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Tipps und Informationen Nr. 1 / 2021

Barrierefreie Online-Lehre

Hochschule Mittweida: Kurzanleitungen für die Gestaltung barrierearmer Lehrmaterialien

Die Hochschule Mittweida hat verschiedene Kurzanleitungen für die Gestaltung barrierearmer Lehrmaterialien veröffentlicht. Diese enthalten u.a. Tipps und Hilfestellungen zum Aufbau barrierefreier Präsentationsformate, Textdokumente, Videos sowie Webkonferenzen.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Hamburg: Erklärvideos für Studierende mit Beeinträchtigungen

In einem zweijährigen Projekt haben die Hamburger Hochschulen und das Hamburger Studierendenwerk insgesamt acht Erklärvideos erstellt, um Studierende mit Beeinträchtigungen auf die vorhandenen Beratungs- und Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen. In den Videos geht es u.a. um Bewerbung, Zulassung und den Studieneinstieg mit Beeinträchtigung, Nachteilausgleiche und den Rücktritt von Prüfungen. Die Finanzierung der Videos erfolgte durch die Hamburger Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke (BWFGB). Die Videos finden sich auf den Websites der beteiligten Einrichtungen.

Uni Frankfurt: Kulturwandel statt Lippenbekenntnis

Der Artikel im Universitäts-Magazin beschreibt den Prozess der Erstellung des "Aktionsplans Inklusion der Goethe-Universität 2020-2023", benennt die zentralen Handlungsfelder und betont, dass der Aktionsplan nach drei Jahren evaluiert und fortgeschrieben werden soll.

TU Dresden: Erklärvideo zu Unterstützungsangeboten für Studierende mit Behinderungen

In einem Erklärvideo stellt die TU Dresden ihre Beratungs- und Unterstützungsangebote für Studierende mit Beeinträchtigungen vor.

Hochschule Harz: Campus Wernigerode erhält Zertifikat "Reisen für Alle"

Die Hochschule Harz ist ein gefragter Erholungs- und Tagungsort. Das Naturdenkmal Campus, das AudiMax und die Kunststiftung Karl Oppermann sind am stärksten durch die Öffentlichkeit genutzt. Diese drei Bereiche ließ die Hochschule auf Barrierefreiheit prüfen. Das Zertifikat gilt für drei Jahre und zeigt, wo Barrierefreiheit bereits gegeben ist und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Vorbereitet wurde die Zertifizierung durch ein Projekt im Studiengang Tourismusmanagement.

  • augenblick. Magazin für Alumni, Studierende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Freunde und Förderer der Hochschule Harz. Ausgabe 11/2020, S. 40

Für die Beratungspraxis

Kein Ausschluss von „Hartz IV“ für Studierende im Teilzeitstudium

Auszubildende, deren Ausbildung im Rahmen des BAföG dem Grunde nach förderungsfähig ist, haben i.d.R. keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) zur Deckung des Lebensunterhalts. Ein reguläres Teilzeitstudium ist jedoch nicht nach dem BAföG förderungsfähig. Teilzeit-Studierende können daher unter bestimmten Voraussetzungen Arbeitslosengeld II beanspruchen. Dies entschied am 15.12.2020 der 9. Senat des Hessischen Landessozialgerichts. Ein Student mit epileptischer Erkrankung hatte sich an das Gericht mit einer Beschwerde gewandt, nachdem das Sozialgericht Gießen seine Ansprüche in erster Instanz verneint hatte. Zuvor war der BAföG-Antrag des Studenten wegen verspäteten Fachrichtungswechsels abgelehnt worden. Der Beschluss des Landessozialgerichts (Az. L 9 AS 535/20 B ER) ist unanfechtbar.

Aus den Bundesländern

NRW: Inklusion in Hochschulvereinbarung aufgenommen

Im sog. Side Letter zur Hochschulvereinbarung NRW 2021 verpflichtet das Land die Hochschulen, auch künftig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Studierenden mit Behinderung oder chronischer Erkrankung die gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Hochschule zu ermöglichen. Finanzielle Unterstützung erhalten die Hochschulen im Rahmen des Förderprogramms "Inklusive Hochschule NRW".

