IBS Newsletter vom 23. Oktober 2015

Tipps und Informationen Nr. 10 / 2015

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

Beirat der IBS: Empfehlung zu den Behindertenbeauftragten

Der Beirat der IBS fordert die Länder auf, das Amt der/des Beauftragten für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten zu stärken. Gefordert werden die Verankerung des Amtes der/des Beauftragten und entsprechende rechtliche Vorgaben zu dessen Ausgestaltung in den Hochschulgesetzen der Länder. Bisher haben zehn Bundesländer das Amt der/des Beauftragten gesetzlich verankert. Vorgaben zu den Mitwirkungsrechten finden sich in sechs Hochschulgesetzen, gesetzliche Vorgaben zur Ausstattung der/des Beauftragten machen lediglich zwei Bundesländer.

Mit Postkarten sensibilisieren

Bei der IBS können Postkarten zum Thema "Studium und Behinderung" kostenfrei bestellt werden. Die sechs Motive der Postkarten wurden von Studierenden für den 26. Plakatwettbewerb des DSW entworfen. Mit den Postkarten möchte die IBS alle im Bereich Studium und Behinderung Aktiven unterstützen, ihr Arbeitsumfeld für das Thema zu sensibilisieren. Da die Postkarten in einer Auflage von 25.000 je Motiv gedruckt wurden, können sie großzügig ausgelegt werden.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Universität Halle: Ringvorlesung zu Diversity an Hochschulen

Es ist bereits die dritte Ringvorlesung an der Universität Halle, die sich mit Fragen der Diversität an Hochschulen befasst. Sie findet in diesem Wintersemester zum Schwerpunkt "Diversity und Intersektionalität: Eine neue Herausforderung für das deutsche Hochschulsystem?" statt. Veranstalter sind der AK Inklusion, der Studierendenrat der Universität sowie die Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen Anhalt. Die Aufzeichnungen der Veranstaltungen der Ringvorlesung "Inklusion und Barrierefreiheit an der Hochschule", die im letzten Sommersemster stattfand, ist nun online abrufbar.

Für die Beratungspraxis

Geänderte fachliche Weisungen der BA zum SGB  II

Im Dezember 2014 hat der deutsche Verein die Krankenkostempfehlungen aktualisiert. Mit der Aktualisierung wurde Mukoviszidose als mehrbedarfsfähige Erkrankung aufgenommen und erstmalig auch  eine Hilfestellung zur Beurteilung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Die Bundesagentur für Arbeit hat nun die fachlichen Hinweise zu § 21 SGB II neu aufgelegt und die Änderung der Krankenkostenempfehlung übernommen.

Urteil des BVerwG zum Notenschutz bei Legasthenie

Aufgrund eines Erlasses der bayrischen Schulverwaltung können Schüler und Schülerinnen mit einer fachärztlich festgestellte Legasthenie Notenschutz in Anspruch nehmen. Das Bundesverwaltungsgericht urteilte am 29. Juli 2015, dass bei Inanspruchnahme des Notenschutzes nicht verlangt werden kann, Hinweise auf diese abweichende Leistungsbewertung im Abiturzeugnis zu streichen. In der Begründung verweist das Gericht u.a. darauf, dass Notenschutz und Nachteilsausgleiche voneinander zu trennen sind: Notenschutz stellt einen individuellen Bewertungsmaßstab dar, der einer gesetzlichen Grundlage entbehrt. Demgegenüber gleichen Nachteilsausgleiche behinderungsbedingte Erschwernisse durch Änderung der Prüfungsbedingungen aus.

Aus den Bundesländern

Hessen: Koordinationsstelle "Inklusive Hochschulen"

An der Universität Kassel wurde eine hessische Koordinationsstelle "Inklusive Hochschulen" mit einer Laufzeit von fünf Jahren eingerichtet. Hintergrund ist der Aktionsplan der Hessischen Landesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Die Koordinationsstelle hat die Aufgabe, die Expertise der Beauftragten für behinderte und chronisch kranke Studierende an den hessischen Hochschulen zu bündeln. Darüber hinaus soll sie Praxisbeispiele sammeln, Handlungsbedarfe ermitteln und ergänzende Projekte empfehlen.

Verschiedenes

Mentoring-Projekt für blinde und sehbehinderte Studierende

Das Mentoring-Projekt „TriTeam“ des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) geht in eine zweite Runde. Berufserfahrene Mentoren und Mentorinnen mit Sehbeeinträchtigung unterstützen die Studierenden im Studienalltag und bereiten diese auch auf den Übergang in den Beruf vor. Bei spezifischen Fragen kann die Unterstützung eines Fachcoaches in Anspruch genommen werden. Reisekosten für persönliche Treffen des TriTeams sowie für die Treffen aller Teilnehmenden werden übernommen. Das Projekt wendet sich an blinde und sehbehinderte Studierende aller Fachrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet. Bewerbungsschluss ist der 15. Dezember 2015.

Studium und Behinderung in den Medien

FAZ: Wir ziehen das Studium durch!

Vier Studierende berichten über ihr Studium - selbstbewusst auch darüber, welche Fähigkeiten sie sich nicht zuletzt im Umgang mit der eigenen Beeinträchtigung angeeignet haben.

horus: Jurastudium - heute und vor knapp 50 Jahren

Uwe Boysen und noch Student Stephan Engelhardt führen gegenseitig Interview über die unterschiedlichen Studienbedingungen zu unterschiedlichen Zeiten.

Termine

Öffentliche Vorstellung des Aktionsplans der CAU Kiel

Termin: 16. November 2015
Ort: Kiel
Veranstalter: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

In der Veranstaltung wird der Aktionsplan der CAU zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vorgestellt, der in einem einjährigen Arbeitsprozess erstellt wurde. In einem Podiumsgespräch diskutieren Beteiligte die Erwartungen an die Umsetzung des Aktionsplans.

Bewerbungstraining für Menschen mit Seheinschränkungen

Termin: 8.-10. Januar 2016
Ort: Karlsruhe
Veranstalter: LWP-Trainer Marc Buddensieg in Zusammenarbeit mit dem Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) des Karlsruher Instituts für Technologie

Die Teilnehmenden trainieren im Workshop, wie sie sich auf ein Einstellungsgespräch vorbereiten können. Anmeldeschluss ist der 2. Dezember 2015. Die Kosten für die Teilnahme belaufen sich auf 156,- Euro.

15th International Conference on Computers Helping People with Special Needs

Termin: 11.-15. Juli 2016
Ort: Linz / Österreich
Zielgruppe: u.a. Studierende und Wissenschaftler_innen
Veranstalter: Johannes Kepler Universität Linz,  Österreichische Computer Gesellschaft

Die Konferenz beschäftigt sich u.a. mit Universal Design for Learning und bietet Studierenden mit Sehbeeinträchtigungen eine Summer University.

23.10.2015