Internationalisierung konkret

So geht sozial-akademische Integration

Studentische Wohnheimtutor/-innen, die die Studierenden in den Wohnheimen des Studentenwerks Hannover zusammenbringen; interkulturelles Quartiersmanagement in den Wohnheimen des Studierendenwerks Mainz; eine mit tatkräftiger Unterstützung ausländischer Studierender entwickelte Mensa-Menülinie beim Studierendenwerk Thüringen und ein eigener „International Club“ des Studierendenwerks Freiburg: In der neuen Ausgabe 1/2022 seines DSW-Journals zeigt das Deutsche Studentenwerk (DSW) auf, was die Studenten- und Studierendenwerke alles tun für ausländische Studierende.

„So geht sozial-akademische Integration“ ist der Titel der Reportage im DSW-Journal 1/2022. Die Autorin Marijke Lass besuchte studentische Tutor/-innen aus dem Wohnheimtutorenprogramm des Studentenwerks Hannover; sie bauen kulturelle Brücken zwischen den Wohnheimbewohner/-innen. „Wenn es das Tutorenprogramm nicht gäbe, hätte ich viele andere internationale Studierende nicht kennengelernt“, sagt der 24-jährige libysche Informatik-Student Saeid Othman. Die Wohnheimtutor/-innen haben wegen der Coronavirus-Pandemie in kürzester Zeit neue Formate entwickelt, um trotz geschlossener Gemeinschaftsräume die Studierenden miteinander zu verbinden: Online-Länderabende, -Museumsbesuche oder -Spielabende.

Weitere Stationen der Reportage sind das Studierendenwerk Mainz und das Studierendenwerk Thüringen. Das Studierendenwerk Mainz betreibt in seinen Wohnheimen ein interkulturelles Quartiersmanagement; Ziel dieses Belegungskonzepts: Internationale Studierende sollen Kontakt zu deutschen und anderen internationalen Studierenden bekommen und interkulturellen Austausch erleben. Das Studierendenwerk Thüringen hat vor der Pandemie internationale Studierende in die Mensa eingeladen und mit ihnen zusammen eine eigene Mensa-Menü-Linie entwickelt, „mensaInternational“.

Am Beispiel der „Walking Dialogues“, einem der vielen interkulturellen Angebote des Studierendenwerks Freiburg, wird schließlich dessen „Internationaler Club“ vorgestellt. Die „Walking Dialogues“ richten sich an internationale Studierende, die neu in Freiburg sind, noch nicht viele Kontakte haben und wenig Deutsch sprechen. Jeder geführte Spaziergang hat ein eigenes Thema; vor dem Schneewandern gibt es beispielsweise eine Einführung in Freiburger Spezialitäten.

Weil die Studenten- und Studierendenwerke auf einen reichen Erfahrungsschatz bei der sozial-akademischen Integration und Betreuung internationaler Studierender zurückgreifen können, haben sie in kürzester Zeit auch Hilfe für ukrainische Studierende aufgelegt; im DSW-Journal 1/2022 werden sie auszugsweise vorgestellt.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert beim Deutschen Studentenwerk seit nunmehr 20 Jahren die Servicestelle Interkulturelle Kompetenz (SIK), die unter anderem Weiterbildungsangebote organisiert für die im Bereich Internationales tätigen Beschäftigten von Hochschulen und Studierendenwerken. SIK-Leiterin Isabelle Kappus sagt im Interview: „Wer im Studium ein gutes interkulturelles Miteinander erfährt, kann später leichter einen Beitrag für einen friedvollen Umgang zwischen den Kulturen leisten – wir erleben ja leider gerade, wie notwendig das ist.“

Weitere Themen im DSW-Journal 1/2022:

  • „Das wird ein rundes Paket“: Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) über ihre Pläne für eine BAföG-Reform
  • Digitale Hochschule: Wird bald die ganze Welt zum Campus, das Studium komplett entgrenzt? Analyse von Jeanette Goddar
  • Finanzielle Unterstützung, Mensa-Freitisch, Miet-Stundung, psychologische Beratung: Hilfen der Studierendenwerke für ukrainische Studierende
  • „Es geht ums Existenzielle“: DSW-Präsident Rolf-Dieter Postlep sorgt sich um die psychische Belastung der Studierenden in der Pandemie
  • Die wichtigste CDU-Bildungspolitikerin: Porträt von Karien Prien, Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Schul- und Wissenschaftsministerin des Landes Schleswig-Holstein
  • Die „Multiple-Choice“-Crew: Mensa-Teamwork beim Studierendenwerk Rostock-Wismar
  • „In der extremen Fokussierung kann man ein wissenschaftlicher Idiot werden“: Heidi Kastner, Autorin des Buchs „Dummheit“
  • Raus aus dem digitalen Dornröschenschlaf, Krisenpläne für die nächste Pandemie: Gastbeitrag der Virologin Melanie Brinkmann
  • 100 Semester an der Weser: Das Studierendenwerk Bremen stellt
05.04.2022