Zahlen & Fakten

Neu: Umfrage unter den Beauftragten

Wie sehen die Arbeitsbedingungen der Beauftragten aus? Über welche zeitlichen und finanziellen Ressourcen verfügen sie? Welche Angebote halten sie für Studierende, welche für Lehrende vor? In welchem Maß können sie Einfluss nehmen auf die Verwirklichung einer inklusiven Hochschule? – Eine Umfrage der IBS unter den Beauftragten gibt Antworten.

Einige ausgewählte Ergebnisse sind im Folgenden dargestellt. Umfassend dargestellt sind die Ergebnisse in der Publikation "Beauftragte für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Eine Umfrage der IBS zu Arbeitsbedingungen und Tätigkeitsprofil" veröffentlicht (s.u. unter "Downloads").

Rechtliche Verankerung und Anbindung des Amtes

Die Landeshochschulgesetze sehen bei 53 Prozent der an der Umfrage beteiligten Hochschulen die Berufung eines / einer Beauftragten vor. 46 Prozent der Hochschulen verankern das Beauftragten-Amt in einer Grundordnung, Satzung o.ä. In den Hochschulen der Länder, die gesetzlich Beauftragte vorsehen, ist das Amt häufiger in einer Grundordnung, Satzung o.ä. verankert als im Durchschnitt (61% vs. durchschnittlich 46%).

Mehrheitlich ist das Amt der / des Beauftragten an eine organisatorische Einheit der Hochschule angebunden (63%), wobei viele verschiedene organisatorische Einheiten für die Anbindung des Amtes genutzt werden. Die überwiegende Mehrheit der Beauftragten ist mit ihrer jeweiligen Anbindung zufrieden (90%).

Das Aufgabenfeld der Beauftragten

Die Beauftragten bewältigen ein breites Aufgabenspektrum. Eine Stellenbeschreibung haben jedoch nur 28 Beauftragte (17 %).

  • Beratung: 94 Prozent der Beauftragten informieren und beraten Studieninteressierte und Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten persönlich, 91 Prozent unterstützen die Studierenden individuell z.B. bei der Beantragung von Nachteilsausgleichen. Darüber hinaus bieten sehr viele Beauftragte auch Lehrenden eine individuelle Beratung an (75 %) oder halten spezielle Informationsmaterialien für sie bereit (39%).
  • Strukturelle Mitwirkung: Ungefähr ein Drittel der Beauftragten wirkt mit am Auf- und Ausbau barrierefreier Strukturen in der Hochschule. Die Beauftragten beteiligen sich an der Planung und Umsetzung von Baumaßnahmen (37 %), an der Überarbeitung rechtlicher Regelungen (36 %) und an den Verfahren zur Akkreditierung von Studien-gängen (30 %). Beauftragte, deren Amt in einer Grundordnung, Satzung o.ä. verankert ist, wirken häufiger als im Durchschnitt mit am Auf- und Ausbau barrierefreier Strukturen in der Hochschule.
  • Stellungnahmen: 60 Prozent der Beauftragten verwenden einen Teil ihrer zeitlichen Ressourcen darauf, Stellungnahmen auf Anforderung der Sozialleistungsträger zu verfassen. 70 Prozent der Beauftragten schreiben Stellungnahmen auf Anforderung des Prüfungsamtes.
  • Studienorganisation: Die Beauftragten übernehmen zum Teil auch studienorganisatorische Aufgaben. So helfen sie bei der Umsetzung von Nachteilsausgleichen, indem sie z.B. die Prüfungsaufsicht übernehmen oder einen Raum zur Verfügung stellen (37 %).
  • Information: Die Hälfte der Beauftragten erarbeitet Informationsmaterial für Studieninteressierte und Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten und ein Drittel organisiert Informationsveranstaltungen. Weniger als die Hälfte der an der Umfrage beteiligten Hochschulen halten auf ihren Webseiten ein Informationsangebot für Studieninteressierte und Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten vor (43 %).

Barrierefreiheit

Nur zwei Drittel der Beauftragten verfügen über barrierefrei zugängliche Räume (68 %).

Amtsausübung

Zu je einen Drittel über die Beauftragten ihr Amt ehrenamtlich oder als Teilaufgabe eines / einer Mitarbeiter/in der Hochschulverwaltung, der Studienberatung o.ä. aus. 25 Prozent der Beauftragten erfüllen ihr Amt als Teilaufgabe eines Lehrenden. 31 Prozent der Beauftragten werden durch studentische Hilfskräfte oder Berater/innen unterstützt.

Arbeitsaufwand und Ressourcenausstattung

43 Prozent der Beauftragten können für sich einen gestiegenen Arbeits-aufwand in den letzten drei Jahren erkennen. Mehr Zeit benötigen diese Beauftragten z.B. für die Beratung zu Nachteilsausgleichen, die Beratung von Studierenden mit psychischen Beeinträchtigungen und die Begleitung von Bauvorhaben.

Viele Beauftragte sind mit den ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen zufrieden: 57 Prozent beurteilen die zur Verfügung stehende Zeit als ausreichend oder eher ausreichend, ebenso 57 Prozent die personelle Unterstützung und 50 Prozent die finanzielle Ausstattung.

Arbeitsaufwand und Ressourcenausstattung werden von den Beauftragten großer Hochschulen zum Teil deutlich abweichend vom Durchschnitt bewertet. Die Beauftragten der 35 beteiligten Hochschulen mit über 15.000 Studierenden empfinden für sich mehrheitlich einen gestiegenen Arbeitsaufwand (77%) und sie beurteilen mehrheitlich die personelle Unterstützung (57%) und die finanzielle Ausstattung (63%) als eher oder völlig unzureichend.

Kooperation und Vernetzung

92 Prozent der Beauftragten arbeiten mit verschiedenen Struktureinheiten der Hochschule und der Studentenwerke zusammen. Ein etabliertes Netzwerk findet sich in 23 Prozent der an der Umfrage beteiligten Hochschulen.