IBS Newsletter vom 13. Januar 2014

Tipps und Informationen Nr. 1 / 2014

Aus der Arbeit der IBS und des DSW

IBS-Befragung der Beauftragten für Studierende mit Behinderungen

2013 hatte die IBS die Beauftragten für die Studierenden mit Behinderungen zu ihren Angeboten und zu ihren Arbeitsbedingungen befragt. 161 Beauftragte haben geantwortet. Die Erhebung zeigt: Beauftragte bewältigen sehr vielfältige Aufgaben - sie reichen von der individuellen Beratung und der Mitwirkung am Aufbau inklusiver Hochschulstrukturen bis hin zur Übernahme studienorganisatorischer Aufgaben. Insbesondere die Beauftragten an großen Hochschulen geben an, dass ihr Arbeitsaufwand sich in den letzten Jahren deutlich erhöht habe. Sie sind es dann auch, die in besonderer Weise unzufrieden sind mit ihrer Ausstattung mit personellen und sachlichen Ressourcen.

DSW-Stellungnahme zum Hochschulgesetz NRW

Das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium hat den Entwurf eines Hochschulzukunftsgesetzes zur Diskussion gestellt. Das Deutsche Studentenwerk hält zahlreiche Regelungen des Gesetzentwurfes im Bereich Studium und Behinderung für verbesserungswürdig. Der Änderungsbedarf beträfe insbesondere die Verankerung und die Ausstattung des Amtes des oder der Beauftragten für Studierende mit Behinderung oder chronischer Erkrankung, die Verankerung angemessener Nachteilsausgleiche und die Verpflichtung der Hochschulen zur Bereitstellung barrierefreier Online-Lehrangebote.

Aus Hochschulen und Studentenwerken

Uni Köln: Studierendenbefragung

Im Dezember startete an der Uni Köln eine Befragung der Studierenden mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. Die Uni möchte wissen, welche Belastungen die Studierenden im Studienalltag erleben und welche Unterstützung helfen würde oder bereits geholfen hat. Die Erkenntnisse aus der Erhebung sollen dazu beitragen, das Hilfsangebot der Uni Köln weiter zu verbessern. Sie werden u. a. in die Ausstattung des Beratungszentrums für Studierende mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen im neuen Studierenden Service Center einfließen. Die Erhebung wird vom "Campus im Dialog" (CiD) des Prorektorats für Lehre und Studium unterstützt.

Goethe-Universität Frankfurt: "Diversity kompakt" erschienen

Die Fachbereiche und zentralen Einrichtungen der Goethe-Universität Frankfurt haben für Studierende und Promovierende viele Angebote, um sie in ihren verschiedenen Lebens-, Studien- und Arbeitssituationen zu unterstützen. Der Leitfaden „Diversity kompakt“ bietet eine Übersicht über diese Angebote und bündelt die Anlaufstellen nach Themenschwerpunkten wie z.B. „Körper & Psyche". „Diversity kompakt“ erscheint jedes Jahr zum Wintersemester in überarbeiteter Auflage.

Aus den Bundesländern

BAGüS: Perspektive Inklusion

Die BAGüS - die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe - hat ein Positionspapier zur UN-Behindertenrechtskonvention veröffentlicht. Darin betont sie die Verantwortung der Hochschulen, die chancengerechte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Hochschulbildung zu sichern. Leistungen der Eingliederungshilfe seien lediglich eine "Übergangslösung", bis das Ziel "einer Hochschule für alle" verwirklicht sei. Der "eigentliche" Gestaltungsauftrag läge bei den Hochschulen.

Niedersachsen: Studiengebühren abgeschafft - Hochschulen erhalten Studienqualitätsmittel

Ab dem Wintersemester 2014/2015 zahlen Studierende in Niedersachsen keine Studiengebühren mehr. Damit hat Niedersachsen als letztes Bundesland die Studiengebühren abgeschafft. Bestehen bleiben allerdings die Langzeitstudiengebühren, die Studierenden mit Behinderung oder schwere Krankheit im Falle einer unbilligen Härte erlassen werden können. Als Ersatz für die Einnahmen aus Studiengebühren erhalten die Hochschulen sog. Studienqualitätsmittel. Diese sollen vorrangig eingesetzt werden, um "das Betreuungsverhältnis zwischen Studierenden und Lehrenden zu verbessern, zusätzliche Tutorien anzubieten und die Ausstattung der Bibliotheken sowie der Lehr- und Laborräume zu verbessern". Sie können auch für soziale Projekte und Infrastrukturmaßnahmen eingesetzt werden, wie die Landesregierung auf eine Anfrage im Landtag mitteilte.