Aus Politik und Verwaltung

Bundesregierung: Antwort auf die Kleine Anfrage "Barrierefreiheit an Hochschulen in Deutschland"

Die Abgeordneten der FDP-Bundestagsfraktion erkundigen sich nach Daten zu Studierenden und Beschäftigten mit Behinderungen an Hochschulen und Universitäten. Sie fragen nach Informations- und Beratungsangeboten für beeinträchtigte Studierende sowie nach Förderprogrammen des Bundes und der Länder zu ihrer Unterstützung. Gefragt wird auch nach Sicherung der Teilhabe sinnesbeeinträchtigter Studierender an digitalen Lehrangeboten sowie nach Programmen für mehr bauliche und digitale Barrierefreiheit an Hochschulen und Universitäten.

Aus Verbänden und Vereinen

Hildegardis-Verein: Frauen mit Behinderungen berichten über ihren Hochschulalltag

Noch bis Ende Januar 2021 führt der Hildegardis-Verein e.V. in Bonn das Projekt „Inklusion an Hochschulen – gendergerecht“ durch. Eines der Ziele des Fachkollegs ist es, Frauen mit Behinderung(en) sichtbar zu machen und ihnen, ihren Geschichten und ihren Forderungen an die Hochschulen eine Stimme zu geben. Deshalb wurden sechs barrierefreie Videos produziert, in denen Teilnehmerinnen des Projekts über ihren Hochschulalltag berichten. Jede von ihnen beantwortet die Fragen: "Welchen Barrieren begegnest du?", "Wie überwindest du diese Barrieren?", "Was läuft schon gut?", "Was wünschst du dir?", "Hast du noch einen Rat?".

Stipendien, Projekte, Praktika

EU: Aktionsprogramm für Praktikantinnen und Praktikanten mit Behinderung

Das Generalsekretariat des Rates der Europäischen Union bietet Praktikantinnen und Praktikanten mit Behinderung bezahlte Praktika in verschiedenen Bereichen. Im Rahmen des Programms werden 4 bis 6 Praktika pro Jahr an EU-Bürger_innen mit einer anerkannten Behinderung vergeben. Bewerben können sich Hochschulabsolvent_innen oder Hochschulstudierende im dritten Studienjahr. Die Bewerbungsfrist beginnt am 15.2.2021 und endet am 15.3.2021. 

Stipendium der aktion luftsprung

Junge Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Mukoviszidose, Rheuma, chronische Darmerkrankungen, MS oder ähnlich verlaufenden Erkrankungen, können sich ab sofort wieder um ein „luftsprung campus“-Stipendium bewerben. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2021.

Verschiedenes

IAAP-D-A-CH: Seminarreihe zur Umsetzung der digitalen Barrierefreiheit

IAAP D-A-CH ist die deutschsprachige Niederlassung der IAAP (International Association of Accessibility Professionals). Die Fachorganisation bietet allen am Thema Barrierefreiheit Interessierten die Möglichkeit sich zu vernetzen, weiterzubilden und zu zertifizieren. Jetzt veranstaltet die Organisation eine Seminarreihe, in der es u.a. um die Erstellung barrierefreier PDF-Dokumente aus Adobe InDesign, um Strategien zur Sicherung digitaler Barrierefreiheit in Organisationen und um Zertifizierungen im Bereich digitaler Barrierefreiheit geht. Die Seminarreihe findet vom 25.-29.1.2021, jeweils 15-17 Uhr statt.

