DruckversionPDF version
Wissenschaftspolitik

„Wir haben in Deutschland keine Harvards, Cambridges oder Yales, aber …“

„Wir haben in Deutschland keine Harvards, Cambridges oder Yales, aber gemeinsam mit den Universitäten können wir … ein Angebot kreieren, das der Lehre an diesen Top-Universitäten in nichts nachsteht“, sagt Prof. Dr. Martin Stratmann, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, in der neuen Ausgabe des DSW-Journals des Deutschen Studentenwerks (DSW).

Stratmann will Deutschland in Forschung und Lehre an die Weltspitze führen – und dafür neue „Exzellenzregionen“ in „unterschiedlicher institutioneller Verankerung“ schaffen. Ihr Kern: neue Graduiertenschulen, „Max-Planck Schools“, in denen die Besten aus außeruniversitärer Forschung und universitärer Forschung gemeinsam mit „besonders talentierten Bachelor- und Masterabsolventen“ forschen.

Es gehe darum, in Fächern wie Astronomie oder Astrophysik „Wissenschaftler von Weltklasse“ mit den besten Studierenden eines Fachs zusammenzubringen, meint Stratmann im Interview mit dem DSW-Journal. „Warum nehmen wir also nicht eine Gruppe von vielleicht 30 jungen Talenten, lassen sie fünf Monate in München studieren, danach fünf Monate in Heidelberg, und noch einmal fünf Monate an einem dritten Ort?“

Dieses Modell von „Schools“ würde zum föderalen deutschen Wissenschafts­system passen, ist Stratmann überzeugt. Er drängt zur Eile: „Wir sollten nicht so viel darüber reden, wie unser Wissenschaftssystem vielleicht in 50 Jahren aussehen kann, sondern wie wir jetzt, in den nächsten drei Jahren, den besten Studenten eine Umgebung bieten, die mit der an den besten internationalen Universitäten konkurrieren kann.“

Weitere Themen im DSW-Journal 3/2015:

  • „Really welcome to Germany?“: die deutsche Willkommenskultur für ausländische Studierende und studierwillige Flüchtlinge
  • „Lehrer haben eine realitätsferne Vorstellung von Wirtschaft“: Eric Schweitzer, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), antwortet auf 13 Fragen
  • Sind die Studierenden von heute apolitisch? Ja, analysiert der Studierendenforscher Tino Bargel. Nein, argumentiert Simon Kerbusk, Chefredakteur von ZEIT CAMPUS
  • Freiluftwohnzimmer, Schrägen, Multifunktionsmöbel: Wenn Studierende bei der Planung von Wohnheimen mitbestimmen
  • „Serving the Society“: Als Präsident der European University Association (EUA) hat Rolf Tarrach eine klare Vision für Europas Universitäten
  • Bildung, und besonders frühkindliche Bildung, ist die beste Demenzprävention, schreibt der Hirnforscher Manfred Spitzer
  • Lass sie studieren – statt sie warten, warten, warten zu lassen: DSW-Präsident Dieter Timmermann zum Umgang mit studierwilligen Flüchtlingen
05.10.2015

Verwandte Themen