Studieren mit Behinderung

Beratung für behinderte und chronisch kranke Studierende ausbauen!

 
Berlin, 4. Juni 2012. Prof. Dr. Dieter Timmermann, der Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), sieht sich durch die heute in Berlin vorgestellte DSW-Studie „beeinträchtigt studieren“ in seiner Forderung an die Länder bestätigt, die Studentenwerke beim Ausbau ihrer Beratungsstellen endlich stärker zu unterstützen.
 
„Studierende bewerten die behinderungsspezifischen Beratungsangebote von Hochschulen und Studentenwerken mehrheitlich als hilfreich“, so Timmermann. „Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass gerade chronisch kranke Studierende sich von den bestehenden Beratungsangeboten nicht angesprochen fühlen.“ Nur 24% der Befragten nähmen Beratungsangebote überhaupt in Anspruch.
 
„Die studienbegleitende Beratung muss ausgebaut, muss diversifiziert und gerade auch auf die Gruppe von Studierenden mit nicht-sichtbaren Beeinträchtigungen wie Teilleistungsstörungen oder chronisch-somatischen Erkrankungen ausgeweitet werden“, fordert Timmermann.
 
Timmermann: „Die Länder müssen generell ihre soziale Verantwortung gegenüber ihren Studierenden wahrnehmen, erst recht gegenüber den Studierenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen.“
 
Insgesamt bieten 43 der 58 Studentenwerke psychologische Beratung für Studierende an, viele in enger Kooperation mit den Hochschulen. 53 Studentenwerke bieten Beratung zu behindertenspezifischen Themen, in 13 Studentenwerken erfolgt diese Beratung im Rahmen zielgruppenspezifischer Angebote. 8% der Studierenden haben eine Behinderung oder chronische Krankheit.
 
Auch wenn einige wenige Länder ihre Zuschüsse an die Studentenwerke im letzten Jahr wieder leicht gesteigert haben, geht der Trend in die andere Richtung: Nach DSW-Angaben machten die Landeszuschüsse oder Finanzhilfen der Länder an die Studentenwerke zum laufenden Betrieb mit 140,6 Millionen Euro im Jahr 2010 nur noch 10,3% der Gesamteinnahmen der Studentenwerke aus. Anfang der 1990er Jahre waren es noch mehr als 24%.
 
04.06.2012