Für die Beratungspraxis

Bundesarbeitsgericht stärkt Diskriminierungsschutz chronisch kranker Menschen

Das Bundesarbeitsgerecht hat in einem Urteil vom 19.12.2013 klargestellt, dass einem Mitarbeiter nicht allein wegen einer HIV-Infektion gekündigt werden kann. Das Gericht bezog sich auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das eine Diskriminierung u.a. wegen einer Behinderung versage und verwies darauf, dass auch eine chronische Erkrankung zu einer Behinderung führen könne. Eine Kündigung wegen einer HIV-Infektion sei im Regelfall diskriminierend und damit unwirksam, wenn der Arbeitgeber durch angemessene Vorkehrungen den Einsatz des Arbeitnehmers trotz seiner Behinderung ermöglichen könne. Das Gericht verwies die Sache zurück an die Vorinstanz, die nun Letzteres aufklären müsse.

Verschiedenes

Online-Wegweiser Barrierefreiheit

Das Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit hat einen Wegweiser "Barrierefreiheit" erstellt. Dieser informiert darüber, welche rechtlichen und technischen Bestimmungen zu diesem Thema in jedem einzelnen Bundesland gelten. Die Regelungen werden gesondert dargestellt für öffentlich zugängliche Gebäude, Wohnungsbau und Personenverkehr. Die Seite gibt auch einen Überblick über die relevanten DIN-Normen.

Google Europe Scholarship

Bis zum 17. Februar können sich Studierende mit Behinderung oder chronischer Krankheit für ein Stipendium bei Google Europe bewerben. Gefördert werden Studierende der Fächer Informatik, Computerwissenschaften und IT-Themen.

Studium und Behinderung in den Medien

5vier.de: Ausstellung "Studieren mit Behinderung"

Das Trierer Nachrichtenportal berichtet über die Ausstellung der 30 besten Plakate des DSW-Wettbewerbs "Studieren mit Behinderung und chronischer Krankheit" in der Bibliothek der Universität Trier.

Echo: Mit Handicap studiert es sich schwerer

Der Artikel stellt die Arbeit von Mathias Ihrig vor, dem Beauftragten der Hochschule Darmstadt für Studierende und Studieninteressierte mit Behinderung.

Termine

Workshop "Mental fit für Prüfungen"

Termin: 7. und 8. März 2014
Ort: Marburg
Zielgruppe: blinde und sehbehinderte Abiturienten, Auszubildende und Studierende
Veranstalter: Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. - blista

Ziel des Workshops ist das Kennenlernen und Weiterentwickeln persönlicher Strategien und mentaler Techniken, um intensive Lernphasen gut zu meistern und Prüfungen erfolgreich zu bestehen. Anmeldeschluss ist der 7. Februar 2014.

Regensburger Hochschultag

Termin: 14. Februar 2014
Ort: Regensburg
Zielgruppe: Studieninteressierte mit Behinderungen und chronischen Krankheiten
Veranstalter: Universität Regensburg, Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg, Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik

Im Rahmen des Regensburger Hochschultages beraten Universität, Hochschule und Studentenwerk auch Studieninteressierte mit Behinderungen zu allen Fragen rund ums Studium wie z.B. Studienwahl, Bewerbung mit Sonderanträgen, Nachteilsausgleichen und Unterstützungsmöglichkeiten während des Studiums. Ebenso wird zu Wohnmöglichkeiten und Finanzierung beraten.

Raus aus der Schule, rein in Ausbildung - Studium - Beruf! Rechtliche Themen und Tipps für den Übergang

Termin: 7. und 8. Februar 2014
Ort: Marburg
Zielgruppe:  sehbehinderte und blinde Schüler aus Abschlussklassen, Eltern und Angehörige, Ehrenamtler in der Beratung und alle Interessierten
Veranstalter: Deutsche Blindenstudienanstalt e.V. - blista  

Welche Ausbildungsformen gibt es? Welche Unterstützung gibt es und welche Leistungsträger sind zuständig? Was sind Nachteilsausgleiche und wie helfen diese weiter? Der Workshop gibt Antworten auf diese Fragen, vermittelt die wichtigsten Grundlagen rechtlichen Handelns im Sozial- und Verwaltungsrecht und zeigt Wege, um Hürden auf dem Weg der Antragstellung zu überwinden. Anmeldeschluss ist der 10. Januar 2014.

Mein Profil – überzeugen im Einstellungsgespräch

Termin: 26. - 29. März 2014
Ort: Bad Herrenhalb
Zielgruppe: Menschen mit Seheinschränkung
Veranstalter: Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) des Karlsruher Instituts für Technologie

Wie bereite ich mich auf ein Einstellungsgespräch vor? Wie beantworte ich Fragen nach meinen Fähigkeiten? Oder solche nach den Gründen für meine Bewerbung bei dem betreffenden Unternehmen? In dem zweieinhalbtägigen Workshop lernen und üben die Teilnehmenden, wie sie sich optimal auf ein Einstellungsgespräch vorbereiten können.Gearbeitet wird mit den Berufsplanungsverfahren Life/Work Planning (LWP). Anmeldeschluss ist der 21. Februar 2014

13.01.2014