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Soziale Infrastruktur

Kopf braucht Dach: Mehr bezahlbarer Wohnraum für Studierende

Das Deutsche Studentenwerk (DSW), in welchem die 58 Studenten- und Studierendenwerke zusammengeschlossen sind, appelliert erneut an Bund und Länder, über einen gemeinsamen Hochschulsozialpakt mehr bezahlbaren Wohnraum für Studierende zu schaffen.

Auf ihrer Mitgliederversammlung am 5. und 6. Dezember 2017 in Berlin bekräftigten die rund 150 Delegierten aus den Studenten- und Studierendenwerken diese Forderung mit Nachdruck.

DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sagt: „Die Wohnungsmärkte in vielen Hochschulstädten sind überhitzt; die Studierenden finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Die Studentenwerke bauen zwar bundesweit nicht unerheblich und werden dabei von einigen Bundesländern wie Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Bremen oder Thüringen mit Förderprogrammen unterstützt – aber es könnte mehr erreicht werden. Dazu müsste sich der Bund, wie schon in den 1970er und 1990er Jahren, wieder an gemeinsamen Wohnheim-Bauprogrammen von Bund und Ländern beteiligen.“

Meyer auf der Heyde: „Vertrauen auf den freien Markt allein schafft die fehlenden Wohnkapazitäten für Studierende nicht. Die vermeintlich für Studierende neu entstehenden, privaten Luxus-Apartments gehen an der finanziellen Lebensrealität von hunderttausenden Studierenden vorbei. Oft zielen sie, weil sie ohne Belegungsbindung offen für alle sind, vorrangig auf gutverdienende ‚Young Professionals‘.

Studierende brauchen stattdessen preisgünstigen, bezahlbaren Wohnraum. Das gilt erst recht für jenes Viertel der Studierenden am unteren Einkommensspektrum. Sie haben weniger als 700 Euro im Monat zur Verfügung, und sie müssten fast die Hälfte dieser Einnahmen für die Miete ausgeben.“

Für Neubau von Wohnheimen fordern die Studentenwerke im Rahmen eines Bund-Länder-Hochschulsozialpakts in den nächsten vier Jahren einen staatlichen Zuschussanteil von rund 800 Millionen Euro, weitere 650 Millionen Euro benötigen sie als staatlichen Anteil für die Sanierung bestehender Wohnheime.

Derzeit leben rund 192.000 Studierende in den rund 1.700 Wohnheimen der Studenten- und Studierendenwerke.

Mit einer durchschnittlichen Warmmiete von 241 Euro im Monat sind die Wohnheime der Studentenwerke die für Studierende preisgünstigste Wohnform außerhalb des Elternhauses. Zum Vergleich: Die Wohnpauschale beim BAföG liegt aktuell bei 250 Euro im Monat.

06.12.2017