Studentisches Wohnen

Studierendenwohnheim Pariser Straße 54 des Studierendenwerks Bonn feierlich eingeweiht

Menschengruppe vor Wohnheim Pünktlich zum Wintersemester 2019/2020 können 321 moderne Vollappartements des Studierendenwerks Bonn von Studierenden bezogen werden. Seit Anfang 2017 hatte das Studierendenwerk das Wohnheim Pariser Straße 54 in Bonn-Auerberg kernsaniert. Insgesamt wurden rund 17 Millionen Euro in das aus dem Jahr 1973 stammende Gebäude investiert. Davon trägt das Land NRW rund sechs Millionen Euro als Investitionszuschuss. Zur feierlichen Einweihung und der sich anschließenden Feier waren neben den studentischen Bewohnerinnen und Bewohnern auch Nachbarn und der Ortausschuss Auerberg eingeladen.

Mit der Bauausführung beauftragt war das Bonner Architekturbüro Koenigs Rütter. Architekt Christoph Rütter erläuterte den Ablauf der umfangreichen Sanierungsarbeiten. Zunächst wurde der Baukörper schadstoffsaniert. Das betraf insbesondere den für die Bauzeit typischen Weichmacher PCB in den Dichtmassen der Fassadenaußenfugen und in den Fensterlaibungen sowie asbesthaltige Spachtelmassen in den Wandputzen. Erst im zweiten Schritt wurde das Wohnheim im eigentlichen Sinne saniert. „Das betraf zunächst die Brandschutztechnik und die energetischen Maßnahmen sowie vor allem die umfängliche Modernisierung der Innenräume und Nasszellen. Die Grundstruktur des Gebäudes blieb erhalten.“ Bei der Fassade stand früh fest, dass die bisherige Waschbetonoptik einer frischeren und helleren Anmutung weichen würde.

Offen ist noch die Frage, wie die neben dem Wohnheim befindliche Tiefgarage weiter genutzt werden soll. Sie wurde nicht saniert und bleibt im unteren Bereich gesperrt. Für die nachzuweisenden 36 PKW-Stellplätze ist das Oberdeck überdimensioniert. Auch die 321 Stellplätze für Fahrräder sind am und im Haus untergebracht.

Bei der Sanierung wurde auch auf nachhaltige Materialien geachtet. So ist etwa der Bodenbelag aus Linoleum statt aus PVC. „Bei Linoleum handelt es sich um ein überwiegend aus natürlichen Rohstoffen hergestelltes Produkt aus Leinöl, Kreide-, Kork- und Holzmehl“, erläutert Dirk Dix, der Leiter des Baumanagements im Studierendenwerk Bonn. „Auch bei den Fenstern und Türen haben wir auf Leichtmetall statt auf PVC gesetzt.“ Das Gebäude wurde energetisch ertüchtigt und entspricht nun dem Energieeffizienzstandard KfW 70. Die Fassade wurde mit nicht brennbarer Mineralfaser gedämmt.

Wohnen im Studium

Im Rahmen der 100-Jahr-Feierlichkeiten des Studierendenwerks Bonn unter dem Motto „Für Euer Wohl. Seit 1919“ steht auch das Thema Studentisches Wohnen im Fokus.

Den höchsten Betrag ihres monatlichen Budgets geben Studierende für die Miete aus. Preisgünstige Wohnformen, wie die Wohnheime der Studierendenwerke sie bieten, sind daher sehr beliebt.

Gemäß der 21. Sozialerhebung geben die Studierenden rund 323,- Euro monatlich für die Miete aus. In den Wohnanlagen der Studierendenwerke beträgt die Monatsmiete einschließlich aller Nebenkosten durchschnittlich 246,- Euro.

Wohnheime werden bundesweit von 12 Prozent der Studierenden genutzt. Zum Vergleich: 30 Prozent aller deutschen Studierenden leben in einer Wohngemeinschaft, 20 Prozent noch bei den Eltern, 17 Prozent alleine in einer eigenen Wohnung, und 21 Prozent in einer Wohnung mit dem Partner oder der Partnerin.

14.10.2019