GASTRONOMIE & JUBILÄUM

100 Jahre Mensa academica in Heidelberg

100 Jahre Mensa academica – das zeughaus im Marstall feiert Geburtstag! 1 Und noch eine Premiere gibt es am Freitag: Mit negativem Coronatest, zweifacher Impfung oder einer offiziellen Bescheinigung über die Genesung dürfen sich die Gäste wieder unter den Spitzbögen niederlassen und ihr Mittagessen zu viert am Tisch genießen! Im Innenhof des Marstalls können sich die Gäste direkt vor dem Essen kostenlos testen lassen; Schnelltests für den privaten Gebrauch dürfen leider nicht akzeptiert werden. Rechtzeitig zum Jubiläum öffnet auch der Außenbereich im Marstallhof wieder.

Seit ihrer Gründung ist die akademische Speisehalle weit mehr als ein bloßer Ort der Nahrungsaufnahme: Wer in Heidelberg studiert, kennt das zeughaus als place-to-be in der Altstadt. „Was das studentische Leben so besonders macht, das sind die Begegnungen mit vielen anderen interessanten Menschen. In unserem zeughaus bringen wir die Studentinnen und Studenten zusammen – und das mit der wohl besten Grundlage, leckerem Essen. Das zeughaus ist nun seit hundert Jahren das Herz des studentischen Heidelbergs und bleibt es hoffentlich auch für die nächsten hundert!“, freut sich Tanja Modrow, Geschäftsführerin des Studierendenwerks Heidelberg, über die steinerne Jubilarin.

100 Jahre Mensa academica – das zeughaus im Marstall feiert Geburtstag! 2 Wechselhafte Geschichte: Das zeughaus im Wandel der Zeit

Das zeughaus diente schon als kurfürstliches Waffenlager und ist zudem eines der wenigen erhaltenen spätmittelalterlichen Gebäude Heidelbergs. Aufgrund der flussnahen Lage war es auch mit der Schifffahrt verbunden, denn seine gesamte Nordfront stand früher komplett im Wasser. So wurde das Gebäude auch als Zoll-Lagerhaus für die am Krahnenplatz anlegenden Schiffe genutzt.

In den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts sollte das zeughaus dann seine wichtige Rolle im studentischen Leben bekommen, als es die akademische Speisehalle beherbergte.

Für notleidende Studiosi: Die Mensa academica

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg herrschten in der Studierendenschaft Hunger und Not. Das geläufige Bild vom armen Bettelstudenten war damals bittere Realität. Nahrungsmittel waren knapp, und gerade Studentinnen und Studenten zumeist in einer prekären Lage, verdienten sie ja noch kein eigenes Geld.

Das zeughaus eroberte sich rasch einen festen Platz im Herzen der Studierenden. Einen wesentlichen Anteil daran hatten die Kochkünste der ersten Mensaleiterin, die noch dazu echten Bohnenkaffee für nur 50 Pfennig die Tasse anbot – damals eine echte Sensation und eine absolute Seltenheit! Auch die Pfannkuchen waren für die hungrigen JungakademikerInnen ein besonderes Schmankerl. Schon in der Frühzeit des zeughauses wurde Wert auf abwechslungsreiche Esskultur gelegt, nicht bloß auf reine Sättigung.

Auf die 100: Leckereien am Freitag

Hundert wird man schließlich nur einmal, und daher wird im zeughaus am Freitag, 21. Mai, natürlich ordentlich aufgetischt. Die Zwanziger standen auch bei der Gestaltung des Speiseplans Pate, was sich an süßen Mehlspeisen, Kartoffeln als Beilage und Fleischspeisen zeigt, die natürlich nur an Festtagen auf den Tisch kamen. Halbe Ente mit Schupfnudeln sowie Tafelspitz mit Meerrettichsauce und Kartoffeln sind nur einige der Leckereien, die geboten werden. Festtagsgulasch mit Bohnen, Graupen und Speck mit Spätzle führen die Liste fort, und mit Gemüse-Bulgur in Tomaten steht auch eine fleischlose Variation zur Auswahl. Auf die Naschkatzen unter den Gästen wartet die Süße Theke mit Armen Rittern, Kaiserschmarren und natürlich Pfannkuchen, die von Vanillesauce, Pflaumen und Zimt und Zucker begleitet werden. Wer das besondere Flair der studentischen Speisehalle auf sich wirken lassen möchte, kann dies mit kompletter Corona-Impfung, nach bescheinigter überstandener Infektion oder mit negativem Test tun und sein Essen im historischen Ambiente des zeughauses genießen.

 

19.05.2021

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