Publikationen

Zur inklusiven Hochschulbildung und den Auswirkungen der UN-BRK auf das Gerichtsverfahren anhand der Entscheidung des VG Halle vom 20.11.2018 - Teil 2

Anhand des genannten Urteils beschäftigt sich der Autor mit der Frage, wie Menschen mit Behinderungen ihre Rechte auf gleichberechtigte Teilhabe durchsetzen können. Er empfiehlt, auch auf Länderebene die Möglichkeit von Schlichtungsverfahren zu eröffnen. Diese Möglichkeit sei auf Bundesebene bereits gegeben. Eine dem Rechtsmittelverfahren vorgelagerte Überprüfung von (wahrgenommenen) Benachteiligungen ermögliche es, die hohen Schwellen für Beschwerden über Benachteiligungen und Verstöße gegen die Barrierefreiheit zu senken und einvernehmliche Lösungen zur erreichen, die in einem Klageverfahren nur schwer erzielbar sind.

Bauliche Inklusion an Hochschulen 

HIS-HE zeigt in der Broschüre anhand von Fallbeispielen aus Forschung, Lehre und Wissenschaft, wie bauliche Barrierefreiheit im Hochschulbereich gelingen kann. Zahlreiche Literatur- und Quellhinweise ergänzen die Sammlung.

Ableism in Academia

Die Beiträge dieser Publikation liefern einen interdisziplinären Blick auf die Situation von Menschen mit Behinderungen im akademischen Bereich. Erfahrungsberichte von Akademiker_innen mit Behinderungen ergänzen und illustrieren die Beiträge aus theoretischer Perspektive. Die Publikation kann kostenfrei heruntergeladen werden.

Rehabilitation und Teilhabe psychisch erkrankter und beeinträchtigter Menschen

Die Arbeitshilfe der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e.V. (BAR) beschreibt u.a. beispielhaft ausgewählte Krankheitsformen und benennt Informations- und Beratungsangebote für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Termine

Vortrag: Nachteilsausgleiche für Studierende mit Behinderungen in Hochschulprüfungen – Prüfungsrechtliche Bausteine einer inklusiven Hochschule

Termin: 11. Februar 2021, 17.00 Uhr
Ort: online
Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Referent der Veranstaltung ist Herr Prof. Dr. Jörg Ennuschat, Mitglied des Vorstands des DTIEV und Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, insbesondere Verwaltungsrecht an der Ruhr-Universität Bochum. Er ist zugleich Autor des Rechtsgutachtens "Nachteilsausgleiche für Studierende mit Behinderungen" des Deutschen Studentenwerks. Der Vortrag nimmt die Bestimmungen der UN-BRK, des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, in den Fokus. Die Rechtsprobleme kreisen um den Gleichheitsgrundsatz, Art. 3 Abs. 1 GG, und das Benachteiligungsverbot, Art. 3 Abs. 3 S. 2 GG. Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und steht anschließend auf den Seiten des DITEV zur Verfügung.

Workshop-Reihe: Inklusion und Barrierefreiheit in der Lehre

Termin: 2.3.2021, 9.3.2021, 16.3.2021, 23.3.2021
Ort: online
Veranstalter: Koordinierungsstelle Chancengleichheit Sachsen (KCS)
Zielgruppe: Lehrende aus allen Fachbereichen, Inklusionsbeauftragte und interessierte Hochschulangehörige sächsischer Hochschulen, Interessierte anderer Hochschulen auf Anfrage

Ziel der Workshop-Reihe ist es, den Teilnehmenden Basiskompetenzen zu vermitteln, mit denen sie ihre eigene Lehre barrierefrei und inklusiv gestalten können. Aspekte digitaler und analoger Lehre werden gleichermaßen thematisiert. In synchronen Veranstaltungen und in asynchronen Selbstlernphasen bekommen die Teilnehmenden eine Einführung zum Thema Studieren mit Behinderung und chronischer Erkrankung sowie inklusive Didaktik in analogen und digitalen Lehrveranstaltungen. Darüber hinaus können sich die Teilnehmenden zu eigenen Lehrerfahrungen austauschen und eine gemeinsam erstellte barrierefreie Lehrveranstaltung simulieren. Anmeldungen sind bis zum 23. Februar 2021 möglich.

21.01.2021