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Neues aus dem DSW

Problem Wohnungssuche

An Deutschlands Hochschulen studieren rund 252.000 bildungsausländische Studierende, also Menschen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben. Für den Bericht „Ausländische Studierende in Deutschland 2016“ wurden im Rahmen der 21. Sozialerhebung mehr als 4.000 dieser Studierenden zu ihrer sozialen und wirtschaftlichen Lage befragt.

Das Ergebnis: Probleme bei der Wohnungssuche haben gegenüber dem vorherigen Bericht aus dem Jahr 2012 stark zugenommen: 2012 hatten „nur“ 47% der ausländischen Studierenden angegeben, schwer eine Unterkunft zu finden; im Jahr 2016 waren es schon 62%.

Zu wenig Wohnheimplätze

Mehr als ein Drittel der ausländischen Studierenden in Deutschland leben in einem Wohnheim; allerdings hinkt, wie das DSW seit längerem beklagt, die Zahl der staatlich geförderten Wohnheimplätze deutlicher hinterher hinter der Zahl der staatlich geförderten Studienplätze. Die Zahl der Studierenden stieg seit dem Jahr 2008 um 43%; die Zahl der Wohnheimplätze hingegen nur um 7%.

„Internationalisierung ohne Infrastruktur funktioniert nicht“, sagt DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde. „Ausländische Studierende haben teilweise noch größere Probleme als deutsche Studierende, auf dem freien Wohnungsmarkt unterzukommen. Wir brauchen für alle Studierenden endlich ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verpflichtet sie sich, Wohnheime für Studierende zu fördern. Das muss nun rasch umgesetzt werden.“

Auf Leistungen der Studenten- und Studierendenwerke angewiesen

Förderung – das bedeutet an dieser Stelle mehr Mittel für den Neubau und die Sanierung von Studierendenwohnheimen. Laut DSW sind rund 75.000 der 192.000 Wohnheimplätze in den 1.700 Wohnheimen der Studenten- und Studierendenwerke von ausländischen Studierenden belegt. Rund 1.000 studentischen Tutorinnen und Tutoren in den Wohnheimen unterstützen zudem die sozial-akademische Integration der ausländischen Studierenden.

Gerade ausländische Studierende sind in hohem Maße auf die Leistungen der Studenten- und Studierendenwerke angewiesen: Sie wohnen häufiger im Wohnheim, essen häufiger in der Mensa als ihre deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen, und sie fragen die Sozialberatung stark nach.

Auch hierzu liefert der Bericht „Ausländische Studierende in Deutschland 2016“ neue Zahlen: 35% der ausländischen Studierenden leben demnach im Wohnheim. Sie fragen außerdem die Sozialberatung der Studenten- und Studierendenwerke stark nach, vor allem zu Fragen der Studienfinanzierung, des Jobbens und des Aufenthaltsrechts. 79% der ausländischen Studierenden besuchen im Durchschnitt 4,8mal in der Woche die Mensa des Studenten- oder Studierendenwerks. Zum Vergleich: 73% der deutschen Studierenden gehen 2,8mal in der Woche in die Mensa.

Infrastruktur stärken

„Die Attraktivität Deutschlands als Studienland für ausländische Studierende hängt auch stark von den Leistungen der Studenten- und Studierendenwerke ab“, sagt Achim Meyer auf der Heyde. „Diese soziale Infrastruktur müssen Bund und Länder gemeinsam stärken; wir brauchen mehr Mittel für bezahlbaren Wohnraum, die Sanierung von Mensen und zusätzliche Beraterinnen und Berater.“

Für den Förderbedarf gerader ausländischer Studierenden sprechen auch andere Zahlen aus dem Bericht: Diese haben im Bundesdurchschnitt 776 Euro im Monat zur Verfügung; das sind 142 Euro weniger, als die 918 Euro, über die deutsche Studierende monatlich verfügen. Gut die Hälfte der ausländischen Studierenden jobben neben dem Studium; ihre wichtigsten Einnahmequellen sind der Nebenjob und die Unterstützung durch ihre Eltern.

28.06.2018