DruckversionPDF version
Studienfianzierung

Werkstudenten

Solange das Studium vor dem Job den Vorrang behält, können Studierende von einigen Beiträgen zur Sozialversicherung befreit werden und dadurch Geld sparen.

Zuerst ist zu prüfen, ob Versicherungsfreiheit schon deshalb besteht, weil nur eine kurzfristige Beschäftigung (gemäß § 8 Absatz 1 Nr. 2 und § 115 Sozialgesetzbuch - Viertes Buch) ausgeübt werden soll. Sobald Studierende jedoch dauerhaft neben dem Studium jobben, ist ihre Tätigkeit nur dann aufgrund des "Werkstudentenprivileg" sozialversicherungsfrei, wenn in erster Linie das Studium Zeit und Arbeitskraft beansprucht. Das Studium muss also die Hauptsache und die Beschäftigung die Nebensache bleiben. Bewertet wird das mit der 20-Stunden-Regel.

Studierende (und Arbeitgeber) zahlen dann keine zusätzlichen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung, und zwar unabhängig von der Höhe des Einkommens. Beiträge zur Rentenversicherung müssen allerdings geleistet werden.

Wissen sollte man, dass durch die Beschäftigung kein Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben wird, und ein Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Krankheit nur für maximal sechs Wochen besteht. Danach zahlt die gesetzliche Krankenversicherung kein Krankengeld.

Achtung: Alle Studierenden müssen grundsätzlich – unabhängig von ihrem Job – in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sein. Vor Aufnahme jeglicher Beschäftigung muss die Krankenkasse informiert werden.

Arbeitgeber melden neue studentische Mitarbeiter/innen - innerhalb von sechs Wochen nach dem ersten Arbeitstag - bei der Krankenkasse an, bei der die/der Studierende versichert ist.

Wichtig: Die Familienversicherung über die Eltern besteht nur fort bei einer geringfügig entlohnten Beschäftigung (450-Euro-Job) oder bis zu einem monatlichen Einkommen von maximal 425 Euro (Stand: 2017). Über den Einzelfall berät die Krankenkasse.

Folgende Paragrafen bilden die gesetzliche Grundlage:

  • § 27 Absatz 4 Satz 1 Nummer 2 Sozialgesetzbuch - Drittes Buch
  • § 6 Absatz 1 Nummer 3 Sozialgesetzbuch - Fünftes Buch
  • § 1 Absatz 2 Satz 1 Sozialgesetzbuch - Elftes Buch
  • § 10 Absatz 1 Nummer 5 Sozialgesetzbuch - Fünftes Buch
  • § 20 Absatz 1 Satz 2 Nummer 1 Sozialgesetzbuch - Elftes Buch

20-Stunden-Regel

Die Werkstudentenregelung gilt nur für Studierende, die während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Nur bis zu dieser zeitlichen Grenze steht das Studium gegenüber dem Job im Vordergrund, nachzulesen im Urteil des Bundessozialgerichts vom 11.11.2003 - B 12 KR 24/03 R.

Mehrere Beschäftigungen zum Beispiel bei unterschiedlichen Arbeitgebern sowie als Selbstständige/r werden zusammengerechnet.

Hinweis: Die Hochschulausbildung im Sinne des "Werkstudentenprivilegs" endet mit Ablauf des Monats, in dem Studierende offiziell schriftlich über das Gesamtergebnis der Prüfungsleistung informiert werden. Danach ist das Kriterium "ordentliche Studierende" - auch bei fortbestehender Immatrikulation - nicht mehr erfüllt. Studierende werden dann wie reguläre Arbeitnehmer/innen sozialversicherungspflichtig. 

Ausnahmen von der 20-Stunden-Regel

Die 20-Stunden-Grenze kann in Einzelfällen überschritten werden, wenn man

  • überwiegend während der Abend- und Nachtstunden oder am Wochenende (nur in Einzelfällen anhand von Nachweisen möglich!), allerdings im Laufe eines Beschäftigungsjahres (nicht: Kalenderjahres) nicht mehr als 26 Wochen (182 Kalendertage) über 20 Stunden pro Woche oder
     
  • während der vorlesungsfreien Zeit (Semesterferien) arbeitet.

Vorausgesetzt wird auch hier, dass das Studium und nicht die Beschäftigung die Lebenssituation primär prägt!

ACHTUNG: Die Krankenkasse entscheidet über die genannten Ausnahmen.

Steuern

Als Werkstudent/in ist man Arbeitnehmer/in und daher steuerpflichtig. Trotzdem dürfte sich im Regelfall keine Steuerbelastung ergeben. Solange das Arbeitsentgelt (abzüglich insbesondere Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Vorsorge-Pauschale) unter dem Grundfreibetrag (2017: 8.820 Euro) bleibt, kann man die gezahlte Lohnsteuer im Rahmen einer Einkommensteuerveranlagung im Folgejahr zurückerhalten.

Keine Werkstudenten

Sozialversicherungspflichtig wie alle Arbeitnehmer/innen sind Studierende, die

  • während eines Urlaubssemesters oder
  • neben einem Teilzeitstudium oder
  • neben einem Promotionsstudium oder
  • als Teilnehmer/innen an dualen Studiengängen

eine Beschäftigung aufnehmen.

Dasselbe gilt für diejenigen, die nach einem Hochschulabschluss eine Beschäftigung aufnehmen und daneben ein Ergänzungs- oder Zweitstudium absolvieren, das lediglich der beruflichen Weiterbildung oder Spezialisierung dient.

Seitenmenü: 
0