Hochschulpolitik

Joybrato Mukherjee: „Wir müssen kämpfen“

Berlin, 26. November 2019. „Wir müssen in die Arena einsteigen und kämpfen, wir müssen selbstbewusst vertreten, dass eine gedeihliche Entwicklung unserer Gesellschaft nur möglich ist mit einer freien Wissenschaft (…). Im Schlafwagen werden wir die Wissenschaftsfreiheit nicht verteidigen“: Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, ab dem kommenden Jahr Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), plädiert im Interview mit dem DSW-Journal 4/2019 des Deutschen Studentenwerks (DSW) für eine aktive, selbstbewusste Rolle der deutschen Wissenschaft im Austausch mit anderen Ländern.

Der Anglist Mukherjee, 46, im Hauptamt Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, wird Anfang des Jahres 2020 Präsident des DAAD, der weltweit größten Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftler/-innen. Er löst in dem Amt Prof. Dr. Margret Wintermantel ab, DAAD-Präsidentin seit dem Jahr 2012.

Mukherjee spannt in dem Interview im DSW-Journal 4/2019, welches am 26. November 2019 erscheint, thematisch einen weiten Bogen. Er spricht über den Brexit, die Rolle von Hochschulen und Wissenschaft in Zeiten von Wissenschaftsfeindlichkeit, das Erstarken autoritärer Regime in „schwierigen Partnerländern“ des DAAD, seine Ziele für den DAAD, über die Gründe für die hohe Attraktivität des deutschen Hochschulsystems für Studierende aus dem Ausland – und über Rassismus in Deutschland. Dazu sagt er: „Der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung ist (…) in besonderem Maße auch die Aufgabe der Wissenschaft.“

Gefragt, ob Deutschland im akademischen Austausch mit China für demokratische Standards werben sollte, antwortet Mukherjee: „So platt funktioniert das nicht. (…) Wir sollten für unsere westlichen Werte einstehen, auch für unser Verständnis von (…) freier Wissenschaft. Wir sollten sie aber nicht missionarisch in die Welt tragen.“

Im Interview mit dem DSW-Journal 4/2019 erläutert der künftige DAAD-Präsident auch, die bisher quantitativen Internationalisierungsziele von Bund, Ländern und DAAD müssten nun inhaltlich definiert werden. So wolle er erreichen, dass ausländische Studierende nicht mehr so oft ihr Studium abbrechen. Auch wolle er in einem „engen Schulterschluss mit dem Deutschen Studentenwerk“ eine „Investitionsoffensive“ für mehr Studierendenwohnheime anmahnen.

Aufgrund eines bedauerlichen Fehlers der Redaktion ist in der Printfassung des DSW-Journals 4/2019 die nicht autorisierte Fassung des Interviews mit Joybrato Mukherjee abgedruckt. Die korrekte, autorisierte Fassung hier in der Online-Version auf den Seiten 12 bis 19.

Weitere Themen im DSW-Journal 4/2019:

  • Internationalisierung nicht ohne die Studierendenwerke: Warum sich DSW-Präsident Rolf-Dieter Postlep über Aussagen des DAAD-Präsidenten Joybrato Mukherjee freut
  • Nur gemeinsam Superstars: Warum sich deutsche Universitäten zu Verbünden zusammenschließen. Eucor, RMU, UA Ruhr & Co.
  • „Die Hochschulen sind umfunktionierte Wirtschaftsunternehmen“: Nicole Gohlke von den Linken im Interview
  • Hans Müller-Steinhagen: Der Rektor der TU Dresden verkörpert den „Dresden Spirit“. Ein Porträt
  • Der NC macht Hochschulen zu Paukschulen: Gastbeitrag von Wolf Wagner, Autor des Bestsellers „Uni-Angst und Uni-Bluff“
  • „Zusammen. Wirken“: Das Studentenwerk Dresden ist 100 Jahre alt
  • „A Real German Chistmas Experience“: Das Studierendenwerk Hamburg vermittelt ausländische Studierende und Hamburger Gastfamilien zum interkulturellen Heiligabend
  • Mit ihrem „Apple Crumble“ wurde die Studentin Thu Hang Nguyen von der RWTH Aachen „Mensa Star“ des Studierendenwerks Aachen
  • Starke Teams: Eine Bildgeschichte darüber, was die Studenten- und Studierendenwerke alles tun für die Studierenden
  • „Geht ins Ausland!“, „Bleiben Sie neugierig!“, „Lasst Euch nicht beirren!“: Was Bundestagsabgeordnete den Studienanfänger/-innen raten
26.11.2019