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Studienbedingter Mehrbedarf

Eingliederungshilfe für ein Auslandsstudium

Die Sozialhilfeträger entscheiden im Einzelfall, ob die Hochschulhilfen für einen Studienaufenthalt ins Ausland mitgenommen werden dürfen.

Eingliederungshilfe für Studienassistenzen, Kommunikationsassistenzen oder Mobilitätshilfen kann auch für einen begrenzten Studienaufenthalt im Ausland gezahlt werden. Die Bewilligung ist aber Ermessenssache des Leistungsträgers.

Die Chancen auf einen positiven Bescheid stehen gut, wenn ein Auslandsaufenthalt integraler Bestandteil des Studiengangs und entsprechend in der Studienordnung verankert ist.

Anders bei freiwilligen Studienaufenthalten und Praktika: In diesen Fällen wurden Anträge in der Vergangenheit häufig abgelehnt oder die Bewilligung an besondere Bedingungen geknüpft, beispielsweise sehr gute Noten.

Viele Studierende wurden abgeschreckt, weil aufwändige Begründungen und externe Gutachten gefordert wurden. Allerdings hat die Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Sozialhilfeträger 2012 ihre Empfehlungen zu den Hochschulhilfen überarbeitet. Demnach sollen nun „verbesserte Berufschancen“ als Begründung ausreichen, um eine Förderung im Ausland zu erhalten (BAGüS-Empfehlungen, RZ 5.2.4).

Gleichzeitig müssen Studierende dafür sorgen, dass sich ihr Studium nicht wesentlich verlängert und keine unvertretbaren Mehrkosten entstehen.

Kosten können grundsätzlich nicht übernommen werden, wenn ein Bedarf erst im Ausland anfällt. Das gilt für obligatorische wie für freiwillige Auslandsaufenthalte.

Sollten die Leistungen der Eingliederungshilfe im Ausland die Kosten für den studienbezogenen Mehrbedarf nicht decken, können Studierende, die mit ERASMUS+ oder einem anderen DAAD-Programm ihren Auslands-Studienaufenthalt organisieren, Sonderfördermittel beantragen.