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DSW-Präsident

Ansprache und Ausblick des neuen DSW-Präsidenten Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep

Porträt Prof. Dr. Rolf-Dieter Postlep

- Es gilt das gesprochene Wort! -

Meine Damen und Herren,

Ein Kürzest-Steckbrief von mir würde so lauten:

Rolf-Dieter Postlep, 71, Volkswirt bzw. Ökonom, 15 Jahre lang Präsident der Universität Kassel, noch in diesem Jahr Präsident der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover – und seit dem 1.1.2018 Präsident des Deutschen Studentenwerks.

Ich freue mich auf dieses Amt.

Ich freue mich:

  • auf die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, mit der Hochschulrektorenkonferenz, mit der Kultusministerkonferenz
  • auf den Dialog mit dem Bund und den Ländern
  • auf das Gespräch mit den Medien
  • auf die Zusammenarbeit im Kuratorium, im DSW-Vorstand, in den Verbandsgremien, in der Geschäftsstelle, mit den Studierenden wie auch den Beschäftigten der Studentenwerke
  • auf den Austausch mit allen Partnern im Beziehungsnetzwerk DSW.

Seit einigen Wochen befasse ich mich sehr intensiv mit dem Deutschen Studentenwerk und den Studentenwerken.

Gelernt habe ich schon einiges neues, auch wenn ich in meiner Zeit als Präsident der Uni Kassel bereits eine Zeitlang Vorsitzender des Verwaltungsrats des Studentenwerks Kassel war und mir die Themen eines Studentenwerks durchaus bekannt sind.

Schon damals habe ich mich gewundert, dass die Bund-Länder-Hochschulpakte die Studentenwerke nicht im Blick hatten – prägen sie doch mit ihren Leistungen die Lebenswelt der Hochschulen und tragen stark zu deren Attraktivität und Profilierung bei.

Aber als „Neuling“ ist mir in der Annäherung an das Deutsche Studentenwerk und dessen Positionen klargeworden:

Die Botschaft muss stärker in der Öffentlichkeit verankert werden!

  • Die Studentenwerke sind Teil der staatlichen Daseinsvorsorge.
  • Diese Leistungen kann und wird „der Markt“ so nie leisten können – geschweige denn leisten wollen.
  • Und: die studentische Daseinsvorsorge gewinnt immer mehr an Bedeutung. Weil die Studierendenschaft immer diverser, weil unser Hochschulsystem immer internationaler wird.

Ich werde mich als DSW-Präsident für diese drei Ziele besonders einsetzen:

  1. Ziel: Die Studentenwerke werden gestärkt und haben für ihre Arbeit ideale Rahmenbedingungen.

Das werden wir naturgemäß vorab an die Länder adressieren. Und natürlich geht es um Geld, um Länder-Zuschüsse; es geht auch um rechtliche bzw. Gesetzes-Themen. Und beim Thema steuerliche Rahmenbedingungen ist mitunter auch der Bund tangiert!

Ich will mich dafür einsetzen, dass in der Politik auf allen Ebenen, und in allen Ministerien, das Bewusstsein dafür geschärft wird, welch einen Schatz die Länder an ihren Studentenwerken haben.

Und ich freue mich sehr über die HRK-Forderung vom vergangenen Jahr an die Politik, dass auch die soziale Infrastruktur gestärkt werden müsse!

  1. Ziel: Das Zusammenwirken Hochschulen-Studentenwerke wird vertieft, die Partnerschaft mit den Hochschulen noch weiter gestärkt.

Das ist mir ein Herzensanliegen, gerade weil ich ein altgedienter Uni-Präsident bin.

Die strategische Partnerschaft Hochschule-Studentenwerk bildet für mich den Kern, damit ein Studium gelingt. Es ist auch der Kern für die Profilbildung von Hochschulen und Hochschul-Städten!

Und Hochschulen und Studentenwerke stehen doch gemeinsam vor den gleichen Herausforderungen: Digitalisierung, Internationalisierung, Diversifizierung.

Uns treiben doch die gleichen Fragen um, und im Kern steht die Frage: Wie sieht das Studium der Zukunft aus?

Wollen wir die Antworten nicht zusammen entwickeln?

Hier biete ich insbesondere der HRK an, unsere ohnehin schon enge Zusammenarbeit noch weiter zu intensivieren.

  1. Ziel: Wir bekommen eine starke Wohnheim-Förderung, und das BAföG kehrt zu alter Stärke zurück.

Natürlich blicken wir alle gebannt auf die SPD-Basis.

Aber man muss sagen, im Koalitionsvertrag steht doch einiges Gutes drin. Zumindest zu den Themen Wohnraum für Studierende und BAföG.

Der Bund will danach definitiv wieder ein in die soziale Wohnraumförderung einsteigen: Bravo.

Und er will explizit auch Wohnheimplätze fördern: Bravissimo.

Wir sind gespannt auf die konkrete Umsetzung und bieten gerne unsere Mitarbeit an.

Beim BAföG soll eine, ich zitiere!, „Trendumkehr“ erreicht werden: sehr gut!

Eine Milliarde Euro soll für die Legislaturperiode zusätzlich zur Verfügung stehen: Nun denn. Wir werden sehen, wie weit das reicht.

28.02.2018