. Die verfügbaren Mittel werden nach Studierendenzahlen auf die Hochschulen verteilt. Die Hochschulen legen jährlich einen Bericht, erstmalig zum 31, März 2021, über die Verwendung der Mittel vor. Dies geht aus einem Bericht der Ministerin für Kultur und Wissenschaft für den Wissenschaftsausschuss des Landtags NRW hervor.

Sachsen: Weiterbildungen zur diversitätsgerechter, barrierefreier Lehre

Im Digital Workspace "Diversität und Digitalisierung in der Lehre" haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich entsprechend eigener Schwerpunktsetzung intensiv mit dem Thema Diversität in der digitalen Lehre zu befassen. Ein Wahlmodul beschäftigt sich mit dem Thema "Barrierefreiheit in der digitalen Lehre". Durch die Teilnahme an der Weiterbildung können Arbeitseinheiten für das Sächsische Hochschuldidaktik-Zertifikat erworben werden. Die Weiterbildung wird von der Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Universitäten und Hochschulen gemeinsam mit dem Hochschuldidaktischen Zentrum Sachsen angeboten.

Internationales

Universität Wien: Stipendium für Studierende mit Beeinträchtigung

Das Stipendium gilt der besonderen Unterstützung Studierender mit Beeinträchtigung (z.B. für Mehrkosten, die für eine geeignete Wohnraumbeschaffung anfallen oder für besondere Unterstützung im Studium). Die budgetären Mittel stammen aus privaten Stiftungen, welche einmal jährlich (jeweils im Sommersemester) vergeben werden. Es handelt sich dabei um einen Mindestbetrag von ca. € 1.000,00 je Stipendium. Das Stipendium ist an das Vorliegen einer Behinderung (mindestens 50 % - Vorlage des Behindertenpass) sowie an ein aktives und ordentliches Studium an der Universität Wien gebunden. Die Auswahlkriterien bzw. die Reihung erfolgt auf Grund des Grades der Behinderung, der Bedürftigkeit sowie der Studienleistungen. Die Entscheidung erfolgt durch eine Kommission unter dem Vorsitz der Vizerektorin Studierende und Weiterbildung.

Verschiedenes

Hochschulen: Digitalisierung, Barrierefreiheit und Datenschutz

Ab dem 23. September 202 müssen die Websites öffentlicher Einrichtungen eine "Erklärung zur Barrierefreiheit" bereitstellen. Jörn Löviscac diskutiert in seinem Blogbeitrag, wie die Hochschulen diese gesetzliche Verpflichtung bisher umgesetzt haben.

Anregungen zur interaktiven Gestaltung von Online-Veranstaltungen

Die im Set enthaltenen Vertrauenskarten & Take-A-Break-Karten helfen im digitalen Raum in Kontakt zu kommen, Vertrauen aufzubauen und sich gegenseitig kennen zu lernen. Sie eignen sich für Online-Meetings, -Lehrveranstaltungen und -Workshops und sind frei verfügbar. Vertrauenskarten dienen dazu, sich gegenseitig besser kennenzulernen und im digitalen Raum als Team zusammenzufinden. Die Take-A-Break-Karten helfen bei der kreativen Pausengestaltung und bei der Gestaltung des informellen Austauschs.

Publikationen

Tagungsbände des Projektes "Inklusive Hochschule Hessen"

Die vorliegenden Publikationen dokumentieren die Beiträge, die auf den Jahrestagungen des Projektes "Inklusive Hochschule Hessen" vorgestellt und diskutiert wurden. Die Fachtagung 2018 diskutierte die "Hochschule als interdisziplinäres barrierefreies System". Die Fachtagung 2019 beschäftigte sich mit dem Thema "Inklusion in Wissenschaftskultur und Selbstverwaltung der Hochschulen".  Das Projekt "Inklusive Hochschule Hessen" wurde auf Initiative der Universität Kassel gemeinsam von der Konferenz der Hessischen Universitäten und der Hochschulen für angewandte Wissenschaften ins Leben gerufen und von 2016-2020 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Bestellungen können gerichtet werden an Fatime Görenekli [email protected]

Medienkompetenz blinder und sehbeeinträchtigter Studierender

Studierende, die mit Assistiven Technologien arbeiten, benötigen spezifische Medienkompetenz. Der Beitrag stellt die Ergebnisse einer Untersuchung zur Passung der während der Schulzeit erworbenen spezifischen mit der an der Hochschule geforderten Medienkompetenz dar. Hiervon ausgehend werden schul- und hochschulübergreifende Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der spezifischen Medienbildung vorgeschlagen.  

