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Studienfinanzierung

Mehr BAföG ab Herbst 2016

Nach langem Stillstand in Sachen BAföG hat die Bundesregierung im August 2014 eine BAföG-Reform verabschiedet. Darin enthalten sind viele langjährige Forderungen des Deutschen Studentenwerks. Zum Wintersemester 2016/2017 werden folgende Änderungen in Kraft treten.

Wie immer gilt: Lassen Sie sich bei Ihrem Studentenwerk beraten und stellen Sie einen BAföG-Antrag!

1. Anhebung der BAföG-Bedarfssätze um 7 %

Höhere BAföG-Bedarfssätze für Studierende

BAföG-Bedarfssatz für Studierende

in Deutschland bzw. innerhalb der EU

außerhalb wohnend

bei Eltern wohnend

aktuell

ab Herbst 2016

aktuell

ab Herbst 2016

Grundbedarf

373 Euro

399 Euro

373 Euro

399 Euro

Bedarf für die Unterkunft

224 Euro

250 Euro

49 Euro

52 Euro

Regelbedarf

597 Euro

649 Euro

422 Euro

451 Euro

Durchlaufende Posten:        
Krankenversicherungszuschlag 62 Euro 71 Euro 62 Euro 71 Euro
Pflegeversicherungszuschlag 11 Euro 15 Euro 11 Euro 15 Euro

Maximalförderung

670 Euro

735 Euro 495 Euro 537 Euro

ausbildungsbezogener Kinderbetreuungszuschlag (Pauschale): monatlich 113 Euro für das erste Kind, 85 Euro für jedes weitere Kind -> ab Herbst 2016: monatlich 130 Euro für jedes Kind

2. Anhebung der BAföG-Freibeträge um 7 %

a) Freibeträge vom Einkommen der Eltern/Ehegatten/Lebenspartner (§ 25 BAföG)

 

aktuell

ab Herbst 2016

Vom Einkommen miteinander verheirateter Eltern

1.605 Euro

1.715 Euro

Vom Einkommen jedes Elternteils in sonstigen Fällen/vom Einkommen des Ehegatten/Lebenspartners des Auszubildenden

1.070 Euro

1.145 Euro

für den nicht in Eltern-Kind-Beziehung zum Auszubildenden stehenden Ehegatten/Lebenspartners des Einkommensbeziehers

535 Euro

570 Euro

für jedes weitere Kind  

485 Euro

520 Euro

b) Freibeträge vom Einkommen des Auszubildenden (§ 23 BAföG)

 

aktuell

ab Herbst 2016

für den Auszubildenden selbst

255 Euro

290 Euro*

für den Ehegatten/Lebenspartner des Auszubildenden

535 Euro

570 Euro

für jedes Kind des Auszubildenden

485 Euro

520 Euro

* zusammen mit der Werbungskostenpauschale und der Sozialpauschale ändert sich die Höhe der BAföG-Förderung nicht, wenn das eigene Einkommen des Auszubildenden umgerechnet auf den Monat 451,35 Euro nicht übersteigt. Damit wird ein 450-Euro-Job möglich, ohne dass die BAföG-Förderung beeinträchtigt wird.

c) Freibeträge vom Vermögen des Auszubildenden (§ 29 BAföG)

 

aktuell

ab Herbst 2016

für den Auszubildenden selbst

5.200 Euro

7.500 Euro

für den Ehegatten/Lebenspartner des Auszubildenden

1.800 Euro

2.100 Euro

für jedes Kind des Auszubildenden      

1.800 Euro

2.100 Euro

3. Weitere Änderungen

  • Dadurch, dass die Ausbildung bis zur Bekanntgabe des Abschlussergebnisses - und nicht mehr nur bis zur letzten Prüfungsleistung -  gefördert wird, werden Förderungslücken zwischen dem Bachelor- und einem sich anschließenden Masterstudium geschlossen.
     
  • Die sechzehn Bundesländer sind seit 1.8.2016 verpflichtet, eine elektronische BAföG-Antragstellung (online) zu ermöglichen.
  • Bereits ab vorläufiger Zulassung zum Masterstudium ist eine BAföG-Förderung möglich, sofern danach innerhalb eines Jahres eine endgültige Zulassung erfolgt.
     
  • Um die Studienfinanzierung besser planen zu können, kann vor einem Masterstudium ein Vorabentscheid - über die Förderfähigkeit der Ausbildung dem Grunde nach - beantragt werden (§ 46 Absatz 5 BAföG).
     
  • Bei einer längeren Bearbeitungszeit des BAföG-Erstantrags kann eine Abschlagzahlung bis zu 80 % des vorraussichtlichen Bedarfs - und nicht mehr nur maximal 360 Euro monatlich - betragen.
     
  • Beim BAföG-Leistungsnachweis, der dem BAföG-Amt zum Beginn des 5. Fachsemesters vorgelegt werden muss, wurde der Sonderfall gestrichen, wonach dieser Nachweis bereits zu einem früheren Zeitpunkt (3. oder 4. Fachsemester) erforderlich war.

  • Die für eine BAföG-Förderung festgelegte Aufenthaltsdauer in Deutschland für Ausländer/innen mit Aufenthaltstitel aufgrund humanitärer Gründe oder für geduldete Ausländer/innen wurde von vier Jahren auf 15 Monate verkürzt.

  • Das Auslands-BAföG wurde an die EuGH-Rechtsprechung angepasst. Zum Beispiel kommt es für Deutsche, die im Ausland wohnen, nun grundsätzlich auf eine hinreichende Verbundenheit zu Deutschland an und nicht mehr darauf, wie lange sie sich vor dem Studium in Deutschland aufgehalten haben.

 

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