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Mitgliederversammlung

Bericht des Staatsministerin Vera Reis zur MV 2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen herzlich für die Einladung zur 76. ordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Studentenwerks. Leider, und das bedaure ich sehr, kann ich nicht persönlich anwesend sein, sodass ich gerne die Gelegenheit ergreife, mich auf diesem Wege an Sie zu wenden.

Eine Frage ist sicherlich aus keiner politischen Debatte dieser Tage wegzudenken und wird auch Teil Ihrer Beratungen sein: Wie können wir die Menschen, die vor Krieg, Elend und Gewalt in unser Land flüchten, in unsere Gesellschaft und damit auch in unseren Hochschulen integrieren?

Sie, die Studierendenwerke, sind wichtige Partner, damit die Integration an den Hochschulen gelingen kann. Denn neben dem formalen Zugang zur Hochschule ist es die soziale Infrastruktur – Wohnheimplätze, Beratungsangebote und nicht zuletzt auch familienbezogene Angebote wie Kindergärten und Kindertagesstätten – die Studieren für alle möglich machen.

Sie unternehmen dafür an Ihren Hochschulstandorten große Anstrengungen. Schon seit Jahren steigen die Studierendenzahlen und damit auch der Umfang Ihrer Aufgaben. Ich danke Ihnen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Studierendenwerke für das große Engagement in Ihrer täglichen Arbeit.

Es ist für die Länder unerlässlich, die Studierendenwerke an ihrer Seite zu wissen, wenn es zum Beispiel darum geht, die Internationalisierung an den Hochschulen voranzubringen und die soziale Dimension des Studierens nicht aus den Augen zu verlieren. Ich weiß, ich muss Sie nicht ermuntern, auch weiterhin mit uns gemeinsam engagiert dafür zu sorgen, dass alle, die studieren wollen, auch studieren können – egal, woher sie kommen. Denn: Nur gemeinsam können wir gute Lösungen für die künftigen Herausforderungen finden.

Wichtiges und zugleich verlässliches Instrument ist dabei auch das BAföG. Ich begrüße ausdrücklich, dass die Bundesregierung nun die Verkürzung der Voraufenthaltsdauer Geduldeter für den BAföG-Bezug von 4 Jahren auf 15 Monate vorzieht und diese zum Januar 2016 in Kraft treten kann. Für viele junge Hochqualifizierte, die nach Deutschland kommen und gekommen sind, bedeutet das eine finanzielle Absicherung und erleichtert sicher auch die Entscheidung für die Aufnahme eines Studiums.

Gute Aussichten beim BAföG gibt es übrigens auch darüber hinaus, denn ab August 2016 werden eine Reihe von Verbesserungen in Kraft treten: Die Bedarfssätze und Elternfreibeträge steigen um je sieben Prozent, zudem steigen auch der Wohnkostenzuschlag und der Betreuungszuschlag für eigene Kinder. Das heißt, dass mehr junge Menschen BAföG-berechtigt sein werden – und damit leisten wir auch einen wichtigen Beitrag zur Chancengleichheit im Bildungssystem.

Das Deutsche Studentenwerk als Dachverband war und ist stets ein wichtiger Akteur in der deutschen Wissenschaftspolitik, der die soziale Dimension des Studiums immer im Blick hat und in aktuelle Debatte einbringt. Ich möchte daher auch die Gelegenheit ergreifen, Ihnen für Ihre konstruktiven und an den Bedürfnissen der Studierenden orientierten Impulse in der Wissenschaftspolitik zu danken.

Für Ihre Mitgliederversammlung wünsche ich Ihnen viel Erfolg und gute Beratungen.

Mit herzlichen Grüßen

Vera Reiß

01.12.2015