  • Drolshagen, Birgit & Klein, Ralph (2019). Medienkompetenz blinder und sehbeein­trächtigter Studierender – Eine Frage der Gestaltung passgenauer Übergänge. In: Drolshagen, Birgit & Schnurnberger, Marion (Hrsg.): Sehen in Kontexten. Perspektiven auf Wahrnehmung, Sehbeeinträchtigung und Blindheit. Festschrift für Renate Walthes. Würzburg: Edition Bentheim, S. 144-161
  • Übersicht über die Fachliteratur in der IBS-Online-Bibliothek

Studium und Behinderung in den Medien

Frankfurter Rundschau: Studieren ohne Barrieren

Der Artikel berichtet über den Aktionsplan der Frankfurter Goethe-Universität, seinen Entstehungsprozess sowie geplante und bereits realisierte Maßnahmen. So sind z.B. alle Informationen zum Studium mit Behinderung nun auf der Website inklusion.uni-frankfurt.de gebündelt zu finden.    

Die neue Norm: Mit Hörbeeinträchtigung online studieren?!

Wie studiert es sich unter Corona-Bedingungen mit einer Hörbeeinträchtigung? Wie funktioniert die Gebärdensprachdolmetschung per Video? Was passiert, wenn die Internetverbindung nicht stabil ist oder die Gebärdensprachdolmetscher*innen den gesprochenen Inhalt nicht wahrnehmen können, weil die Mikrofone der Kommiliton*innen defekt sind, Dialekt oder andere Störgeräusche die Verständigung erschweren? Auskunft gibt eine Berliner Studierende.

Termine

Orientierungsveranstaltung für blinde und sehbehinderte Studieninteressierte

Termin: 10. bis 12. November 2020
Ort: virtuell
Veranstalter: Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS)
Zielgruppe: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 sowie Studieninteressierte mit Sehbeeinträchtigung

Die Veranstaltung beschäftigt sich mit allen Themenbereichen des Studiums unter den speziellen Bedingungen der Sehbehinderung/ Blindheit. Zu den unterschiedlichen Themenkomplexen referieren u.a. Orientierungs- und Mobilitätstrainer, die Beauftragte für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung, Jurist*innen, Expert*innen des Studentenwerks sowie KIT-Studierende mit Seheinschränkung aus höheren Semestern. Anmeldeschluss ist der 2. November 2020.

Workshop: Psychische Auffälligkeiten bei Studierenden

Termin: 3. und 4. November 2020
Ort: virtuell
Veranstalter: Koordinierungsstelle zur Förderung der Chancengleichheit an sächsischen Hochschulen und Universitäten
Zielgruppe: Angehörige der Hochschulen und Berufsakademien in Sachsen, Angehörige anderer Hochschulen auf Anfrage

Was tun, wenn man in der Hochschullehre oder der Beratung mit psychisch auffälligen Studierenden arbeitet? Was ist überhaupt psychisch auffälliges und was ist normales Verhalten? Nehmen die Auffälligkeiten unter der Studierenden wirklich zu? Diesen Fragen widmet sich das Workshopangebot.

Abschlussveranstaltung des Projekts mINKLUSIV

Termin: 24. November 2020
Ort: virtuell
Veranstalter: Ruhr-Universität Bochum

Die Ruhr-Universität Bochum führt seit September 2017 das inklusionsorientierte Mentoring-Projekt mINKLUSIV zur Förderung der wissenschaftlichen Karriere von Wissenschaftlerinnen mit sichtbaren wie unsichtbaren Beeinträchtigungen und/oder chronischen Erkrankungen durch. Zum Abschluss des Projektes findet am 24. November 2020, von 11 bis 16:30 Uhr an der Ruhr-Universität Bochum die digitale Tagung „Wir gestalten Wissenschaft! Inklusiv, offen, vielfältig“ statt. Anmeldeschluss ist der 17. November 2020

06.10.2020