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Internationalisierung

Für ein Europa der wissenschaftlichen Freizügigkeit und des Austauschs

Es fordert die Europäische Union, Bund bzw. Länder in ihrer jeweiligen Zuständigkeit daher auf,

  • sich auf europäischer Ebene entschieden für die Wissenschaftsfreiheit, die Freizügigkeit von Forschenden und Studierenden und die Förderung des kulturellen und wissenschaftlichen Austauschs, insbesondere des Studierendenaustauschs innerhalb Europas einzusetzen
  • die entsprechenden  Programme, wie etwa Erasmus+ weiterzuentwickeln und auszubauen,
  • das Projekt des Europäischen Studierendenausweis zu forcieren,
  • die Rolle der Studenten- und Studierendenwerke in der Betreuung von internationalen Studierenden anzuerkennen und ihre Internationalisierungs- und Austauschbestrebungen durch verbesserte Rahmenbedingungen zu stärken,
  • die Studenten- und Studierendenwerke durch die Bereitstellung finanzieller Ressourcen in die Lage zu versetzen, über die im Hochschulsozialpakt angemahnten Bedarfe hinaus internationalen Studierenden den Zugang zu einem bezahlbaren Wohnheimplatz anbieten zu können.

Begründung:

Das DSW erkennt die Leistungen der Europäischen Union seit ihrem Bestehen für Frieden, Verständigung und Kooperation an. In einer Zeit wirtschaftlicher, sozialer und politischer Krisen muss die europäische Integration gemeinsam und solidarisch weiterverfolgt werden. Statt Abschottung nach außen und Ausgrenzung nach innen muss der europäische Gedanke, insbesondere in der Wissenschaft, gestärkt und weiterentwickelt werden. Abspaltungstendenzen und Angriffen auf die Freiheit und Unabhängigkeit von Wissenschaft sollten mit gemeinsamen europäischen Anstrengungen begegnet werden. Eine Schlüsselrolle spielen hier die internationale Wissenschaftskooperation, der Austausch von wissenschaftlichem Nachwuchs sowie die Mobilität der Studierenden.

Das DSW und seine Mitglieder bekennen sich zum Europäischen Hochschulraum, welcher die einfache und niedrigschwellige Mobilität von Lehrenden und Lernenden und Austausch von Wissen zwischen 48 Mitgliedsstaaten in Europa ermöglicht. Sie arbeiten aktiv an dessen Weiterentwicklung mit und erweitern und intensivieren hierzu Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen. Insbesondere das Erasmus+-Programm der Europäischen Union ermöglicht den einfachen wissenschaftlichen und kulturellen Austausch. Um die Hürden im Zugang zu Hochschulen sowohl für nach Deutschland kommende als auch für ins Ausland gehende Studierende weiter zu senken sowie die Betreuung internationaler Studierender zu erleichtern, setzen sich das DSW und seine Mitglieder für die Forcierung des Projekts des Europäischen Studierendenausweises ein.

Die Mitglieder des DSW möchten dazu beitragen, den Wissenschaftsstandort Deutschland in Europa attraktiv aufzustellen. Sie sind bemüht, internationale Studierende aus ganz Europa in Deutschland zu begrüßen, zu betreuen und in ihren Wohnheimen ein Zuhause zu bieten. Die jüngsten Forschungsergebnisse des HousErasmus+ -Projekts verdeutlichen die Hürden, mit denen sich internationale Studierende auf der Suche nach Wohnraum konfrontiert sehen. Insbesondere stehen sie zunehmend in Konkurrenz mit einheimischen Studierenden um knappen bezahlbaren Wohnraum. Unsere Vision ist es, allen internationalen Studierenden, die an einer deutschen Hochschule studieren, einen Wohnheimplatz anbieten zu können und so die Hürden für ein Studium in Deutschland zu senken. Wir fordern in diesem Zusammenhang die Europäische Union, Bund und Länder auf, die Studenten- und Studierendenwerke mit entsprechenden zusätzlichen Mitteln auszustatten.

06.12.2017