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Studienfinanzierung

Tipps für beruflich Qualifizierte - Studieren ohne Abitur

Wer die notwendigen Berufserfahrungen nachweist, kann auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife studieren. Und wie finanziert man ein solches Studium, wenn schon viele Jahre seit dem Schulabschluss vergangen sind?

Auch beruflich Qualifizierte müssen sicherlich das Geld für die Zeit des Studiums aus mehreren Quellen zusammenzubringen.

Förderung nach dem BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)

Diese eigentlich beste Form der Studienfinanzierung ist durch die jugendpolitische Zielsetzung auf junge Studierende ausgerichtet. Wer ein Bachelorstudium beginnen möchte, darf für eine mögliche BAföG-Förderung nicht älter als 30 Jahre sein. Für ein Masterstudium liegt die Altersgrenze bei 35 Jahren.

Davon gibt es einige, wenige Ausnahmen (Einzelheiten sind im § 10 Absatz 3 BAföG geregelt):

  • Kann man nachweisen, dass zum Beispiel Zeiten der Kindererziehung den "verspäteten" Studienbeginn bedingen, verschiebt sich die Altersgrenze eventuell nach hinten.
  • Für diejenigen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung auf dem zweiten Bildungsweg erworben haben oder die aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation ohne Hochschulzugangsberechtigung immatrikuliert werden, gilt keine Altersgrenze.

ABER: Nach Abschluss eines Diplom-, Staatsexamens-, Magister- oder Masterstudienganges ist keine BAföG-Förderung mehr möglich!

Einkommen

Die Förderung nach dem BAföG hängt grundsätzlich vom Einkommen der Eltern oder des Ehegatten/Lebenspartners ab. Das Einkommen der Studierenden selbst bleibt bis zu 5.416 Euro (innerhalb des Bewilligungszeitraums, nicht Kalenderjahres!) bei der Berechnung außer Acht. Erst darüber hinaus wird es anteilig auf das BAföG angerechnet.

Vermögen

Während das Vermögen der Eltern oder des Ehegatten/Lebenspartners die Berechnung des BAföG nicht beeinflusst, dürfen die Studierenden selbst nur über ein Vermögen von maximal 7.500 Euro verfügen. Darüber hinausgehendes Vermögen schmälert den Förderungsbetrag.

Stipendien

Für beruflich Qualifizierte gibt es verschiedene Stipendien:

  • Das Aufstiegsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung richtet sich an Frauen und Männer mit einer mindestens zweijährigen Berufserfahrung, die in der Ausbildung und im Beruf hoch motiviert und besonders talentiert sind. Die Stipendien verbessern die beruflichen Aufstiegschancen für begabte Fachkräfte. Studierende im Vollzeitstudium erhalten monatlich 735 Euro plus 80 Euro Büchergeld und einer Betreuungspauschale für Kinder (bis zur Vollendung des 10. Lebensjahrs) von 130 Euro. Die Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung wählt die Stipendiaten aus. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.
     
  • Das Weiterbildungsstipendium des Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert junge Fachkräfte (bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs) mit Fördermitteln für Weiterbildungsmaßnahmen von bis zu 2.000 Euro pro Jahr. Pro Weiterbildungsmaßnahme muss man sich mit 10 Prozent an den Kosten beteiligen.
     
  • Das Förderprogramm "Dritter Bildungsweg" der Hans-Böckler-Stiftung unterstützt berufliche Qualifizierte beim Weg ins Studium (in den Studiengängen Gesundheits- und Ingenieurswissenschaften) finanziell und mit begleitenden Angeboten.
     
  • Außerdem kann man sich um allgemeine Stipendien bewerben, wobei nicht nur sehr gute Leistungen zählen, sondern beispielsweise auch politisches oder soziales Engagement.

Kredite

  • Bildungskredit der Bundesregierung (bis zur Vollendung des 36. Lebensjahrs)
  • KfW-Studienkredit (bis zur Vollendung des 44. Lebensjahrs)
  • Kredite von Banken und regionalen Kreditinstituten
  • Überbrückungsdarlehen über die Darlehenskassen der Studentenwerke
  • Kredite der Hochschulen

Die Stiftung Warentest und das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) testen regelmäßig Studienkredite und informieren über Kredite zu günstigen Zinsen.

Elternunterhalt

Für Studierende mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung dürfte es grundsätzlich eher unwahrscheinlich sein, auf eine finanzielle Unterstützung der Eltern zu bauen. Die Rechtsprechung zum Unterhaltsrecht hat dazu eigene Grundsätze entwickelt. Ausnahmen sind jedoch auch hier möglich.

Berufsbegleitendes Studium

Im besten Fall ist das Studium neben dem Beruf so organisiert, dass es auch mit einer Berufstätigkeit in Vollzeit vereinbar ist. Dann können der Lebensunterhalt und die Kosten des Studiums üblicherweise über das Einkommen bestritten werden. Natürlich steht es den Studierenden frei, sich zusätzlich um ein Stipendium zu bewerben.

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