Hochschulsozialpakt

Erst recht wegen der Pandemie: Studierendenwerke fordern Hochschulsozialpakt

Die 57 im Deutschen Studentenwerk (DSW) zusammengeschlossenen 57 Studenten- und Studierendenwerke bekräftigen ihre Forderung nach einem Bund-Länder-Hochschulsozialpakt in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro. Mit diesen Mitteln sollen die Wohnheim- und Mensa-Kapazitäten der Studierendenwerke ausgebaut, saniert, modernisiert und vor allem auch an die neuen Pandemie-Anforderungen angepasst werden.

„Die Pandemie verschärft den Investitionsstau bei der sozialen Infrastruktur“, erklärt DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep. „Die Wohnheim- und Mensakapazitäten der Studierendenwerke müssen nunmehr nicht nur ausgebaut und saniert werden, sie müssen pandemiebedingt nun auch technisch und baulich nach- und umgerüstet werden.“

Auf ihrer online durchgeführten Jahresversammlung unter dem Dach des Deutschen Studentenwerks (DSW) am 8. Dezember 2020 konkretisierten die rund 150 Vertreter/-innen der Studierendenwerke ihre Finanzbedarfe.

Für Neubau, Sanierung, neue bauliche Hygienestandards und eine flächendeckende digitale Ausstattung ist ein Investitionsvolumen von insgesamt 4,2 Milliarden Euro notwendig. 1,9 Milliarden Euro fordern die Studierendenwerke als Bund-Länder-Zuschüsse in den kommenden Jahren; mehr als die Hälfte würden sie aus Eigenmitteln stemmen.

Den Finanzbedarf für die Sanierung, Modernisierung sowie pandemiebedingte technische und bauliche Nachrüstung ihrer Mensakapazitäten veranschlagen die Studenten- und Studierendenwerke auf rund 1,6 Milliarden Euro bis zum Jahr 2026; diese Summe fordern sie als Vollzuschuss im Rahmen eines Bund-Länder-Hochschulsozialpakts.

Außerdem fordern die Studenten- und Studierendenwerke von Bund und Ländern zusätzliche finanzielle Unterstützung, um ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit und Klimaschutz intensivieren zu können.

DSW-Präsident Rolf-Dieter Postlep: „Bis zum Jahr 2030 fließen über die großen Bund-Länder-Programme rund 160 Milliarden Euro in Wissenschaft, Forschung und Hochschulen. Das ist eine immens wichtige Zukunftsinvestition. Nun muss genauso intensiv und zukunftsorientiert in die soziale Infrastruktur investiert werden. Eine gemeinsame Bund-Länder-Anstrengung ist gerade wegen der Pandemie dringender denn je.“

11.12.2020